Aufbau

Unsere Haut ist ziemlich komplex aufgebaut. Dabei kann man manche Hautstrukturen sehr einfach erkennen; man muss sich die Haut nur genau ansehen. Andere Hautstrukturen sind dagegen nur unter dem Mikroskop sichtbar.

Wer sich seine Haut einmal näher ansieht, wird feststellen, dass man schon mit bloßem Auge unterschiedliche Strukturen der Haut erkennen kann. Diese äußere, sogenannte makroskopische Struktur der Haut, wird z. B. an unseren Händen bzw. Füßen deutlich.
Die Handinnenflächen und Fußsohlen sind von unbehaarter Leistenhaut bedeckt. Der übrige Körper ist mit der sogenannten Felderhaut bedeckt. Dort wachsen Haare. Diese Unterschiede sind im Erbgut (genetisch) festgelegt.

Unter dem Mikroskop betrachtet kann man dann noch weitere Hautschichten erkennen. Diese feine "innere" Einteilung bezeichnet man als mikroskopische Struktur. Die Feinstruktur der Haut besteht aus verschiedenen Schichten und ist nur unter dem Mikroskop erkennbar. In jeder Schicht befinden sich typische Zellstrukturen, die entsprechende Aufgaben haben.

Von außen nach innen gesehen besteht die Haut, die auch Cutis genannt wird, aus folgenden Schichten: 

  1. der Oberhaut (Epidermis),
  2. der Lederhaut (Corium) und
  3. der Unterhaut (Subcutis). 

Jede einzelne Hautschicht hat eine ihr eigene Struktur. In der Grafik oben kann man erkennen, dass die Haut aus vielen verschiedenen Bestandteilen aufgebaut ist. Zu diesen Bestandteilen zählen zum Beispiel Blutgefäße, Haare, ihre Wurzeln und verschiedene Drüsen wie die Talg- und Schweißdrüsen sowie Nerven. 

 Mehr Infos zu den Hautschichten gibt's hier: Oberhaut, Lederhaut, Unterhaut.

Oberhaut (Epidermis)
 
Die oberste Hautschicht bezeichnet man als Oberhaut oder auch Epidermis. Sie ist die äußerste Grenze zur Außenwelt. Je nach Körperregion ist sie unterschiedlich dick. So kann sie zwischen 0,03 mm und 4 mm dick sein. Auch Alter, Geschlecht und Angewohnheiten haben Einfluss auf die Dicke der Oberhaut. Wer zum Beispiel häufig barfuss läuft, hat eine viel dickere Hornschicht an den Füßen.

Die Oberhaut wird aus den Keratinozyten gebildet. Keratinozyten sind Hornzellen, die den Hornstoff, das sogenannte Keratin, produzieren. Das Keratin ist wasserabweisend und verleiht der Haut Festigkeit.

Die Oberhaut besitzt keine Blutgefäße, Nerven oder Drüsen.

Im untersten Bereich der Oberhaut (Basalschicht) befinden sich die Melanozyten. Das sind Zellen, die den Pigmentstoff Melanin produzieren. Melanin gibt unserer Haut die Farbe und sorgt bei Sonneneinstrahlung für Bräunung und somit Schutz der Haut. So werden UV-Strahlen davon abgehalten, in tiefere Hautschichten einzudringen. Bei zu starker Sonnenbestrahlung können alle in der Oberhaut liegenden Zellen geschädigt und im Verlauf auch bösartig werden.

Lederhaut (Corium)
 
Die Lederhaut ist eine elastische Hautschicht, da sie aus locker verwobenem Bindegewebe besteht. Auch sie kann an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich dick sein. An den Augenlidern ist sie zum Beispiel 0,3 mm dünn, während die Handinnenflächen und Fußsohlen eine Lederhaut von bis zu 2,4 mm Dicke aufweisen.

In der Lederhaut verlaufen sehr feine Blutgefäße, die Kapillaren, die die Oberhaut und die Lederhaut mit Nährstoffen versorgen. Die Kapillaren sind auch für die Temperaturregulation (Kälte und Wärme) des Körpers zuständig. Bei Hitze werden sie erweitert und geben so Wärme ab. Bei Kälte verengen sie sich. Dadurch sorgen sie dafür, dass die vom Organismus produzierte Wärme vor allem im Körperinneren bleibt.

Zusätzlich sind in der Lederhaut noch Haarbläschen, Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen enthalten. Talgdrüsen sind normalerweise je mit einem Haarfollikel verbunden. Nur an Augen, Augenlidern, Lippen etc. kommen Talgdrüsen auch unabhängig von Haarfollikeln vor. Die Fußsohlen und Handinnenflächen haben keine Talgdrüsen. In den Talgdrüsen wird Talg produziert, der das Austrocknen der Haut verhindert und sie geschmeidig macht.
In der Lederhaut befinden sich außerdem noch Schmerzrezeptoren und die Rezeptoren für den Tastsinn.

Unterhaut (Subcutis)
 
Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe, in das wie kleine Kissen Fettpolster eingelagert sind. Ihre Funktion ist die Wärmeisolierung des Körpers. Durchzogen wird diese Schicht von Ausläufern der festen Fasern der Lederhaut. Diese Fasern verbinden die Haut wie Haltebänder mit dem darunterliegenden Gewebe. Je nachdem, wie stark diese Haltebänder entwickelt sind, lässt sich die Haut auf ihrer "Unterlage" verschieben (z. B. auf dem Handrücken) oder nicht verschieben (z. B. unter der Fußsohle). Dies ist abhängig von der Körperregion. Je nach Körperregion folgen der Unterhaut dann Muskulatur, Knochen, Knorpel oder Fett.

Eingelagert in die Unterhaut sind die Endstücke der Haarbälge und der Rezeptoren für Druck und Vibration, die sog. Vater- Pacini- Körperchen.

Die Unterhaut ist nicht am ganzen Körper gleich dick oder dünn. Je nach Ernährungsgewohnheiten sind viele oder wenige Fettzellen eingelagert. Ein Unterhautgewebe ohne Fettzellen gibt es nicht. Dieses Gewebe ist gleichzeitig Kälteschutz, Energiespeicher und Puffer gegen Stöße.

Außerdem werden zur Haut auch die Finger- und Fußnägel und die Kopfhaare gezählt, die Hautanhangsgebilde genannt werden.

  Neben der "normalen" Haut gibt es die sogenannte Schleimhaut. Schleimhäute kleiden das Innere von Hohlorganen aus (z. B. den Darm oder den Mund). Sie sind auch bei den Geschlechtsorganen zu finden. So ist die Deckschicht der männlichen Eichel eine Schleimhaut und die weibliche Vagina ist von einer drüsenlosen Schleimhaut ausgekleidet. Schleimhäute besitzen weder eine Hornschicht noch Haare.