Modul 3: Ekzeme

Ekzeme - Jucken, Brennen und kein Spaß... Da will man sich mal richtig herausputzen und dann passiert das! Die Haut juckt und brennt und man fühlt sich gar nicht mehr wohl. Zum Glück wurde Thelma rechtzeitig gewarnt und hat sich die alten Ohrringe nicht angesteckt... Was sonst noch so hinter der geheimen Tür passiert ist, kannst Du in Episode 3 anhören oder lesen.

Lernmodul Ekzeme
Episode 3
Die geheime Tür
Interaktiv
Den Ekzemen auf der Spur - Das Adventure
Tipps & Infos
Tipps und Informationen zum Thema Ekzeme

 

Episode 3

Die geheime Tür


Nach einem ziemlich anstrengenden Ferientag mit Strandlauf und Volleyballturnier beschließen Natalya, Thelma, Max und Paolo einen ruhigen und gemütlichen Abend an ihrem heimlichen Treffpunkt zu verbringen. Bewaffnet mit Decken, Taschenlampen und Proviant schleichen die Jugendlichen durch den Wald zur alten Villa.

Sie laufen um das verlassene Gebäude herum und wollen wie gewohnt durch das kleine Fenster im ersten Stock einsteigen, als Paolo etwas entdeckt:

"Hey Leute. Seht mal hier! Hinter dem Efeu ist eine Tür. Vielleicht ist die offen."

Max, Natalya und Thelma bleiben stehen und leuchten die efeubewachsene Holztür an, während sich Paolo mutig durch das rankende Gewächs kämpft. Und tatsächlich. Die alte Tür knarrt unüberhörbar, als Paolo sie kraftvoll aufstößt.

"Ha, sag ich's doch. Jetzt müssen wir uns nicht mehr durch das enge Fenster quetschen. Mal sehen, was sich hinter der Tür befindet. Folgt mir!"

Die anderen sehen sich verblüfft an und stecken ihre Köpfe durch den verwachsenen Eingang. Das Licht der Taschenlampen lässt eine schmale Treppe abwärts in Richtung Keller erkennen, die von einer Falltür bedeckt wird. Sie führt in einen Teil der Villa, den die Jugendlichen bisher noch nicht entdeckt haben.

"Sollen wir da echt runter gehen? Die morschen Bretter sehen nicht sonderlich vertrauenswürdig aus!" stellt Max fest.

"Jetzt stell dich nicht so an! Wir gehen am besten langsam und nacheinander. Wollt ihr nicht wissen, was der ehemalige Hausherr noch so alles vor uns verborgen hat? Vielleicht finden wir ja einen Schatz!" entgegnet Paolo.

"Haha ... klar ein Schatz! Du hast wohl zu viele Filme gesehen"

"Genau. Wahrscheinlich finden wir zwischen all den Spinnweben höchstens Kohle und staubige Bücher. Aber wenn du meinst, lass uns runtergehen."

Die beiden Mädchen sind skeptisch, aber sie folgen zögernd. Zusammen mit Max macht Natalya das Schlusslicht; sie weiß nicht, was sie von dieser Idee halten soll.

"Das ist aber ganz schön dunkel hier!" sagt Thelma mit einem leichten Zittern in der Stimme, als sie hinter Paolo die alten Stufen hinuntersteigt.

"Ich leuchte dir den Weg. Stop! Thelma, warte auf mich..." ruft Natalya und folgt den anderen mit schnellem Schritt.

Unten angekommen können sie ihren Augen nicht trauen. Sie stehen in einem alten Arbeitszimmer. Die schmalen Lichtkegel der Taschenlampen beleuchten die alten schmutzigen Bücher, die von Zentimeter dicken Staubschichten bedeckt sind. Auf dem mit Spinnenweben überzogenen Schreibtisch liegt ein altes Notizbuch, mit nahezu unleserlichen Inschriften. An was der Hausherr wohl gearbeitet hat? Neugierig sehen sich die Jugendlichen um.

"Oh seht mal! Ich habe tatsächlich einen Schatz gefunden. Hier in der Schale liegen Ohrringe mit kleinen grünen Steinen. Ob die mir wohl stehen?", fragt Thelma und steckt sich einen der goldenen Schmuckstücke ins Ohr.

"Du kannst die Ohrringe doch nicht einfach wegnehmen – das ist Diebstahl!" Max ist entsetzt.

"Wer hat denn was von Stehlen gesagt? Ich probiere sie doch nur an," stellt Thelma trocken fest, während sie den zweiten Ohrring ansteckt.

"Und? Was meint ihr? Ich kann's tragen, oder?"

Paolo bewundert die edlen Schmuckstücke, während sich Max und Natalya gegenseitig anschauen und die Köpfe schütteln. Sie sehen sich genauer im Arbeitszimmer um.

Hinter Bergen durcheinandergeratener Zettel und riesigen Bücherstapeln entdecken sie eine Urkunde an der Wand, die so verstaubt ist, dass die Schrift nur schwer erkennbar ist. Gerade als Max seinen Ärmel lang zieht, um über die gerahmte Urkunde zu wischen, muss Paolo heftig niesen und befreit unfreiwillig das Bild von seiner Staubschicht.

"Danke, Paolo. Sehr kooperativ", witzelt Max.

"Bi-bi-bitteschööööön", stammelt Paolo und muss erneut niesen.

Schmunzelnd hält Max seinem Freund ein Taschentuch vor die rote Nase:

"Allergisch gegen den Staub, was?"

Er leuchtet die Urkunde an und beginnt zu lesen: "Urkunde für die besonderen Verdienste im Rahmen der Allergologischen Forschung an der Universität von Cannes ... verleihen wir Prof. Dr. Marie Prurit die Ehrendoktorwürde"

"Prurit? Das ist doch Französisch und ha-ha-heißt...Hatschi!"

