Lernen

Deine Haut: Hast du dir über sie schon einmal Gedanken gemacht? Nein? Solltest du aber. Schließlich ist sie dein größtes Organ. Sie besitzt zahlreiche wichtige Eigenschaften: Sie schützt dich. Sie kleidet dich. Über sie kannst du Berührungen fühlen. Ziemlich vielseitig, oder?

Die Haut kann gute und schlechte Zeiten haben: Sie kann sich samtweich anfühlen und frisch aussehen; und manchmal spielt sie einfach nicht so mit, wie man es sich wünscht.

Akne zum Beispiel; eine ganz schön nervige Angelegenheit, bei der man sich oftmals verkriechen möchte. Oder ein Sonnenbrand. Der kann schmerzhaft sein; und das, obwohl das Sonnenbad vorher so schön war. Manchmal verträgt man etwas einfach nicht - wie Schmuck. Dann ist die Haut gereizt, juckt und brennt. Ekzem nennt man das. Und da gibt es die "schönste Sache der Welt". Auch sie kann unangenehm werden: sexuell übertragbare Krankheit (STD) sind kein Spaß.

Hört sich nicht so gut an. Aber aufgepasst! Du kannst selbst Einiges tun, um das in den Griff zu bekommen oder ganz zu vermeiden. Du musst nur wissen wie...
Genau das erfährst du in den Lernmodulen zu Akne, Sonne, Ekzemen und sexuell übertragbaren Erkrankungen. Neugierig? Klick dich einfach weiter und leg' los!

Überblick

Einstieg
  Das Feriencamp - Die Geschichte
 
Modul 1: Akne
Episode 1:
Jedem seine Gruselgeschichte
  Interaktiv:
Deine Haut im Griff? Der ultimative Akne-Test!
  Tipps & Infos
zum Thema Akne
 
                 
Modul 2: Sonne
Episode 2:
Stranddiebe und
Rothäute
  Interaktiv:
Fit für den Sommer? Das virtuelle Sonnenbad
  Tipps & Infos
zum Thema Sonne
 
                 
Modul 3: Ekzeme
Episode 3:
Die geheime Tür

  Interaktiv:
Den Ekzemen auf der Spur - Das Adventure
  Tipps & Infos
zum Thema Ekzeme
 
                 
Modul 4: Sexuell übertragbare Krankheiten (kurz: STD)
Episode 4:
Alles nur geklaut

  Film:
Spiel nicht mit Deinem Leben
  Tipps & Infos
zum Thema STD
 
                 

 

Das Feriencamp

Was euch erwartet !

In der Rahmengeschichte trefft ihr auf die vier Hauptdarsteller Thelma, Natalya, Paolo und Max. Sie hat es in ein Zeltlager an die französiche Küste verschlagen ... wenn ihr mehr wissen wollt, dann nutzt das Audio unter dem Bild oder lest die Geschichte selbst. Viel Spaß!

Die Geschichte zum Feriencamp als MP3 herunterladen(Rechtsklick, Speichern unter)


Drei Wochen Feriencamp im wunderschönen Süden Frankreichs ziehen jedes Jahr 50 Schülerinnen und Schüler aus aller Herren Länder an. Untergebracht in großen Zelten verbringen die Jugendlichen spannende Ferien direkt am Meer mit Ausflügen und Freizeitprogramm. Internationalität spielt für das Camp eine wichtige Rolle. Paolo, Max, Natalya und Thelma sind diesen Sommer unter den Glücklichen, die einen Platz ergattert haben. Die vier kommen aus verschiedenen Nationen und sind zwischen 14 und 18 Jahren alt. Sie freuen sich auf einen schönen Sommer, tolle Erlebnisse und neue Freunde. Ihr wollt mehr wissen über die vier? Gerne. Stellen wir also Paolo, Max, Natalya und Thelma ein bisschen genauer vor.

Paolo(18) und Max (14) teilen sich ein Zelt mit vier anderen Jugendlichen. Paolo kommt aus Italien. Er ist der klassische Rebell. Eigentlich wäre er lieber mit seinen Freunden nach Genua gefahren, doch aufgrund seiner schlechten Schulnoten haben seine Eltern entschieden, dass ihm das Camp, fernab der feucht-fröhlichen Partys seiner Freunde, gut tun würde.

