Was tun?

Die Akne verschwindet meistens um das 18. bis 20. Lebensjahr herum von selbst. Bis dahin müsst ihr aber nicht tatenlos abwarten, sondern könnt selbst etwas dagegen unternehmen.  Damit tut ihr eurer Haut und gleichzeitig auch eurem Wohlbefinden etwas Gutes!

    Akne tritt in Schüben auf, d. h., sie kommt und geht im Abstand von Wochen oder Monaten. Bei Mädchen wird die Akne meistens vor Beginn der Regelblutung stärker. Auch bei Jungen gibt es Zeiten mit mehr und mit weniger Pickeln.   

Diese Schübe kann man durch gute Hautpflege und Behandlung reduzieren oder wenigestens abschwächen. Ganz vermeiden lassen sie sich aber meistens nicht. Mit der Zeit kennt man das schon und bekommt ein besseres Gespür dafür, wann es wieder losgeht.

Was könnt ihr nun selbst gegen die Akne unternehmen?

 

Richtige Hautreinigung ist der erste Schritt. Mehr...

In der Werbung wird es häufig so dargestellt, als sei die Reinigung der Haut der wichtigste Faktor, um die Akne in den Griff zu bekommen. Das ist nicht ganz richtig. Aber man sollte die Haut schon regelmäßig ca. 1-2x am Tag (aber nicht öfter) mit milden synthetischen Reinigungsmitteln, sogenannten Syndets, waschen.

Diese Mittel sollten hautneutral sein, d. h. dem pH-Wert der Haut von 5,5 ungefähr entsprechen, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht zerstört wird. Dadurch vermeidet man, dass die Haut zusätzlich mit Bakterien infiziert wird.

Für Aknehaut gibt es auch spezielle Reinigungsmittel, in denen oft antiseptische Zusätze enthalten sind. Laßt euch von eurem Hautarzt beraten.

Die Haut noch öfters zu waschen oder dazu Seifen oder alkoholhaltige "Akne-Reinigungsmittel" aus der Drogerie  (alkalische Reinigungsmittel) zu benutzen, kann dazu führen, dass die Haut sich stärker gereizt fühlt und mehr Mitesser und Pickel entstehen. Reinigungsmittel sollte man immer sparsam verwendet und danach gründlich wieder abwaschen.

Glänzt die Haut fettig, kann man sie im Lauf des Tages mit Kosmetiktüchern trocken tupfen. Das ist schonender als häufiges Waschen.

Hilfreiche Tipps zur richtigen Hautpflege findet ihr auch auf den Seiten zur Haut allgemein: Umgang mit der Haut.

 Wie pflege ich meine Haut? Mehr...

Bei der Hautpflege möglichst keine fettenden Produkte verwenden, weil sie die Poren verstopfen und Akne verstärken.

Man sollte die Hautpflege der Haut anpassen (trocken/fettig). Für trockene Haut kann man milde rückfettende Produkte empfehlen, die die Haut nach dem Waschen wieder leicht befeuchten, ohne die Poren zu verstopfen. 

Der Hautarzt oder die Kosmetikerin kann euch dazu Empfehlungen geben. Viele Aknepräparate gibt es inzwischen auch in einer Creme oder Salbe, die gleichzeitig die Haut pflegt.

Hilfreiche Tipps zur richtigen Hautpflege findet ihr auch auf den Seiten zur Haut allgemein: Umgang mit der Haut.

 Schminken. Mehr...
Schminken ist völlig in Ordnung; Lippenstift, Lidschatten usw. sind meistens vollkommen unproblematisch.

Bei Gesichtscremes sollte man aber acht geben: Sind sie zu fettig, tragen sie dazu bei, dass neue Mitesser entstehen!


Wer wissen will, welche Inhaltsstoffe von Kosmetika Akne fördern können, kann hier weiterlesen. 

Inhaltsstoffe von Kosmetika

Es kann ganz interessant sein, auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika zu achten, denn sie können Stoffe enthalten, die die Bildung von Mitessern fördern, z. B. Erdnussöl, das in vielen Pflegemitteln enthalten ist.

Der Hersteller muss alle Bestandteile seines Produkts auf der Packung angeben. Wenn Kosmetika einen der folgenden Stoffe enthalten, solltet ihr versuchen, auf andere Produkte auszuweichen*:

Butylstearat (Butyl Stearate)
Cetylalkohol (Cetyl Alcohol)
Hexylenglycol (Hexyne Glycol)
Isopropylmyristat (Isopropyl Myristate)
Lanolin (Lanolin)

Natrium-Laurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate)
Polyäthylenglycol 300 (PEG-12)
Sesamöl (Sesamum Indicum)
Stearinsäure (Stearic Acid)
Schwefel (Sulfur)

* Hier sind die deutschen und die englischen Bezeichnungen genannt, da die Produktpackungen häufig nur die englischen Bezeichnungen aufweisen. (Quelle: http://www.informationszentrale-haut.de/html/de/70_patient/pdf/Akne.pdf)

 Macht einen Termin beim Hautarzt. Mehr..