"Das heißt Hatschi? Unser Forscher ist eine Forscherin und hieß Dr. Hatschi?" fragt Paolo ungläubig, während die Mädchen in schallendes Gelächter ausbrechen.

"Prurit bedeutet Juckreiz auf Französisch", klärt Max die anderen auf. "Haha ... das ist ja noch treffender!" hält sich Natalya den Bauch.

"A propos Jucken. Ich wäre an deiner Stelle vorsichtiger mit fremden Ohrringen, Thelma", sagt Natalya und fügt hinzu: "Meine Freundin hat kürzlich ganz ähnliche Ohrringe aus dem Urlaub mitgebracht – nicht wissend, dass sie eine Nickelallergie hat. Nach einem Tag hatte sie knallrote Ohren und es juckte – Frau Prurit hätte ihre Freude gehabt".

Thelma greift sich intuitiv an ihre Ohren und zögert kurz: "Ach Quatsch – die sind nicht aus Nickel!"

"Aber vielleicht bist du ja auf gestohlene Ohrringe allergisch", meint Max und betont erneut, dass er es nicht gut findet, sich fremdes Eigentum anzustecken.

"Oder vielleicht ist es ein altes Erbstück der Familie Prurit und mit einem Fluch belegt ...", flüstert Thelma mit dunkler Stimme und beschließt, die schönen Ohrringe zumindest für den Aufenthalt in der Villa anzubehalten.

"In welchen Bereichen hat Frau Prurit denn genau geforscht? Was steht da?" runzelt Paolo die Stirn und beugt sich erneut über die Urkunde.

"Allergien und Ekzeme", liest er laut. "Allergien und was? Ekzeme? Was ist denn das? Sind das nicht so Auswüchse?", fragt Thelma.

"Ja, wie deine Ohren bald – also falls du eine Nickelallergie hast wie Natalyas Freundin", entgegnet Max.

"Also, könnt ihr auch mal ernst sein? Ich hab hier noch was gefunden. Auf diesem Zettel steht in Großbuchstaben: Fakten und Mythen über Ekzeme" liest Paolo.

"Hm, aber es fehlt ein Stück vom Papier. Lasst uns mal nachsehen was auf den anderen Notizzetteln steht. Vielleicht können die uns Aufschluss geben ..."

Patsch! Ein fürchterlich lauter Knall lässt alle vier erstarren. „Was war das?“, flüstert Paolo leise.

"Die Falltür, die Falltür an der Treppe, wir stecken fest, ich habe es gewusst, ich HABE ES GEWUSST", jammert Natalya.

Durch das Kellerfenster sehen sie jemanden mit einer Taschenlampe: Der Gestalt nach muss es ein junger Mann sein und er kommt direkt auf sie zu und ruft: "Hallo, ist da wer?"

Paolo sieht keinen Ausweg mehr und antwortet laut: "Ja, hier ist jemand. Keine Diebe, nur vier Jugendliche aus dem Feriencamp. Wir haben nichts getan!"

Der junge Mann öffnet kurze Zeit später die Falltür und steigt die Treppe hinab in das Labor. "Ha, diese Villa, sie ist geradezu magisch – zieht jedes Jahr Jugendliche aus dem Zeltlager an, als ob sie heimlich rufen würde."

Der junge Mann ist nun bei Paolo, Max, Thelma und Natalya unten angekommen, die kleinlaut auf den Boden blicken.

"Nun gut", fährt er fort: "Ich bin Henri, Henri Molé. Mir gehört diese alte Villa, aber ich habe leider kein Geld, sie zu renovieren. Meine Urgroßmutter lebte hier, oder besser: sie forschte hier."

"Ja, wir haben es schon entdeckt. Ist deine, ähm, Ihre Urgroßmutter diese berühmte Professorin?", fragt Max neugierig.

"Ja, das ist richtig", entgegnet der junge Mann: "Aber nun zu euch: Ihr könnt doch nicht einfach hier hereinsteigen: in fremde Häuser und fremde Labore, um anderer Leute Urkunden … und, wie ich sehe, auch Ohrringe zu befingern."

Thelma nimmt rasch die Ohrringe ab und legt sie verlegen zurück auf ihren Platz. Henri sieht sie ernst an: "Sie wären dir bestimmt nicht gut bekommen. Du wärst nicht die erste, die darauf mit einer Nickelallergie reagiert!"

Natlya blickt siegessicher in die Runde – da hatte sie ja den richtigen Riecher!

"Oha", Paolo scheint sich vom Schreck allmählich erholt zu haben und mischt sich wieder ein: "Da tritt aber einer ganz gewaltig in die Fußstapfen von der lieben Uroma, was?"

Henri nickt: "Ja, ich versuche es zumindest. Ich studiere hier ganz in der Nähe Medizin, an der Uni in Montpellier. Aber jetzt schaut, dass ihr zurückkommt. Ich drücke noch mal ein Auge zu! Und ... die Veranda dürft ihr gerne weiter nutzen".

Interaktiv

Den Ekzemen auf der Spur - Das Adventure

Max ist sich sicher: Das Labor unten in der alten Villa war tatsächlich endlich mal ein Abenteuer. Weder Natalyas innere Gruselgeschichte noch die Sache mit dem "Stranddieb" haben so einen bleibenden Eindruck in seinem Kopf und so viele Ideen hinterlassen wie die geheimnisvolle Tür und die alten wissenschaftlichen Utensilien der Madame Prurit. "Man könnte eine Art Fantasie- und Rätselgeschichte daraus machen.", überlegt Max – "...ähnlich wie in Computerspielen...".