Paolo ist ein gut aussehender Junge, der sich seines Charmes durchaus bewusst ist. Wo immer Tumult im Camp entsteht, kann man ihn mittendrin beobachten. Kaum aber mischen sich die Betreuer ein, um für Ruhe zu sorgen, ist er wieder ganz das Lämmchen mit großen, braunen Augen, der irgendwie und natürlich aus Versehen in die Sache reingerutscht ist. Wie durch ein Wunder entkommt er damit sämtlichen "Strafmaßnahmen". Während die anderen Kartoffeln für die ganze Mannschaft schälen müssen, liegt er schon mit seinem Ghettoblaster am Meer und sonnt sich. Sein Bettnachbar Max aus Berlin ist das genaue Gegenteil: Er wächst ohne Geschwister auf. Seine Eltern sind immer etwas knapp bei Kasse und daher kommt es, dass er ein guter Rechner ist und es immer wieder schafft, auch mit geringen Mitteln Erstaunliches zu improvisieren.

 

Der jüngere Max ist von Paolos lässiger Art sehr angetan und lässt sich leicht von ihm in das ein oder andere Abenteuer reinziehen – wenn auch auf eine deutlich schüchternere und zurückhaltendere Art. Er ist eher der Kopfmensch, der Introvertierte, der gerne kleine Geschichten schreibt – immer im Schatten mit weißer Haut und weißem Papier und bewaffnet mit einem Stift. Wahrscheinlich sind es gerade diese Gegensätze, die Paolo und Max sofort zu Freunden werden ließen. Max bewundert die draufgängerische Art Paolos und will an seiner Welt teilhaben, soweit es eben geht. Paolo dagegen schätzt das ruhige Wesen von Max. Zu Beginn behielt Max seine Geschichten für sich, doch er freute sich sehr, als Paolo sich eines Tages zu ihm setzte und ihn fragte, ob er nicht Lust hätte, mit ihm an den nahe gelegenen Weiher am Waldrand zu gehen. Dort sollte er ihm, ganz in Ruhe und unter vier Augen, eine seiner Geschichten erzählen.

Seitdem gehen sie fast täglich zum Weiher. Dort legt sich Paolo auf den Rücken und starrt in den Sternenhimmel, während Max mit gesenkter Stimme eine neue Geschichte erzählt. Max ist vorsichtig und unterbricht seine Rede immer wieder mit Kommentaren wie: "Das muss ich noch überarbeiten." Aber jedes Mal entgegnet ihm Paolo nur ein leises "Pst..., lies weiter". Als er die erste Geschichte beendet, setzt sich Paolo blitzschnell auf und sieht ihn fragend an: "Und weiter..?" "Weiter bin ich noch nicht." Paolo schüttelt nur den Kopf: "Das kannst du nicht machen. Morgen möchte ich wissen, wie es weitergeht." Und von da an war es eine beschlossene Sache, dass die zwei Freunde täglich zum Weiher gehen.

Auch Natalya (17) und Thelma (16) bewohnen zusammen ein Zelt. Natalya kommt aus Rumänien und ist die Älteste von fünf Geschwistern. Sie stammt aus einer "Bilderbuchfamilie". Zuhause wird viel gelacht und es ist immer was los. Natalya hat ein durchweg sonniges Gemüt und ist für jeden Spaß zu haben. Schon nach zwei Tagen im Camp ist ihr Lachen legendär. Wo immer sie auftaucht, dauert es nicht lange bis sich alle vor Lachen biegen. So wurde ihr Zelt in „le ris" (das herzliche Lachen) umbenannt, weil es dort einfach keine ruhige Minute gibt. Natalya möchte später einmal auf der Bühne stehen und eine berühmte Schauspielerin werden. Sie ist nicht die Ordentlichste und empfindet Aufräumen als pure Zeitver-schwendung. Natalya lebt ganz nach dem Prinzip „Das Genie beherrscht das Chaos!" Jedoch hat sie oftmals Probleme, ihre sieben Sachen im selbst angerichteten Chaos wieder zu finden. Aber genau das macht Natalya so sympathisch.

