Das Feriencamp
Was euch erwartet !
In der Rahmengeschichte trefft ihr auf die vier Hauptdarsteller Thelma, Natalya, Paolo und Max. Sie hat es in ein Zeltlager an die französiche Küste verschlagen ... wenn ihr mehr wissen wollt, dann nutzt das Audio unter dem Bild oder lest die Geschichte selbst. Viel Spaß!
Die Geschichte zum Feriencamp als MP3 herunterladen(Rechtsklick, Speichern unter)
Drei Wochen Feriencamp im wunderschönen Süden Frankreichs ziehen jedes Jahr 50 Schülerinnen und Schüler aus aller Herren Länder an. Untergebracht in großen Zelten verbringen die Jugendlichen spannende Ferien direkt am Meer mit Ausflügen und Freizeitprogramm. Internationalität spielt für das Camp eine wichtige Rolle. Paolo, Max, Natalya und Thelma sind diesen Sommer unter den Glücklichen, die einen Platz ergattert haben. Die vier kommen aus verschiedenen Nationen und sind zwischen 14 und 18 Jahren alt. Sie freuen sich auf einen schönen Sommer, tolle Erlebnisse und neue Freunde. Ihr wollt mehr wissen über die vier? Gerne. Stellen wir also Paolo, Max, Natalya und Thelma ein bisschen genauer vor.
Paolo(18) und Max (14) teilen sich ein Zelt mit vier anderen Jugendlichen. Paolo kommt aus Italien. Er ist der klassische Rebell. Eigentlich wäre er lieber mit seinen Freunden nach Genua gefahren, doch aufgrund seiner schlechten Schulnoten haben seine Eltern entschieden, dass ihm das Camp, fernab der feucht-fröhlichen Partys seiner Freunde, gut tun würde.
Paolo ist ein gut aussehender Junge, der sich seines Charmes durchaus bewusst ist. Wo immer Tumult im Camp entsteht, kann man ihn mittendrin beobachten. Kaum aber mischen sich die Betreuer ein, um für Ruhe zu sorgen, ist er wieder ganz das Lämmchen mit großen, braunen Augen, der irgendwie und natürlich aus Versehen in die Sache reingerutscht ist. Wie durch ein Wunder entkommt er damit sämtlichen "Strafmaßnahmen". Während die anderen Kartoffeln für die ganze Mannschaft schälen müssen, liegt er schon mit seinem Ghettoblaster am Meer und sonnt sich. Sein Bettnachbar Max aus Berlin ist das genaue Gegenteil: Er wächst ohne Geschwister auf. Seine Eltern sind immer etwas knapp bei Kasse und daher kommt es, dass er ein guter Rechner ist und es immer wieder schafft, auch mit geringen Mitteln Erstaunliches zu improvisieren.
Der jüngere Max ist von Paolos lässiger Art sehr angetan und lässt sich leicht von ihm in das ein oder andere Abenteuer reinziehen – wenn auch auf eine deutlich schüchternere und zurückhaltendere Art. Er ist eher der Kopfmensch, der Introvertierte, der gerne kleine Geschichten schreibt – immer im Schatten mit weißer Haut und weißem Papier und bewaffnet mit einem Stift. Wahrscheinlich sind es gerade diese Gegensätze, die Paolo und Max sofort zu Freunden werden ließen. Max bewundert die draufgängerische Art Paolos und will an seiner Welt teilhaben, soweit es eben geht. Paolo dagegen schätzt das ruhige Wesen von Max. Zu Beginn behielt Max seine Geschichten für sich, doch er freute sich sehr, als Paolo sich eines Tages zu ihm setzte und ihn fragte, ob er nicht Lust hätte, mit ihm an den nahe gelegenen Weiher am Waldrand zu gehen. Dort sollte er ihm, ganz in Ruhe und unter vier Augen, eine seiner Geschichten erzählen.
Seitdem gehen sie fast täglich zum Weiher. Dort legt sich Paolo auf den Rücken und starrt in den Sternenhimmel, während Max mit gesenkter Stimme eine neue Geschichte erzählt. Max ist vorsichtig und unterbricht seine Rede immer wieder mit Kommentaren wie: "Das muss ich noch überarbeiten." Aber jedes Mal entgegnet ihm Paolo nur ein leises "Pst..., lies weiter". Als er die erste Geschichte beendet, setzt sich Paolo blitzschnell auf und sieht ihn fragend an: "Und weiter..?" "Weiter bin ich noch nicht." Paolo schüttelt nur den Kopf: "Das kannst du nicht machen. Morgen möchte ich wissen, wie es weitergeht." Und von da an war es eine beschlossene Sache, dass die zwei Freunde täglich zum Weiher gehen.