Max sieht es deutlich vor sich: die alten schmutzigen Bücher, die von Zentimeter dicken Staubschichten bedeckt sind; den mit Spinnenweben überzogenen Schreibtisch und das alte Notizbuch mit nahezu unleserlichen Inschriften; die Berge durcheinandergeratener Zettel und riesigen Bücherstapeln; die Urkunde an der Wand, die so verstaubt ist, dass die Schrift nur schwer erkennbar ist.

Eine ideale Situation für Rätsel über die Mythen und Irrtümer in der Medizin! Habt Ihr auch Lust auf ein paar Rätsel im geheimnisvollen Keller von Madame Prurit?


Auf geht's!
Begleitet Max und seine Freunde in das alte Arbeitszimmer. Schlüpft in ihre Rollen und helft ihnen dabei, ein Mittel gegen Ekzeme zu finden. Viel Spaß dabei!

Solltet ihr nicht mehr weiterkommen, dann könnt ihr durch einen Klick auf das Fragezeichen-Symbol (rechts oben in der Inventarbox) die Hilfefunktion öffnen. 

    Das Adventure öffnet sich in einem neuen Fenster. Ihr könnt also immer zwischen dieser Seite und dem Adventure wechseln. Hier geht es zum Adventure!

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    Alles klar? Wenn nicht, könnt Ihr Euch nebenbei hilfreiche Tipps und Infos zum Thema Ekzeme durchlesen. Damit ist alles ganz einfach. Auch die Tipps & Infos öffnen sich in einem neuen Fenster damit Ihr immer alles im Blick habt.
Hier geht es zu den Tipps & Infos zum Thema Ekzeme!

 

 

Tipps & Infos

  Trockene Hautstellen kennt jeder von uns. Das ist normal; und oft erholt sich die Haut schnell. Deshalb beachtet man solche Veränderungen kaum. Aber manchmal kommt es sehr häufig oder dauerhaft zu derartigen Hautveränderungen, dass diese uns stören und einschränken. Diese Hauterscheinungen können zu sogenannten Ekzemen führen.

Ekzeme sind aber mehr als trockene Haut. Ekzeme sind Entzündungen der Haut, bei denen Juckreiz, Bläschen, feine Risse in der Haut und auch Hautverdickungen auftreten können. Klar, dass so etwas lästig und störend ist. Außerdem kann das auch wichtige Entscheidungen wie die Berufswahl oder persönliche Kontakte wesentlich beeinflussen.

Mehr Infos gibt's hier: Definition und Folgen.

Bei vielen Menschen steckt hinter Ekzemen eine angeborene Veranlagung; die Neigung zu Ekzemen liegen sozusagen in der Familie. Ekzeme können aber auch andere äußere und innere Einflüsse haben. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Stoffe, mit denen man in Berührung kommt oder auch einfach Unwohlsein.

  Mehr Infos gibt's hier: Entstehung und Mythen

Niemand ist Ekzemen hilflos ausgeliefert, sondern jeder kann eine ganze Menge unternehmen, um solche Beschwerden zu vermeiden oder so gering als möglich zu halten. Die beste Voraussetzung dafür, ist, dass man über die Ursachen und die Behandlung von Ekzemen Bescheid weiß. Dabei spielen die Meidung von Reizfaktoren oder Allergieauslösern, eine optimale Hautpflege und Hautschutz, aber auch die gezielte Behandlung mit verschiedenen Medikamenten eine wichtige Rolle.

Mehr Infos gibt's hier: Schutz und Behandlung


Definition

Viele können sich unter dem Ausdruck "Ekzem" nichts Genaues vorstellen. Und das obwohl weltweit viele Menschen jeden Alters an Ekzemen leiden. Was ist denn nun ein Ekzem?

Am häufigsten wird mit Ekzemen trockene Haut und Juckreiz in Verbindung gebracht. Ekzeme können aber ganz unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Diese sind im Infokasten beschrieben. 

    Ekzeme sind Entzündungen der oberen Hautschichten. Diese Entzündungen führen zur Entstehung kleiner Bläschen. Diese Bläschen sind als rote Punkte zu erkennen und jucken meist. Wenn die Bläschen aufplatzen oder aufgekratzt werden, tritt klare Flüssigkeit (sogenannte Gewebsflüssigkeit) aus. Übrig bleibt dann trockene Haut, die sich stark schuppt.  

Wer die eigene Haut einmal genau betrachtet, wird wahrscheinlich auch Stellen entdecken können, die trocken oder schuppig sind, die jucken oder brennen. Es handelt sich oft um "Mini-Ekzeme", die uns nicht sehr stören. Lästig werden Ekzeme erst, wenn größere Hautflächen betroffen sind.

Wer sich einmal näher ansehen möchte, wie ein Ekzem nun genau aussieht, kann das hier machen. Fahrt einfach mit der Maus über die Bilder.

Ekzeme können an allen Körperstellen auftreten: An den Armen, den Beinen, dem Rücken oder auch im Gesicht. Oft sind aber die Hände von Ekzemen betroffen, da die Haut dort besonders vielen Belastungen ausgesetzt ist (Hände waschen, Frühstück, Besteck, Fahrradgriff, Papier etc.).

Folgen

Ein leichter Juckreiz am Ohrläppchen wird meist kaum beachtet. Geschwollene, nässende und stark juckende Hände dagegen sind gar nicht mehr so angenehm. Ob Ekzeme von einer Person als lästig wahrgenommen werden, hängt meist davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden (Stärke, Dauer) sind.

Ekzeme können an allen Hautstellen auftreten und lösen an allen Körperstellen unangenehme Beschwerden aus. An Körperstellen, die von jedem zu sehen sind wie zum Beispiel das Gesicht oder die wir im Alltag oft gebrauchen (Hände), werden Ekzeme oft als besonders einschränkend empfunden.