Thelma kommt aus einer kleinen Stadt im Süden von England. Sie ist sehr hübsch und überragt mit ihren 15 Jahren bereits die meisten Jungs in ihrer Klasse. Sport ist ihr Leben. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder hat Thelma schon mehrere Sportwettkämpfe gewonnen. Thelma ist nicht nur eine Sportskanone, sondern auch in der Schule Klassenbeste, worauf ihre Eltern besonders großen Wert legen.

Ihre Haut ist weißer als weiß, fast wie Porzellan. Beim kleinsten bisschen Sonne, wird sie nach kurzer Zeit glühend rot.Um ihre kleine Nase herum ist ihr Gesicht mit hunderten Sommersprossen gesprenkelt. Ihre Haare sind lang, rot und lockig – wer hätte sich eine Engländerin auch anders vorgestellt.

Thelma freut sich sehr auf den Sommer im Feriencamp – weg vom strengen Elternhaus, das vor allem auf die Leistung und Disziplin ihrer Tochter bedacht ist. Sie will nette Leute aus unterschiedlichen Ländern kennenlernen und etwas erleben...

Auch wenn sie aus gänzlich verschiedenen Elternhäusern kommen: Natalya und Thelma verstehen sich vom ersten Moment an und werden gute Freundinnen. Sie vertrauen sich gegenseitig Dinge an, die sonst niemand im Camp weiß. Die lebenslustige Natalya leidet stark an Akne; morgens und abends verbringt sie viel Zeit vor dem Spiegel, probiert die ein oder andere Hautlotion aus und ist dabei das Gegenteil des sonst so lebenslustigen Mädchens.

Irgendwann fasst sich Thelma ein Herz und spricht Natalya direkt auf ihr Problem an. Thelma hat damit gerechnet, dass Natalya gereizt reagieren würde, da ihr Hautproblem ihr offensichtlich unangenehm ist. Aber stattdessen sieht sie Natalya aus ihren müden, grünen Augen an, setzt sich auf einen kleinen Hocker vor dem Spiegel und schlägt ihre Hände vor das Gesicht. Nur ein leises Schluchzen ist zu hören – ein Geräusch, das für Natalya eher ungewohnt ist. Thelma weiß gar nicht, was sie machen oder sagen soll, Natalya ist für sie schon eine fast erwachsene Frau, eine, die mit beiden Füßen im Leben steht, die andere wegen ihres Humors schätzen.

"Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich hatte gehofft, die Sonne, das Salzwasser und die Luftveränderung würden mir helfen, aber nichts hilft. Ich fühle mich einfach wie ein zu groß gewordener Glöckner von Notre Dame".

Als sie aufblickt, sieht sie ein kleines Lächeln über das Gesicht von Thelma huschen. "Naja, dein Buckel ist noch etwas kleiner, aber das hängende Auge sieht ihm schon sehr ähnlich".

Beide Mädchen müssen lachen, aber dieses Mal ist es nicht das berühmte laute Lachen von Natalya, sondern eher ein Kichern, das tief aus ihrem Inneren kommt.

Und wie treffen unsere vier "Heldinnen und Helden" nun zusammen? Natürlich – auch das müsst ihr wissen, um der Geschichte folgen zu können.

Also, es ist schon stockfinster, als Paolo Max zuflüstert: "O.k., ich glaub die Luft ist rein, wir können los!"

Paolo und Max schnappen ihre Rucksäcke. Sie wollen die Nacht am Weiher verbringen, gemütlich auf ihren Schlafsäcken liegen und im Kerzenschein der neuen Geschichte lauschen. Vorsichtig schleichen sie auf leisen Sohlen aus ihrem Zelt in Richtung Waldrand. Max geht voraus und schlägt den üblichen Weg ein, aber Paolo zischt ihn an: "Nein, nicht auf den Weg, da könnte man uns zu leicht sehen. Komm mit, ich kenne eine Abkürzung durch den Wald."

Max bleibt einen Moment unschlüssig auf der Wiese stehen und blickt in die Richtung des Weges. Als er merkt, dass sich Paolo schon ein Stück von ihm entfernt ins Unterholz schlägt, huscht er ihm schnell nach.