Auch Natalya (17) und Thelma (16) bewohnen zusammen ein Zelt. Natalya kommt aus Rumänien und ist die Älteste von fünf Geschwistern. Sie stammt aus einer "Bilderbuchfamilie". Zuhause wird viel gelacht und es ist immer was los. Natalya hat ein durchweg sonniges Gemüt und ist für jeden Spaß zu haben. Schon nach zwei Tagen im Camp ist ihr Lachen legendär. Wo immer sie auftaucht, dauert es nicht lange bis sich alle vor Lachen biegen. So wurde ihr Zelt in „le ris" (das herzliche Lachen) umbenannt, weil es dort einfach keine ruhige Minute gibt. Natalya möchte später einmal auf der Bühne stehen und eine berühmte Schauspielerin werden. Sie ist nicht die Ordentlichste und empfindet Aufräumen als pure Zeitver-schwendung. Natalya lebt ganz nach dem Prinzip „Das Genie beherrscht das Chaos!" Jedoch hat sie oftmals Probleme, ihre sieben Sachen im selbst angerichteten Chaos wieder zu finden. Aber genau das macht Natalya so sympathisch.
Thelma kommt aus einer kleinen Stadt im Süden von England. Sie ist sehr hübsch und überragt mit ihren 15 Jahren bereits die meisten Jungs in ihrer Klasse. Sport ist ihr Leben. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder hat Thelma schon mehrere Sportwettkämpfe gewonnen. Thelma ist nicht nur eine Sportskanone, sondern auch in der Schule Klassenbeste, worauf ihre Eltern besonders großen Wert legen.
Ihre Haut ist weißer als weiß, fast wie Porzellan. Beim kleinsten bisschen Sonne, wird sie nach kurzer Zeit glühend rot.Um ihre kleine Nase herum ist ihr Gesicht mit hunderten Sommersprossen gesprenkelt. Ihre Haare sind lang, rot und lockig – wer hätte sich eine Engländerin auch anders vorgestellt.
Thelma freut sich sehr auf den Sommer im Feriencamp – weg vom strengen Elternhaus, das vor allem auf die Leistung und Disziplin ihrer Tochter bedacht ist. Sie will nette Leute aus unterschiedlichen Ländern kennenlernen und etwas erleben...
Auch wenn sie aus gänzlich verschiedenen Elternhäusern kommen: Natalya und Thelma verstehen sich vom ersten Moment an und werden gute Freundinnen. Sie vertrauen sich gegenseitig Dinge an, die sonst niemand im Camp weiß. Die lebenslustige Natalya leidet stark an Akne; morgens und abends verbringt sie viel Zeit vor dem Spiegel, probiert die ein oder andere Hautlotion aus und ist dabei das Gegenteil des sonst so lebenslustigen Mädchens.
Irgendwann fasst sich Thelma ein Herz und spricht Natalya direkt auf ihr Problem an. Thelma hat damit gerechnet, dass Natalya gereizt reagieren würde, da ihr Hautproblem ihr offensichtlich unangenehm ist. Aber stattdessen sieht sie Natalya aus ihren müden, grünen Augen an, setzt sich auf einen kleinen Hocker vor dem Spiegel und schlägt ihre Hände vor das Gesicht. Nur ein leises Schluchzen ist zu hören – ein Geräusch, das für Natalya eher ungewohnt ist. Thelma weiß gar nicht, was sie machen oder sagen soll, Natalya ist für sie schon eine fast erwachsene Frau, eine, die mit beiden Füßen im Leben steht, die andere wegen ihres Humors schätzen.
Als sie aufblickt, sieht sie ein kleines Lächeln über das Gesicht von Thelma huschen. "Naja, dein Buckel ist noch etwas kleiner, aber das hängende Auge sieht ihm schon sehr ähnlich".
Beide Mädchen müssen lachen, aber dieses Mal ist es nicht das berühmte laute Lachen von Natalya, sondern eher ein Kichern, das tief aus ihrem Inneren kommt.
Und wie treffen unsere vier "Heldinnen und Helden" nun zusammen? Natürlich – auch das müsst ihr wissen, um der Geschichte folgen zu können.
Also, es ist schon stockfinster, als Paolo Max zuflüstert: "O.k., ich glaub die Luft ist rein, wir können los!"
Paolo und Max schnappen ihre Rucksäcke. Sie wollen die Nacht am Weiher verbringen, gemütlich auf ihren Schlafsäcken liegen und im Kerzenschein der neuen Geschichte lauschen. Vorsichtig schleichen sie auf leisen Sohlen aus ihrem Zelt in Richtung Waldrand. Max geht voraus und schlägt den üblichen Weg ein, aber Paolo zischt ihn an: "Nein, nicht auf den Weg, da könnte man uns zu leicht sehen. Komm mit, ich kenne eine Abkürzung durch den Wald."
Max bleibt einen Moment unschlüssig auf der Wiese stehen und blickt in die Richtung des Weges. Als er merkt, dass sich Paolo schon ein Stück von ihm entfernt ins Unterholz schlägt, huscht er ihm schnell nach.