Akne ist eine Hauterkrankung, und man kann und sollte dafür ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Durch eine rechtzeitige Behandlung lassen sich Narben am besten verhindern.

Euer Hautarzt wird mit euch zusammen ein individuelles Therapieprogramm zusammenstellen. Je nachdem, welche Art von Akne man hat und was die Haut braucht, kann der Hautarzt eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen vorschlagen:

Art der Therapie Maßnahmen
Äußerliche ("lokale") Therapie Cremes und Salben, die die Entzündungen behandeln, die starken Verhornungen auflösen und die bakterielle Besiedlung sowie die starken Talgbildung bekämpfen;
Tiefenreinigung der Haut durch eine medizinisch geschulte Kosmetikerin;
Empfehlung zu Hautreinigung und -pflege
Innerliche ("systemische") Therapie Einnahme von Medikamenten zur Bekämpfung von Entzündungen sowie von starker Verhornung und Talgbildung, bei Mädchen evtl. Einnahme einer speziellen Antibabypille


Außerdem kann es hilfreich sein, regelmäßig zu einer medizinisch geschulten Kosmetikerin zu gehen - vor allem in schwereren Fällen. Je nach Stärke der Akne ist das 1-3mal im Vierteljahr empfehlenswert. Die Kosmetikerin wird eine professionelle Hautreinigung durchführen, die Komedonen entfernen, um Entzündungen vorzubeugen und entzündete Hautareale behandeln.

Medizinische Kosmetik

Medizinische Kosmetik ist eine sinnvolle ergänzende Maßnahme in der Aknetherapie. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel, wenn sie vom Hautarzt verordnet worden ist. Bei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei Verordnung durch den Hautarzt in schwereren Fällen oft ebenfalls, wenn die Behandlung vom Hautarzt verordnet worden ist, aber es kann etwas schwieriger werden. Einige Hautärzte führen so eine Behandlung auch in ihrer Praxis durch. Fragt am besten beim Hautarzt und bei eurer Krankenversicherung nach.
 Besser nicht: Drücken und Quetschen. Mehr...
Möglichst nicht selbst die Pickel aufdrücken, quetschen oder aufstechen! Dabei wird fast immer die Haut in der Umgebung des Pickels verletzt.

Dadurch können Entzündungen und Narben entstehen. Außerdem kommt beim selbst durchgeführten Quetschen nur ein geringer Teil des Talgs nach draußen, der Rest wird in die tiefere Haut um die Talgdrüse herum gedrückt und löst dort ebenfalls Entzündungen aus. Geht dazu lieber zum Hautarzt oder zur Kosmetikerin.

 Aknebehandlung braucht Zeit: Warum Geduld sich lohnt. Mehr...
Man sollte für die Aknetherapie ein bisschen Geduld mitbringen: Nur Konsequenz führt hier zum Erfolg...

Die Akne reagiert meist nicht sofort auf die Behandlung. Aber nach einigen Wochen wird man immer eine deutliche Verbesserung bemerken.

Da jeder Mensch eine andere Haut hat, wird der Hautarzt oft mehrere Möglichkeiten ausprobieren müssen. Auch dafür sollte man ein bisschen Geduld mitbringen.

 Akne und Sonne. Mehr...
Übermäßiger Sonnengenuß ist grundsätzlich schädlich für die Haut. In Maßen kann die Sonne bei Akne aber gut tun:

Sonnenlicht hat eine antientzündliche Wirkung auf die Haut, und auf leicht gebräunter Haut sieht man die Akne auch nicht so deutlich.

  Im Lernmodul "Sonne" könnt Ihr noch einmal genau nachlesen, wie ihr die Sonne vernünftig genießen könnt!

 Tut etwas für euer Selbstbewußtsein. Mehr...

Die Pubertät ist eine Zeit des Übergangs vom Kind zum Erwachsenen, in der man die eigene Persönlichkeit entwickelt. Das ist eine spannende, aber auch anstrengende Zeit.

Gerade in Aknephasen ist es wichtig, ein positives Verhältnis zu sich selbst zu finden. Sport und andere Hobbies als auch Freundschaften und andere Kontakte helfen dabei.

Auch offene Gespräche in der Familie und unter Freunden über Gefühle und Schwierigkeiten helfen, sich mit diesen ganzen Veränderungen weniger alleine zu fühlen und zu merken, dass kein Grund besteht, sich für die Akne zu schämen. Denn die anderen Jugendlichen sind in genau der gleichen Lage und werden euch verstehen.

Wenn man sich gefühlsmäßig sehr schlecht fühlt, besteht immer die Möglichkeit, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen sind für solche Probleme ausgebildet, die Gespräche können oft von den Krankenversicherungen bezahlt werden und helfen meistens sehr gut, mit den eigenen Gefühlen und Problemen leichter zurechtzukommen.