Hier sind zur Veranschaulichung Bilder von Ekzemen an verschiedenen Körperstellen:
 

Ekzeme an den Händen sind besonders unangenehm.Wir brauchen gerade unsere Hände, um unsere Umwelt zu „begreifen“. Außerdem können wir die Hände nur schlecht verstecken uns jeder kann die veränderten Hautstellen sehen. Mehr dazu...

Ekzeme an den Händen

Wenn die Haut an den Händen geschwollen, gereizt oder verdickt und rissig ist, dann können die darunter liegenden Hautnerven Berührungssignale nur verändert oder gar nicht aufnehmen. Das ist, als ob eine Schicht trockene Erde an den Handflächen klebt. Man kann weder die Finger gut bewegen, weil die trockene Schicht nicht elastisch ist, noch kann man Gegenstände gut fühlen. 

Oft wird auch bei stark veränderter Haut der Hautkontakt, oft unbegründet, mit anderen vermieden. Denn bei Berührung (z.B. Händeschütteln) fühlt sich trockene Haut wie ein Reibeisen an. 

 

 

Entstehung

Von morgens bis abends hat es die menschliche Haut mit ganz unterschiedlichen Einflüssen zu tun. Sie verarbeitet verschiedene Reize von außen wie Hitze, Kälte, Schmutz oder andere Stoffe. Sie muss aber auch mit vielen inneren Einflüssen wie zum Beispiel Trauer, Angst oder Krankheiten fertig werden.

Jeder Mensch reagiert ganz individuell auf diese inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) Reize, die auf die Haut einwirken. Je nachdem wie die Haut bestimmte Reize verträgt und je nach der persönlichen Veranlagung können unter bestimmten Umständen Ekzeme entstehen.

Innere (oder auch endogene) Auslösefaktoren

Wie unsere Haut sich fühlt, ob sie krank ist oder gesund, hängt unter anderem mit Abläufen zusammen, sie sich innerhalb unserers Körpers abspielen. Das gilt auch für die Entstehung von Ekzemen.
Diese kann zum Beispiel durch die Erbanlagen beeinflusst werden also in der Familie liegen. Sie kann aber auch durch unser Wohlbefinden (zum Beispiel Angst oder Nervosität) oder eine Krankheit wie eine Grippe unterstützt werden.

Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, lies einfach in den jeweiligen Unterabschnitten weiter.

 

 Veranlagung. Mehr...

Bei der Entstehung von Ekzemen spielen die angeborenen Reaktionsmöglichkeiten der Haut auf verschiedene Ekzemauslöser eine wichtige Rolle.

Die Neigung zu Ekzemen kann beispielsweise angeboren (also genetisch veranlagt) sein, also in der Familie liegen. Das wird auch als Atopie bezeichnet. Ekzeme, die aus diesem Grund  entstehen, nennt man deshalb auch atopische Ekzeme.

Viele werden auch die Bezeichnung "Neurodermitis" kennen, die nur einen anderen Begriff für atopisches Ekzem darstellt. Neurodermitis ist die häufigste Ekzemform.

Übrigens: Nur weil jemand auf Grund seiner Gene die Neigung zu Ekzemen hat, bedeutet das nicht, dass er oder sie automatisch Neurodermitis bekommt, wenn beispielsweise die Mutter diese hat.

Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Die Neurodermitis ist eine besondere angeborene Form von Ekzem, bei der oft ganz spezielle Auslöser von Bedeutung sind, die bei anderen Ekzemtypen keine wichtige Rolle spielen.

Neurodermitis juckt oft stark und verläuft meist in Schüben. Davon kommt auch ihr Name, denn Neuron kommt aus dem Griechischen und heißt "Nerv", Dermatitis kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet "Entzündung der Haut". Die Nerven spielen dabei eine doppelte Rolle: einerseits wird das Jucken (genau wie auch der Schmerz) über Nerven an unser Gehirn gemeldet. Zum anderen hat das Nervensystem auch viel mit unserer Psyche zu tun.

Bei Neurodermitis können alle Hautstellen und in jedem Alter betroffen sein. Bei den Entzündungsreaktionen handelt es sich meist nicht um eine Allergie. Oft sind ganz andere Ursachen schuld.

Allein vom Aussehen her lässt sich eine Neurodermitis nicht sicher von anderen Ekzemen (wie z.B. dem allergischen Kontaktekzem oder dem subtoxisch-kumulativen Kontaktekzem) unterscheiden.

körperliches und seelisches Wohlbefinden. Mehr...
Viele im Körper stattfindende Abläufe haben auf die Hautbeschaffenheit und damit auch diese Abläufe großen Einfluss.

Dies können sowohl Regelkreisläufe wie der Menstruationszyklus bei Mädchen und der damit verbundene Hormonhaushalt, Entwicklungen wie das Älterwerden mit zunehmendem Verlust an Geschmeidigkeit der Haut als auch Einzelereignisse wie Infekte und Stress sein. All diese Komponenten führen zur Freisetzung verschiedener Stoffe im Körper, die über die Adern auch in die Haut gelangen und dort zu Reaktionen führen können.

Von wesentlicher Bedeutung können diese inneren Auslösefaktoren für den Verlauf einer Neurodermitis sein. Mehr dazu hier.

Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Psyche

Eine wesentliche Auslöserolle bei der Neurodermitis haben innere (endogene) Faktoren. Und von denen wiederum ist die Psyche ein sehr wichtiger Faktor: also unser seelisches Wohl- oder Missbefinden. Psyche und Neurodermitis können sich wie in einer Art "Teufelskreis" beeinflussen.