Max und Paolo sind diese Nacht nicht die einzigen im Wald: Auch Natalya und Thelma sitzen kichernd auf dem Waldboden. Thelma hält sich den Bauch vor Lachen, nachdem Natalya ihr vom Missgeschick eines Betreuers erzählt hat: "Verdammt auf die Weise schaffen wir es nie bis zum Weiher."

Beide kichern in sich hinein. "Weißt du überhaupt noch in welche Richtung wir müssen?" Natalya klingt ein wenig besorgt.

Auch Max und Paolo scheinen ein wenig die Orientierung verloren zu haben. Max mault und will wissen, wo er jetzt langgehen soll. "Keine Ahnung, eigentlich sollte der Weiher direkt vor uns sein." Paolos Selbstsicherheit schwindet ein wenig.

"Ist er aber nicht", schimpft Max, "so viel kann ich wenigstens sehen, auch wenn wir klugerweise keine Taschenlampe mitgenommen haben. Schließlich reichen uns ja die Kerzen zum Lesen... zum Lesen schon, aber nicht zum Laufen..."

Paolo winkt ab: "Pssst, sei mal ruhig." Beide hören angespannt in die Dunkelheit.

Paolo sagt leise: "Ich glaube, da ..." .... "Da ist doch jemand", flüstert Thelma und macht vorsichtshalber ihre Taschenlampe aus. Die Dunkelheit umgibt sie. Irgendwo raschelt etwas.

Die Mädchen schauen sich um. Woher kommt das Geräusch? Vorsichtig stehen sie auf, versuchen ihre Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen und zwischen den Tannen irgendetwas zu erkennen. Das Rascheln scheint näher zu kommen. Thelmas Flüstern wird immer leiser: "Was ist das?" Natalya blickt sich unsicher um: "Keine Ahnung, vielleicht nur ein Tier."

Beide verharren still lauschend. Nur ihr Atem und ihr Herzschlag sind zu hören. Stille – kein Rascheln mehr. Die Mädchen warten noch eine Weile, aber nichts rührt sich mehr.

Erleichtert atmen sie auf. "Puh, nichts wie weg hier", meint Natalya. Thelma knipst ihre Taschenlampe an: Im Schein steht ein Mann, der sie direkt anschaut. Beide schreien.

Paolo ergreift gönnerhaft als erster das Wort: "Junge Damen sollten um diese Zeit nicht mehr allein im Wald unterwegs sein."

Max tritt hinter einem Baum hervor. Die Mädchen lachen befreit und beschweren sich über den eingejagten Schrecken.

"Verdammt, was schleicht ihr euch so an uns ran. Habt ihr nichts Besseres zu tun?", schimpft Natalya.

Paolo versucht, es zu erklären: "Eigentlich wollten wir zum Weiher, aber dann sahen wir zwei verlorene Mädchen mitten im Wald sitzen und da dachten wir, sagen wir einfach mal Hallo."

Thelma bedankt sich mit einem Zwinkern: "Naja, das ist euch gelungen. Vielen Dank."

Max Blick weicht plötzlich von den anderen ab. Angestrengt blickt er rechts an Paolo vorbei: "Was ist eigentlich das da hinten?"

Natalya winkt ab: "Komm hör auf, das hatten wir doch gerade eben erst – von Dir hätte ich das jetzt nicht erwartet."

"Nein, ich mein es ernst. Seht ihr das nicht?" Max zeigt mit ausgestrecktem Finger in die Dunkelheit. Alle richten sich auf und versuchen, irgendetwas zu entdecken. Paolo bittet Thelma etwas flapsig: "England, leuchte mal mit deiner Lampe dahin." „Mein Name ist Thelma, Italien!" Thelma macht trotzdem ihre Lampe an.

Der Schein der Lampe huscht über das Gebüsch hinweg. Irgendetwas scheint sich in den Sträuchern zu befinden. Paolo zieht sofort los: "Kommt, das sehen wir uns mal etwas genauer an."

Ohne eine Antwort abzuwarten, geht er in die Richtung des Lichtscheins: "Kommt schon!"

Etwas widerwillig folgen die anderen Paolo. Zwischen den Sträuchern befindet sich ein vollkommen eingewachsenes Eisentor, und dahinter kann man die dunkle Silhouette einer alten Villa erkennen.