Max und Paolo sind diese Nacht nicht die einzigen im Wald: Auch Natalya und Thelma sitzen kichernd auf dem Waldboden. Thelma hält sich den Bauch vor Lachen, nachdem Natalya ihr vom Missgeschick eines Betreuers erzählt hat: "Verdammt auf die Weise schaffen wir es nie bis zum Weiher."
Beide kichern in sich hinein. "Weißt du überhaupt noch in welche Richtung wir müssen?" Natalya klingt ein wenig besorgt.
Auch Max und Paolo scheinen ein wenig die Orientierung verloren zu haben. Max mault und will wissen, wo er jetzt langgehen soll. "Keine Ahnung, eigentlich sollte der Weiher direkt vor uns sein." Paolos Selbstsicherheit schwindet ein wenig.
"Ist er aber nicht", schimpft Max, "so viel kann ich wenigstens sehen, auch wenn wir klugerweise keine Taschenlampe mitgenommen haben. Schließlich reichen uns ja die Kerzen zum Lesen... zum Lesen schon, aber nicht zum Laufen..."
Paolo winkt ab: "Pssst, sei mal ruhig." Beide hören angespannt in die Dunkelheit.
Paolo sagt leise: "Ich glaube, da ..." .... "Da ist doch jemand", flüstert Thelma und macht vorsichtshalber ihre Taschenlampe aus. Die Dunkelheit umgibt sie. Irgendwo raschelt etwas.
Die Mädchen schauen sich um. Woher kommt das Geräusch? Vorsichtig stehen sie auf, versuchen ihre Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen und zwischen den Tannen irgendetwas zu erkennen. Das Rascheln scheint näher zu kommen. Thelmas Flüstern wird immer leiser: "Was ist das?" Natalya blickt sich unsicher um: "Keine Ahnung, vielleicht nur ein Tier."
Beide verharren still lauschend. Nur ihr Atem und ihr Herzschlag sind zu hören. Stille – kein Rascheln mehr. Die Mädchen warten noch eine Weile, aber nichts rührt sich mehr.
Erleichtert atmen sie auf. "Puh, nichts wie weg hier", meint Natalya. Thelma knipst ihre Taschenlampe an: Im Schein steht ein Mann, der sie direkt anschaut. Beide schreien.
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Paolo ergreift gönnerhaft als erster das Wort: "Junge Damen sollten um diese Zeit nicht mehr allein im Wald unterwegs sein."
Max tritt hinter einem Baum hervor. Die Mädchen lachen befreit und beschweren sich über den eingejagten Schrecken. "Verdammt, was schleicht ihr euch so an uns ran. Habt ihr nichts Besseres zu tun?", schimpft Natalya. |
Paolo versucht, es zu erklären: "Eigentlich wollten wir zum Weiher, aber dann sahen wir zwei verlorene Mädchen mitten im Wald sitzen und da dachten wir, sagen wir einfach mal Hallo."
Thelma bedankt sich mit einem Zwinkern: "Naja, das ist euch gelungen. Vielen Dank."
Max Blick weicht plötzlich von den anderen ab. Angestrengt blickt er rechts an Paolo vorbei: "Was ist eigentlich das da hinten?"
Natalya winkt ab: "Komm hör auf, das hatten wir doch gerade eben erst – von Dir hätte ich das jetzt nicht erwartet."
"Nein, ich mein es ernst. Seht ihr das nicht?" Max zeigt mit ausgestrecktem Finger in die Dunkelheit. Alle richten sich auf und versuchen, irgendetwas zu entdecken. Paolo bittet Thelma etwas flapsig: "England, leuchte mal mit deiner Lampe dahin." „Mein Name ist Thelma, Italien!" Thelma macht trotzdem ihre Lampe an.
Der Schein der Lampe huscht über das Gebüsch hinweg. Irgendetwas scheint sich in den Sträuchern zu befinden. Paolo zieht sofort los: "Kommt, das sehen wir uns mal etwas genauer an."
Ohne eine Antwort abzuwarten, geht er in die Richtung des Lichtscheins: "Kommt schon!"
Etwas widerwillig folgen die anderen Paolo. Zwischen den Sträuchern befindet sich ein vollkommen eingewachsenes Eisentor, und dahinter kann man die dunkle Silhouette einer alten Villa erkennen.
Das ist die Entdeckung ihres Urlaubs. Mitten im Wald finden Paolo, Max, Natalya und Thelma eine alte, verlassene Villa.
Unsicheren Schrittes gehen sie auf Erkundungsreise: Es ist das Paradies! Die alte Villa ist noch fast komplett eingerichtet, aber sicherlich schon seit 50 Jahren unbewohnt.
Sie versprechen einander, dass dieser Ort ihr Geheimnis bleibt.
Wann immer sich eine Gelegenheit bietet, ob bei Tag oder Nacht, treffen sie sich dort. Sie kommen einander näher. Thelma schwärmt für den älteren Paolo. Werden sie ein Liebespaar? Auch Max und Natalya kommen sich näher, aber auf eine andere Weise: freundschaftlich. Sie stehen der Verbindung ihrer Freunde eher kritisch gegenüber.
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