Schutz und Behandlung

Ekzeme haben meistens einen ziemlich wechselhaften Verlauf und bestehen nur in seltenen Fällen dauerhaft ohne zwischenzeitliche Abheilung. Sie treten also in sogenannten Schüben auf.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Auftreten von Ekzemen zu verhindern oder die Beschwerden so gering wie möglich zu halten. Dazu kann jeder selbst eine Menge beitragen.

Die Auswahl der Maßnahmen richtet sich dabei einerseits nach der Ursache und den Auslösern, andererseits nach den bestehenden Beschwerden. Wer ein Ekzem hat oder seine Haut davor schützen möchte, hat dazu viele verschiedene Möglichkeiten. Am besten ist es, diese zu kombinieren.

Diese Tipps können helfen:

 Am besten mögliche oder schon bekannte Reizfaktoren meiden. Mehr...
Wichtig ist die Vermeidung intensiver Reizfaktoren. In den meisten Fällen merkt man bald, welche Einflüsse die Haut trockener machen.

Die häufigste Ursache ist der wiederholte Wasserkontakt (Waschen, Duschen). Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht mehr waschen darf. Aber oft kann die Häufigkeit des Wasserkontaktes verringert werden oder, wenn dies nicht möglich ist, ein pflegender Waschzusatz verwendet werden. Außerdem sollte der Wasserkontakt möglichst kurz dauern. Deswegen ist Duschen oft besser geeignet als Baden.
Die eingesetzten Zusätze sollten auf die natürliche Hautsituation abgestimmt sein. So sollten nur Seifen verwendet werden, die dem Säurewert der Haut entsprechen (pH-neutrale Seifen). Dadurch wird eine zusätzliche Schädigung der Säureschutzschicht der Haut vermieden.

Wenn allergische Auslöser bekannt sind (z.B. Modeschmuck), sollten diese möglichst gemieden werden. Bei vielen Auslösern ist das möglich, bei einigen ist professionelle Unterstützung (Arzt, Ernährungsberatung) notwendig, damit dies gelingt.

 Die Haut zum Schutz oder zur Behandlung richtig reinigen und pflegen. Mehr...
Egal, ob man sich vor Ekzemen schützen möchte oder schon daran leidet: Mit der richtigen Hautreinigung und -pflege kann jeder selbst eine Menge dazu beitragen, um die Entstehung von Ekzemen zu verhindern oder bestehende Ekzeme und damit verbundene Beschwerden zu lindern.

Da intensiver Kontakt mit Wasser die Haut austrocknen und zu Ekzemen führen kann, sollte zum Beispiel langer Wasserkontakt (z.B. Baden länger als 15 Minuten) eher vermieden werden; besser sind kurze Wasseranwendungen (Duschen).

Leicht pflegende, rückfettende Zusatzkomponenten mildern die durch das Wasser hervorgerufene Austrocknung ab.

Insgesamt sollten möglichst wenige Inhaltsstoffe in den verwendeten Pflegeprodukten enthalten sein, um das Risiko für das Auftreten von Allergien und Reizungen durch solche Stoffe herabzusetzen.

Zur Hautreinigung eignen sich milde Reinigungsmittel, sogenannte Syndets, am besten. Diese sollten hautneutral sein, d. h. dem pH-Wert der Haut von 5,5 in etwa entsprechen, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören.

Wichtig bei der Hautpflege ist das persönliche Wohlbefinden. Wenn man also Hautpflegeprodukte anwendet, dann sollte man das als angenehm empfinden und auch eine Entspannung der Beschwerden (Trockenheit, Juckreiz) bemerken.

Die Art der Pflegeprodukte (besonders der Fettigkeitsgrad) richtet sich nach dem momentanen Hautzustand. Im Sommer und bei Hitze sind fette Salben eher unangenehm; die Haut fühlt sich dann klebrig und "zugekleistert" an. Im Winter bei trockener Heizluft dagegen

 Mit aufgetretenen Ekzemen richtig umgehen. Mehr...
Ist es trotzdem zu Ekzemen gekommen, können verschiedene Mittel und Wirkstoffe zur Beruhigung der Haut eingesetzt werden.