Das ist die Entdeckung ihres Urlaubs. Mitten im Wald finden Paolo, Max, Natalya und Thelma eine alte, verlassene Villa.

Unsicheren Schrittes gehen sie auf Erkundungsreise: Es ist das Paradies! Die alte Villa ist noch fast komplett eingerichtet, aber sicherlich schon seit 50 Jahren unbewohnt.

Sie versprechen einander, dass dieser Ort ihr Geheimnis bleibt.

Wann immer sich eine Gelegenheit bietet, ob bei Tag oder Nacht, treffen sie sich dort. Sie kommen einander näher. Thelma schwärmt für den älteren Paolo. Werden sie ein Liebespaar? Auch Max und Natalya kommen sich näher, aber auf eine andere Weise: freundschaftlich. Sie stehen der Verbindung ihrer Freunde eher kritisch gegenüber.

 

Modul 1: Akne

Pickel, Mitesser, Akne – alles dasselbe? Alles davon ist jedenfalls schlimm – nicht nur für Natalya. Aber sie macht damit im Feriencamp schon besondere Erfahrungen. Neugierig? Dann klicke auf Episode 1 und höre oder lese, warum jeder so seine eigene Gruselgeschichte hat ...

Lernmodul Akne
Episode 1
Jedem seine Gruselgeschichte
Interaktiv
Deine Haut im Griff? Der ultimative Akne-Test!
Tipps & Infos
Tipps und Informationen zum Thema Akne

Episode 1

Jedem seine Gruselgeschichte


Max hat den ganzen Tag an einer Horrorgeschichte gefeilt und will sie heute Abend den anderen vorlesen – natürlich in der alten, verlassenen Villa. Es dämmert schon, als sie sich treffen. Max lässt sich in einen verstaubten Ohrensessel fallen; Thelma und Paolo zünden ein paar Kerzen an, die sie sich mitgebracht haben. Der Wind pfeift durch die Ritzen des alten Gemäuers. Schatten wandern durch den schummrig beleuchteten Raum.

Plötzlich ein Donnerschlag! Natalya fährt erschrocken zusammen: "Na das fängt ja gut an! Ich werde heute Nacht bestimmt nicht schlafen können!". Natalya hat nicht viel für Horrorgeschichten übrig und sie macht keinen Hehl daraus.

"Aber, aber, ich bin ja auch noch da!", Paolo kann es einfach nicht lassen, seine Überlegenheit zu demonstrieren.

"Du verstehst das nicht", fährt ihn Natalya an. Paolo verdreht die Augen.

Natalya verzieht sich in eine dunkle Ecke des Raums – weit genug von den anderen entfernt: "Dann fang schon an!", ruft sie Max zu und blitzt Paolo mürrisch an.

Der grinst zurück: "Oh, pass' in dieser dunklen Ecke bloß auf, dass nicht plötzlich eine Hand durch die Wand..."

"PA-O-LO!" Thelma ist ganz blass und scheint nun mehr Angst zu haben als Natalya. Paolo bringt nur ein leises "Tschuldige" über seine Lippen. Mit Thelma zusammen macht er es sich auf einem flauschigen Teppich bequem.

Natalya nuschelt irgendwas von "ich bleibe hier hinten, da fühl ich mich wohler" und Max beginnt zu erzählen.

Natalya ist manchmal etwas schreckhaft und in manchen Situationen nicht die Mutigste. Und Gruselgeschichten – also die hat sie schon als Kind nicht gern gemocht. Aber das an sich ist nicht der eigentliche Grund, warum sie sich heute in die Ecke verzieht; der wahre Grund ist ein ganz anderer: Ein düsterer Abend mit Gruselgeschichten ist endlich die Gelegenheit, ihr "Werk" zu vollenden, wofür sie im lauten und lebhaften Camp einfach keine Ruhe und genug Zurückgezogenheit findet. Sie zieht ihre Beine so eng wie möglich an ihren Körper und stülpt sich die Jacke fast über den Kopf: Sollen die anderen doch denken, sie gruselt sich. In Wahrheit möchte sie nicht, dass Thelma, Paolo und Max sehen, was sie da macht.