Auswirkungen der Psyche auf die Neurodermitis

Jede Art von psychischem "Stress" kann sich verschlechternd auf die Haut auswirken. Trennungsschmerz und Heimweh, Aufregung vor einer Prüfung, ein Vorstellungsgespräch bei einem Arbeitgeber, Streit mit anderen – all das kann eine Neurodermitis schlagartig zum Jucken bringen.
Es spielen aber nicht nur negative Stressbelastungen eine Rolle. Auch überströmende Freude kann den Hautzustand verschlechtern. Diese Reaktionen sind über Einflüsse des Nervensystems auf das Immunsystem zu erklären, das eine verstärkten Entzündungsaktivität in der Haut auslöst.

Rückwirkungen der Neurodermitis auf die Psyche

So wie die Neurodermitis von unserer Psyche beeinflusst wird, kann auch die Neurodermitis auf unsere Psyche wirken. Bei einem akuten Schub werden in der Haut Entzündungsstoffe (Mediatoren) freigesetzt, die über den Blutweg ins Zentralnervensystem (Gehirn, Rückenmark) gelangen. Im akuten Schub sind viele "Neurodermitiker" daher oft besonders gereizt, unleidig und unruhig.

Die Unruhe und das Nichtschlafenkönnen bei starkem Juckreiz führen oft zu Schlafmangel beim Betroffenen. Dadurch nimmt die Reizempfindlichkeit zu und die Belastbarkeitsschwelle sinkt: Bereits bei Kleinigkeiten können so Spannungen entstehen, welche zusätzlich Stress erzeugen und den negativen Verlauf noch weiter verschlechtern. Durch den mangelnden Schlaf kann auch die Konzentrationsfähigkeit in der Schule oder im Beruf leiden und die Leistungen sinken ab, was wiederum neuen Konfliktstoff bietet.

Auch haben Veränderungen an den sichtbaren Hautpartien, besonders im Gesicht, manchmal unschöne Auswirkungen. Die neugierige, erstaunte oder mitleidige Reaktion der Umwelt führt bei vielen Betroffenen zu einem sozialen Rückzug. Auch der tägliche Blick in den Spiegel kann belasten, wenn sichtbare Körperstellen betroffen sind. Die Mitmenschen halten einen dann oft für introvertiert, zurückgezogen und wenig kontaktfreudig. Diese psychischen Auffälligkeiten haben aber nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun, sondern sind die Folge und nicht Ursache einer Neurodermitis. Die Neurodermitis geht einem im wahrsten Sinne des Wortes "tierisch auf die Nerven".

 
Äußere (oder exogene) Auslösefaktoren

Die Haut wird außerdem von äußeren Faktoren beeinflusst, die ebenfalls Ekzeme hervorrufen können. Dazu zählen neben dem Klima (Hitze, Kälte, trocken und feuchte Luft) vor allem unterschiedliche Stoffe aus unserer Umwelt, mit denen die Haut in Kontakt kommen kann.
Man unterscheidet dabei (stark) hautreizende Stoffe - sogenannte Irritantien - oder Allergene, also Stoffe, die Allergien auslösen.

Mehr Informationen dazu erhältst du in den einzelnen Unterabschnitten.

Hautreizende Stoffe. Mehr...

Unsere Haut ist von außen ständig neuen Herausforderungen ausgesetzt. So kann sie bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten mit Substanzen in Kontakt kommen, die entweder ziemlich schnell oder erst nach einer gewissen Zeit die Haut schädigen und Ekzeme auslösen können.

Solche hautreizenden oder -austrocknenden Substanzen können unterschiedlich stark auf die Haut wirken. So gibt es stark hautreizende Stoffe wie zum Beispiel Chemikalien wie Säuren oder Lösungsmittel oder und "nur" reizende Stoffe wie Shampoos, Seifen oder sogar zu viel Wasser.  
Je nachdem wie stark ein Stoff die Haut reizen kann, unterscheidet man zwischen dem subtoxisch-kumulativen Ekzem oder dem akut toxischen Ekzem.

subtoxisch-kumulatives Ekzem (irritatives Kontaktekzem)

Das subtoxisch-kumulative Kontaktekzem oder auch irritative Kontaktekzem kommt zustande, wenn die Haut andauernd durch aggressive Substanzen gereizt wird.

Subtoxisch bedeutet dabei, dass die Substanz nicht stark hautreizend (toxisch), sondern nur etwas hautreizend (subtoxisch) ist. Kumulativ bedeutet "anhäufend" und soll aussagen, dass der häufige Kontakt zu einem Ekzem führt.

Das subtoxisch-kumulative Ekzem entsteht also, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum immer wieder mit einem reizenden Stoff in Kontakt kommt. Dann hat die Haut irgendwann genug; sie ist gereizt oder abgenutzt; ein Ekzem entsteht.

Die wichtigsten Auslöser eines solchen Kontaktekzems sind Wasser, Seifen, Shampoos, Reinigungsmittel, Säuren, Laugen, Lösungsmittel. Eine mechanische Hautreizung wie zum Beispiel Scheuern kann eine Hautschädigung auch verstärken.

Von einem solchen Ekzem sind vor allem Personen betroffen, die regelmäßig mit hautreizenden Substanzen umgehen, beispielsweise im Haushalt, im medizinischen Bereich durch häufiges Händewaschen oder bei Friseuren.

Weil Ekzeme aufgrund des Aussehens oft nicht sicher einer Gruppe zugeordnet werden können, muss manchmal ein Allergietest durchgeführt werden, um auszuschließen, dass das Ekzem nicht allergisch bedingt ist. Zusätzlich kann über einen Hautbelastungstest, bei dem eine gering reizende Substanz auf die Haut gebracht wird, die Belastbarkeit der Haut festgestellt werden.

Die Behandlung eines solchen subtoxisch-kumulativen Ekzems besteht vor allem darin, dass der Kontakt mit den reizenden Substanzen eingeschränkt oder (zum Beispiel durch das Tregen von Handschuhen) vermieden wird sowie einer sorgfältigen Hautpflege.