Nässende Ekzeme werden zum Beispiel mit sehr flüssigen Cremes (Lotionen, Lösungen)  behandelt. Das kühlt angenehm, nimmt den Juckreiz und bringt die Bildung von Bläschen und die Ausscheidung von Gewebswasser zum Stillstand.

Bei trockenen Ekzemen verwendet man eher fettige Cremes (Salben). Sie machen die Haut geschmeidig und elastischer.
Verschiedene Wirkstoffe, die den Cremes und Salben zugemischt werden, helfen außerdem.

Man sollte übrigens nicht nur auf eine kurzfristige sondern eine langfristige Wirkung achten: So kühlt zwar kaltes Wasser für den Moment und nimmt den Juckreiz, trocknet aber die Haut noch stärker aus. Die Beschwerden werden also nur kurz verringert und sind später noch heftiger.
 Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Mehr...
Ekzeme sind eine Hauterkrankung. Oft heilen leichte Ekzeme ohne zusätzliche Hilfestellung und Maßnahmen ab. Bei länger bestehenden oder häufiger auftretenden Ekzemen sollte man aber zu einem Arzt gehen.

Wichtig bei der Klärung der Ursachen ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem man zusammen (fast wie Detektive) Anhaltspunkte sammelt, die eine/n auf die richtige Fährte bringen.

Wenn ein Verdacht auf bestimmte Auslöser besteht, können gezielt Untersuchungen durchgeführt werden.
Lassen sich dabei dann einzelne Auslöser nachweisen, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden und man weiß, wie man im Alltag damit umgehen kann.

Wenn die Vermeidung von Auslösern allein nicht ausreicht, gibt es eine ganze Menge von unterstützenden Behandlungen, die zu einer schnellen Abheilung führen können. Auch diese werden ganz persönlich mit euch zusammen auf euch und eure Haut angepasst.

 Das lieber nicht tun: Kratzen. Mehr...
Man sollte bei Juckreiz auch möglichst nicht kratzen; zwar lässt durch den Schmerzreiz das Jucken kurzzeitig nach, aber später bereiten die aufgekratzten Ekzeme noch mehr Probleme.

Besser ist es, auf die juckenden Stellen leicht mit der flachen Hand zu klopfen oder zu drücken. Feuchte Umschläge, die anfangs ebenfalls gut den Juckreiz nehmen, sollten wegen der Austrocknungsgefahr nur auf der vorher eingecremten Haut erfolgen. Dadurch wird die Austrocknung verhindert. Hitze verstärkt oft den Juckreiz.

 Ein bisschen Geduld haben. Mehr...
Geduld mitbringen ist ziemlich wichtig.

Ekzeme können ganz schön nervig sein, weil sie oft auch unvermittelt und ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Es treten dann sehr schnell sichtbare und spürbare Hautveränderungen auf. Die Abheilung selbst zieht sich aber wie ein Kaugummi in die Länge. Das ist eine harte Geduldsprobe. Wichtig ist dabei, die Gegenmaßnahmen konsequent durchzuführen. Nur so kann eine langfristige Abheilung erzielt werden.

 Sich nicht unterkriegen lassen, sondern zum Profi werden. Mehr...
Zum Profi werden! Ekzeme treten bei vielen Menschen im Laufe des Lebens auf. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken.

Man kann selbst viel zur Vermeidung von Ekzemen beitragen; und selbst, wenn sie auftreten, kann man mit den verschiedenen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen gut mit der Situation zurecht kommen. Viele Menschen, die immer wieder Ekzeme entwickeln, werden zu "Profis" im Umgang mit ihrer Haut und können viele Gegenmaßnahmen selbst einleiten und abstimmen. Außerdem gibt es viele Informationsangebote – man muss nur wissen, wo sie zu finden sind.