Leise öffnet sie ihre Tasche und holt ein Marmeladenglas hervor. Der Inhalt sieht alles andere als appetitlich aus. Jetzt, wo sie die fast fertige Lösung für ihre Probleme vor Augen hat, nimmt sie nur noch bruchstückhaft das wahr, was Max gerade erzählt.

"...finstere Nacht und Nebel ... sie konnten nichts sehen"

Stattdessen fällt ihr Blick voller Hoffnung auf die giftgrüne Pampe in ihrem Glas.

"...sie hörten ständig etwas rascheln, da musste jemand sein. Waren sie doch nicht allein?"

Natalya hört Max kaum noch. Sie blickt zufrieden auf das letzte kleine Bündel Kraut im Schummerlicht, das sie auf dem Weg zur alten Villa noch gepflückt hat – und das ihre Mischung nun perfekt macht. Sie glaubt ganz fest daran, dass dies helfen würde. Es ist ihre letzte Möglichkeit, diese Dinger loszuwerden.

"Da ist doch jemand. Ich hör es doch!" Max Stimme ist für Natalya immer weiter weg.

Sie zerreibt die Kräuter zwischen ihren Fingern, denn so steht es in der Anleitung aus dem Internet. Das Zerreiben soll helfen, die Aromen und Vitamine freizusetzen. Sie lässt die letzten Kräuter in die grüne Pampe fallen und rührt nun alles mit einem Löffel um, den sie heute Mittag hat mitgehen lassen. Sie kann es kaum erwarten, das Zeug noch heute Nacht auszuprobieren. Nur immer schön weiterrühren, damit sich all die Inhalte gut vermischen können

"WAAAAAAAAAAH!"

Thelma schreit, gepackt von Max Geschichte, so laut auf, dass Natalya vor Schreck zusammenzuckt und das Glas durch ihre Hände rutscht. Im letzten Moment bekommt sie es wieder zu fassen. Sie schließt die Augen und schickt ein Stoßgebet zum Himmel: Das war knapp! Mit fest geschlossenen Augen kreisen ihre Gedanken um den Inhalt des Glases: Das wird mir ein schöneres Leben bescheren. Heute Nacht werde ich mein größtes Problem aus der Welt schaffen: Endlich ohne Angst und Scham überall hingehen, Jungs ansprechen, mich nicht mehr hässlich fühlen...

"Sag mal: Willst du uns etwa vergiften?"

Leise hat sich Paolo der in der Ecke kauernden Natalya genähert und betrachtet skeptisch und etwas angewidert den grünen Inhalt des Gefäßes in Natalyas Händen. Der Schreck war nun doch zu groß: Natalya schreit auf, zuckt zusammen und lässt nun endgültig das Glas fallen. Wie in Zeitlupe rollt es auf dem Boden entlang Richtung Thelma und hinterlässt eine grüne Schleimspur quer durch den Raum. "Nein, ... oh nein! Zwei Tage Arbeit ...". Natalya ist den Tränen nahe. Sie schaut Paolo mit ihren vor Zorn funkelnden Augen an. "Wenn Blicke töten könnten, wäre Paolo jetzt ein Teil meiner Horrorgeschichte", denkt Max, behält es aber lieber für sich.

"Natalya?", Thelma nimmt das inzwischen fast leere Glas in ihre Hände.

Sie tunkt einen Finger in die Pampe und betrachtet sie angeekelt. Thelma scheint genau zu wissen, wofür es gedacht war:

"Du wolltest dir DAS hier doch nicht etwa in dein Gesicht schmieren?"

Natalya schaut beschämt zu Boden. Sie will nicht darüber reden. Nicht jetzt, erst recht nicht in Anwesenheit der Jungs. Paolo und Max schauen sich verwirrt an.

Natalyas Gedanken überschlagen sich: Soll sie einfach schweigen? Soll sie was sagen? Wenn sie stumm bliebe, würde das die Situation wohl nicht besser machen. Die drei würden sie löchern, bis sie eine Erklärung für die seltsame grüne Masse haben. Leise und zögerlich ergreift Natalya das Wort:

"Ihr habt doch keine Ahnung, wie es ist, mit so vielen Pickeln im Gesicht rumzulaufen! Seit Jahren versuche ich einfach alles, um sie loszuwerden. Vorgestern habe ich ein Rezept gefunden, das von einer erfahrenen Heilmedizinerin empfohlen wird. Es soll die Pickel über Nacht abheilen lassen. Es ist schwierig herzustellen – mit Kräutern, und ich habe entdeckt, dass die meisten von ihnen hier um unser Camp herum in Hülle und Fülle wachsen. Ich dachte, das ist meine letzte Chance. Ich wollte es einfach versuchen. Aber ... jetzt war ja sowieso alles umsonst!"