Akut toxisches Ekzem

Das sogenannte akut toxische Ekzem kann entstehen, wenn man mit ganz bestimmten aggressiven Substanzen in Berührung kommt.

Zu solchen sehr stark hautreizenden (also toxischen) Substanzen gehören zum Beispiel Chemikalien, Laugen, Säuren oder Verdünnungen. Das Ekzem heißt vor allem auch deswegen AKUT toxisches Ekzem, da die schädliche Wirkung der genannten Stoffe schon kurze Zeit nach dem Kontakt mit der Haut auftritt.

Ein solches akut toxisches Ekzem kommt vor allem bei Menschen vor, die mit toxischen Substanzen in Berührung kommen. Das geschieht meist bei der Arbeit - zum Beispiel in einem Chemieunternehmen. Das kann aber auch im Unterricht zum Beispiel im Chemielabor geschehen, wenn die Person sich nicht vor dem Kontakt mit solchen Mittel schützt. Das kann sie zum Beispiel mit Handschuhen tun.

Bei einem akut toxischen Kontaktekzem weiß man eigentlich genau, wo dieses her kommt. Am besten merkt man sich dann das Mittel mit dem man in Kontakt gekommen ist und geht so schnell wie möglich zu einem Arzt. Der kann dann helfen.
Am besten ist es aber immer genau aufzupassen mit welchen Substanzen man es zu tun hat. Warnsignale sollte man auf alles Fälle beachten und Schutzmaßnahmen treffen.

Stark Hautreizenden Stoffe sind in der Regel gekennzeichnet. Dafür werden bestimmte Symbole verwendet. Wer diese auf irgend einer Flasche finden sollte, sollte ganz genau aufpassen! Am besten lässt man die Finger davon. 

Im Januar 2009 wurden diese Symbole weltweit vereinheitlicht. Die alten findet ihr in der oberen Reihe. Die neuen sind darunter dargestellt. Ab Dezember 2010 dürfen nur noch die neuen verwendet werden.

irritativ/reizend ätzend giftig
     
 
Vorsicht ätzend giftig


 

 Allergien. Mehr...

Allergien

Einen besonderen Einflussfaktor auf die Haut stellen Allergien dar. Allergien haben in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen.

Allergien sind Reaktionen der Haut auf natürliche (Pollen, Katze, Latex) oder künstliche Stoffe (Haarfärbung, Seife), die vom Immunsystem als Angreifer angesehen werden.
Sobald das Immunsystem der Haut Kontakt mit dem als fremd eingestuften Stoff aufgenommen hat (z.B. durch Einsetzen eines Ohrrings), wird eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der als Abwehr gegen diesen Stoff eine Rötung und Schwellung entsteht.

Allergien werden nicht vererbt, lediglich das höhere Risiko, im Laufe des Lebens Allergien zu bekommen, und die dann ablaufende Kettenreaktion sind angeboren. Allergien werden also immer im Laufe des Lebens vom Körper "gelernt".

Es gibt auch eine Ekzemform, die eine allergische Reaktion ist: das sogenannte allergische Kontaktekzem.

   

Wissenschaftler unterscheiden übrigens zwischen der Soforttypreaktion und der Spättypreaktion. Die Namen zeigen an, dass die Beschwerden bei der Soforttypreaktion sofort nach Allergenkontakt (z.B. bei Heuschnupfen) bzw. bei der Spättypreaktion erst einige Tage nach Kontakt auftreten.

Allergische Sofortreaktion (Typ I-Allergie)

Die allergische Sofortreaktion (Typ I-Allergie) ist der Prototyp der allergischen Reaktion. Sie tritt Sekunden bis Minuten nach dem Allergenkontakt auf.

Typische Beispiele dafür sind der Heuschnupfen (Nasenlaufen), das allergische Asthma (Luftnot, Husten) oder ein allergischer Schock z.B. nach einem Insektenstich.

Die häufigsten Allergieauslöser bei Soforttypallergien sind Gräser- und Birkenpollen, Hausstaubmilben, Schimmel oder auch Katzen(haare).

Typ I-Reaktionen lassen sich durch einen Tröpfchentest (Pricktest), Blutuntersuchungen und eine genaue Besprechung der Vorgeschichte ermitteln. Bei Pricktest wird der vermutete Allergieauslöser als kleiner Flüssigkeitstropfen auf die Haut gebracht und diese dann ganz leicht angepiekst ("Prick"). Nach 20 Minuten kann die Reaktion kontrolliert werden.

Allergische Spättypreaktion (Typ IV-Allergie)

Die allergische Spättypreaktion (Typ IV-Allergie) ist die Ursache für Kontaktallergien der Haut.

Dabei reagiert die Haut auf Stoffe, die entweder direkt Kontakt zur Haut bekommen (z.B. gegen Nickel in Schmuck, Kosmetika), durch die Luft an die Haut gebracht werden (Parfüms, Duftstoffe, Lösungsmittel) oder nach Einnahme über den Blutweg in die Haut gelangen (Medikamente).

Die Typ IV-Allergie hat eine Anlaufszeit von Stunden bis Tagen.

Typ IV-Allergien werden mit dem sogenannten Läppchentest (Epikutantest) ermittelt. Dabei werden in ganz niedrigen Konzentrationen alle verdächtigen Auslösesubstanzen mit einem Pflaster für 2 Tage auf dem Rücken fixiert. Nach 2 und 3 Tagen wird dann kontrolliert, ob ein Ekzem entstanden ist.

Allergisches Kontaktekzem

Das allergische Kontaktekzem ist das Ergebnis einer Typ-IV-Allergie bzw. einer allergischen Spättypreaktion.