"Also, ich dachte, Pickel muss man einfach nur richtig ausquetschen und sie heilen bis zum nächsten Tag ab."

Max kann Natalyas Aufregung nicht so recht nachvollziehen; er hat kaum Pickel und an sich sind ihm die von Natalya nie sonderlich aufgefallen. Paolo schaut Max mitleidig an und weiß es mal wieder besser:

„Ausdrücken? Blödsinn! Einfach Zahnpasta über Nacht drauf und weg ist es! Hat mir ein Kumpel verraten!"

Thelma steigt nun auch in die Diskussion ein: „Nicht doch, was für ein Unsinn. Da sollte man besser gar nichts machen. Oder vielleicht doch zum Arzt?“

Natalya hat genug davon. Nach den ersten Ratschlägen hört sie schon nicht mehr hin. Sie kennt sie alle, viele hat sie ausprobiert, aber nichts hat geholfen. Muss sie sich vielleicht damit abfinden, ewig Akne zu haben?

"AUFHÖREN!!!" Mit einem Schrei beendet Natalya die inzwischen anregte Pickel-Diskussion ihrer drei Freunde. Paolo, Max und Thelma verstummen und blicken in Natalyas sonst so lachenden Augen.

Auf dem Nachhauseweg zum Camp fasst Max die verstörte Natalya unter den Arm:

"Hör zu, hör gut zu", sagt er mit energischer Stimme: "Was hältst du davon, wenn wir beide eine Geschichte schreiben, eine gemeinsame Geschichte und zwar deine Horrorgeschichte?"

"Wie: meine Horrorgeschichte?", fragt Natalya mürrisch nach.

Max erklärt: "Mir wurde eben klar, dass meine erfundenen Geschichten nichts anderes sind als kindliche Vorstellungen. Aber du und deine Akne, das muss ja in der Tat der wahre Horror sein, oder besser, das was du daraus machst!"

Natalyas Verwirrung wird größer: "Wie soll ich das verstehen? Meinst du, ich bilde mir das alles ein? Du spinnst wohl!"

Max winkt ab: "Ja, in gewisser Weise schon. Mir selbst ist es noch nie richtig aufgefallen. Klar, ich sehe, du hast Akne, aber schlimm ist das nicht, ich sehe DICH. Anders als du selbst: Du siehst die Akne und baust dir deine eigene Folterkammer."

Auf den letzten Metern zum Zeltlager umgibt die beiden ein Schweigen. Ein angenehm-warmes Schweigen. Natalya fühlt sich zum ersten Mal verstanden, obwohl das kurze Gespräch mit Max ihre "schrecklichste" Seite offen gelegt hat.

Interaktiv

Deine Haut im Griff? Der ultimative Akne-Test!

Natalya steht vor dem Spiegel; der Abend ist bereits weit fortgeschritten; sie denkt noch einmal zurück an die alte Villa und an das Durcheinander von Meinungen, nachdem man ihr "grünes Wundermittel" entdeckt hat.
Natalya erinnert sich an die typischen Sprüche: an Max, der sagte: "Also, ich dachte, Pickel muss man einfach nur richtig ausquetschen und sie heilen bis zum nächsten Tag ab."; an Paolo, der meinte: "Ausdrücken? Blödsinn! Einfach Zahnpasta über Nacht drauf und weg ist es! Hat mir ein Kumpel verraten!"; an Thelma, die dazwischen rief: "Nicht doch, was für ein Unsinn. Da sollte man besser gar nichts machen. Oder vielleicht doch zum Arzt?" Und Ihr?