Dazu müssen an der Reaktion beteiligte Immunzellen zunächst mindestens einmal Kontakt mit dem jeweiligen Stoff gehabt haben. Bei der Allergieentwicklung (Sensibilisierung) speichern bestimmte Immunzellen die "Daten" des Stoffes ab und stufen den Stoff als Gefahr für den Körper ein.

Kommt es nach dieser Sensibilisierung erneut zu einem Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz, so wird dieser Stoff aufgrund der gespeicherten Information erkannt, und die Abwehrreaktion wird eingeleitet.

Die Folge ist ein allergisches Kontaktekzem mit Rötung, Bläschen und Juckreiz. Eine solche Allergie entwickelt sich in der Regel im Verlauf von Jahren. Eine Sensibilisierung ist jedoch in Ausnahmefällen auch innerhalb von sieben bis zehn Tagen möglich. Der "Datenspeicher" wird übrigens lebenslang nicht mehr gelöscht, die Allergie bleibt das ganze Leben bestehen.

Die häufigsten Allergieauslöser für allergische Kontaktekzeme sind:
Metalle (insbesondere Nickel, das häufig in Modeschmuck, Metallknöpfen, Gürtelschnallen, Ösen u.a. enthalten ist, daneben Kobalt und Kaliumdichromat),
Hilfsstoffe, die bei der Gummiherstellung verwendet werden,
Kosmetika (z.B. Duftstoffe, Hilfsstoffe),
Medikamente,
Desinfektionsmittel (z.B. Formaldehyd),
Epoxid-Harze (eingesetzt z.B. in der Kunststoff- und Elektroindustrie).

Nach dem Beginn der beruflichen Tätigkeit spielen berufsbezogene Stoffe eine große Rolle. Bei Kindern und Jugendlichen werden zunehmend häufiger Kontaktallergien auf Henna-Tattoos zum Problem. Der Auslöser ist dabei aber nicht das Henna selbst, sondern das zur Steigerung der Farbintensität und Haltbarkeit zugesetzte Paraphenylendiamin (PPD), eine chemische Farbsubstanz, die dem Henna oft beigemischt wird.
 

 

Mythen

  Je weniger wir über bestimmte Erkrankungen wissen, umso unsicherer sind wir im Umgang damit. Daher gibt es leider viele Gerüchte über Ekzeme, die meist nicht stimmen:

Ekzeme sind nicht ansteckend. Sie können nicht von einer kranken Körperstelle (z.B. den Händen) auf eine gesunde Körperstelle (z.B. das Gesicht) übertragen werden, wenn man dort hinfasst. Zudem kann man sich auch nicht bei anderen Menschen mit Ekzemen anstecken, wenn man ihnen die Hand gibt. Wer ein Ekzem hat, kann das auch nicht an andere weitergeben.

Auch mangelnde Körperpflege ist meist nicht schuld an Ekzemen, sondern nicht selten zu intensive oder falsche Hautpflege. Denn der häufige Wasserkontakt trocknet die Haut aus, selbst wenn wir zusätzlich ölige Bade- oder Duschzusätze benutzen.

Außerdem sind Ekzeme nicht zwangsläufig eine Dauererkrankung, die man nicht mehr los wird. Die Veranlagung für trockene Haut bleibt zwar lebenslang erhalten, aber oft verschwinden die Ekzeme im Lauf des Lebens wieder oder treten nur in bestimmten Situationen und/oder an bestimmten Körperstellen auf.

Das Essen spielt bei Jugendlichen und Erwachsenen nur selten eine große Rolle bei der Ekzementstehung. Bei Menschen, die gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren, müssen die ermittelten Auslöser in Zukunft gemieden werden.

Schutz und Behandlung

Ekzeme haben meistens einen ziemlich wechselhaften Verlauf und bestehen nur in seltenen Fällen dauerhaft ohne zwischenzeitliche Abheilung. Sie treten also in sogenannten Schüben auf.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Auftreten von Ekzemen zu verhindern oder die Beschwerden so gering wie möglich zu halten. Dazu kann jeder selbst eine Menge beitragen.

Die Auswahl der Maßnahmen richtet sich dabei einerseits nach der Ursache und den Auslösern, andererseits nach den bestehenden Beschwerden. Wer ein Ekzem hat oder seine Haut davor schützen möchte, hat dazu viele verschiedene Möglichkeiten. Am besten ist es, diese zu kombinieren.

Diese Tipps können helfen:

 Am besten mögliche oder schon bekannte Reizfaktoren meiden. Mehr...
Wichtig ist die Vermeidung intensiver Reizfaktoren. In den meisten Fällen merkt man bald, welche Einflüsse die Haut trockener machen.

Die häufigste Ursache ist der wiederholte Wasserkontakt (Waschen, Duschen). Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht mehr waschen darf. Aber oft kann die Häufigkeit des Wasserkontaktes verringert werden oder, wenn dies nicht möglich ist, ein pflegender Waschzusatz verwendet werden. Außerdem sollte der Wasserkontakt möglichst kurz dauern. Deswegen ist Duschen oft besser geeignet als Baden.
Die eingesetzten Zusätze sollten auf die natürliche Hautsituation abgestimmt sein. So sollten nur Seifen verwendet werden, die dem Säurewert der Haut entsprechen (pH-neutrale Seifen). Dadurch wird eine zusätzliche Schädigung der Säureschutzschicht der Haut vermieden.

Wenn allergische Auslöser bekannt sind (z.B. Modeschmuck), sollten diese möglichst gemieden werden. Bei vielen Auslösern ist das möglich, bei einigen ist professionelle Unterstützung (Arzt, Ernährungsberatung) notwendig, damit dies gelingt.

 Die Haut zum Schutz oder zur Behandlung richtig reinigen und pflegen. Mehr...
Egal, ob man sich vor Ekzemen schützen möchte oder schon daran leidet: Mit der richtigen Hautreinigung und -pflege kann jeder selbst eine Menge dazu beitragen, um die Entstehung von Ekzemen zu verhindern oder bestehende Ekzeme und damit verbundene Beschwerden zu lindern.

Da intensiver Kontakt mit Wasser die Haut austrocknen und zu Ekzemen führen kann, sollte zum Beispiel langer Wasserkontakt (z.B. Baden länger als 15 Minuten) eher vermieden werden; besser sind kurze Wasseranwendungen (Duschen).

Leicht pflegende, rückfettende Zusatzkomponenten mildern die durch das Wasser hervorgerufene Austrocknung ab.

Insgesamt sollten möglichst wenige Inhaltsstoffe in den verwendeten Pflegeprodukten enthalten sein, um das Risiko für das Auftreten von Allergien und Reizungen durch solche Stoffe herabzusetzen.

Zur Hautreinigung eignen sich milde Reinigungsmittel, sogenannte Syndets, am besten. Diese sollten hautneutral sein, d. h. dem pH-Wert der Haut von 5,5 in etwa entsprechen, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören.

Wichtig bei der Hautpflege ist das persönliche Wohlbefinden. Wenn man also Hautpflegeprodukte anwendet, dann sollte man das als angenehm empfinden und auch eine Entspannung der Beschwerden (Trockenheit, Juckreiz) bemerken.

Die Art der Pflegeprodukte (besonders der Fettigkeitsgrad) richtet sich nach dem momentanen Hautzustand. Im Sommer und bei Hitze sind fette Salben eher unangenehm; die Haut fühlt sich dann klebrig und "zugekleistert" an. Im Winter bei trockener Heizluft dagegen

 Mit aufgetretenen Ekzemen richtig umgehen. Mehr...
Ist es trotzdem zu Ekzemen gekommen, können verschiedene Mittel und Wirkstoffe zur Beruhigung der Haut eingesetzt werden.

Nässende Ekzeme werden zum Beispiel mit sehr flüssigen Cremes (Lotionen, Lösungen)  behandelt. Das kühlt angenehm, nimmt den Juckreiz und bringt die Bildung von Bläschen und die Ausscheidung von Gewebswasser zum Stillstand.

Bei trockenen Ekzemen verwendet man eher fettige Cremes (Salben). Sie machen die Haut geschmeidig und elastischer.
Verschiedene Wirkstoffe, die den Cremes und Salben zugemischt werden, helfen außerdem.

Man sollte übrigens nicht nur auf eine kurzfristige sondern eine langfristige Wirkung achten: So kühlt zwar kaltes Wasser für den Moment und nimmt den Juckreiz, trocknet aber die Haut noch stärker aus. Die Beschwerden werden also nur kurz verringert und sind später noch heftiger.
 Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Mehr...
Ekzeme sind eine Hauterkrankung. Oft heilen leichte Ekzeme ohne zusätzliche Hilfestellung und Maßnahmen ab. Bei länger bestehenden oder häufiger auftretenden Ekzemen sollte man aber zu einem Arzt gehen.

Wichtig bei der Klärung der Ursachen ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem man zusammen (fast wie Detektive) Anhaltspunkte sammelt, die eine/n auf die richtige Fährte bringen.

Wenn ein Verdacht auf bestimmte Auslöser besteht, können gezielt Untersuchungen durchgeführt werden.
Lassen sich dabei dann einzelne Auslöser nachweisen, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden und man weiß, wie man im Alltag damit umgehen kann.

Wenn die Vermeidung von Auslösern allein nicht ausreicht, gibt es eine ganze Menge von unterstützenden Behandlungen, die zu einer schnellen Abheilung führen können. Auch diese werden ganz persönlich mit euch zusammen auf euch und eure Haut angepasst.

 Das lieber nicht tun: Kratzen. Mehr...
Man sollte bei Juckreiz auch möglichst nicht kratzen; zwar lässt durch den Schmerzreiz das Jucken kurzzeitig nach, aber später bereiten die aufgekratzten Ekzeme noch mehr Probleme.

Besser ist es, auf die juckenden Stellen leicht mit der flachen Hand zu klopfen oder zu drücken. Feuchte Umschläge, die anfangs ebenfalls gut den Juckreiz nehmen, sollten wegen der Austrocknungsgefahr nur auf der vorher eingecremten Haut erfolgen. Dadurch wird die Austrocknung verhindert. Hitze verstärkt oft den Juckreiz.

 Ein bisschen Geduld haben. Mehr...
Geduld mitbringen ist ziemlich wichtig.

Ekzeme können ganz schön nervig sein, weil sie oft auch unvermittelt und ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Es treten dann sehr schnell sichtbare und spürbare Hautveränderungen auf. Die Abheilung selbst zieht sich aber wie ein Kaugummi in die Länge. Das ist eine harte Geduldsprobe. Wichtig ist dabei, die Gegenmaßnahmen konsequent durchzuführen. Nur so kann eine langfristige Abheilung erzielt werden.

 Sich nicht unterkriegen lassen, sondern zum Profi werden. Mehr...
Zum Profi werden! Ekzeme treten bei vielen Menschen im Laufe des Lebens auf. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken.

Man kann selbst viel zur Vermeidung von Ekzemen beitragen; und selbst, wenn sie auftreten, kann man mit den verschiedenen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen gut mit der Situation zurecht kommen. Viele Menschen, die immer wieder Ekzeme entwickeln, werden zu "Profis" im Umgang mit ihrer Haut und können viele Gegenmaßnahmen selbst einleiten und abstimmen. Außerdem gibt es viele Informationsangebote – man muss nur wissen, wo sie zu finden sind.