"Was wisst Ihr über Akne? Seid Ihr Experten wie ich, weil Ihr Euch notgedrungen schon damit befassen musstet? Oder seid Ihr ahnungslos wie Max und Paolo? Oder irgendetwas dazwischen wie Thelma? Testet Euch selbst. Im Folgenden könnte Ihr auf drei Schwierigkeitsstufen euer Wissen überprüfen – und auch ein bisschen Spaß dabei haben! Versucht es!"

So geht's: Wähle einfach einen der beiden Charaktere aus und gib Deinen Namen ein. Schon kann's losgehen!

   

Das Quiz öffnet sich in einem neuen Fenster. Ihr könnt also immer zwischen dieser Seite und dem Quiz wechseln. Hier geht es zum Quiz!

      Für das Quiz benötigt Ihr den Flash-Player. Zum Download geht es hier.
       
    Alles klar? Nein? Dann lest ein paar hilfreiche Tipps und Infos zum Thema Akne. Damit ist alles ganz einfach. Auch die Tipps & Infos öffnen sich in einem neuen Fenster damit Ihr immer alles im Blick habt. Hier geht es zu den Tipps & Infos zum Thema Akne!

 

Tipps & Infos

Jeder von euch kennt es: Ab dem Alter von ca. 12 Jahren, mit beginnender Pubertät, bekommen viele Jugendliche auf einmal fettige Haut, Mitesser, lästige kleine und große Pickel und Pusteln: Akne.

Akne ist eine weitverbreitete Hauterkrankung. Sie betrifft vor allem Jugendliche zwischen ca. 12 und 20 Jahren, aber sie kommt auch bei Erwachsenen vor. Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen, die während der Pubertät durch die Hormonumstellung hervorgerufen wird. Sehr viele Jugendlichen sind von ihr betroffen. Wie stark man unter ihr leidet, hängt auch davon ab, wie ausgeprägt die Akne bei den Eltern war.

Mehr Infos gibt's hier: Definition und Entstehung.

Akne hat oft unerfreuliche Nebenbewirkungen: Sie kann schmerzhaft sein, und sie kann dazu führen, dass man sich nicht mehr attraktiv fühlt, und das kann ganz schön am Selbstbewusstsein kratzen. Manchmal möchte man sich dann am liebsten im Zimmer verkriechen und sich von der Welt zurückziehen.
Akne tritt vor allem im Gesicht, dem Oberkörper und gelegentlich an den Oberarmen auf; Bereiche, die sich nur schwer vor der Umwelt verstecken lassen.

Mehr Infos gibt's hier: Mythen und Folgen.

Gegen die lästigen Pickel kann man aber einiges unternehmen: Schonende Hautreinigung und Hautpflege sind sehr hilfreich und etwas, was man selbst tun kann. Außerdem sollte man unbedingt professionelle Hilfe vom Hautarzt und von einer medizinisch geschulten Kosmetikerin in Anspruch nehmen. Je mehr ihr über Akne informiert seid, desto besser könnt ihr selbst etwas dagegen tun.

Mehr Infos gibt's hier: Was tun?

Besonders wichtig: Nicht unterkriegen lassen, sondern das eigene Selbstbewusstsein stärken! Wer ihr als Person seid, ist viel wichtiger als euer Äußeres.

Definition

 Ab dem Alter von etwa 12 Jahren fängt es an: Die Haut wird fettig und entwickelt Mitesser und lästige Pickel und Pusteln. Das bezeichnet man als Akne. Akne ist eines der häufigsten Hautprobleme überhaupt. Praktisch alle Jugendlichen sind davon betroffen, und auch bei Erwachsenen kann Akne vorkommen.

    Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen. Sie tritt vor allem dort auf, wo sich die meisten Talgdrüsen befinden: im Gesicht, am Oberkörper (Dekolleté und Rücken) und an den Oberarmen.   
Talgdrüsen. Die Talgdrüsen liegen in der Lederhaut und münden in die Haarfollikel (Haarbalg) ein. Sie produzieren ein fettiges Sekret, das an die Hautoberfläche gegeben wird und die Haut vor Austrocknung schützt. Von jeder Talgdrüse führt ein Gang an die Hautoberfläche. Der obere Teil dieses Gangs besteht aus hornbildenden Zellen.

Akne kann unterschiedlich stark und in Schüben auftreten. Manchmal sind die Pickel nur etwas lästig, aber bei jedem 3. bis 4. Jugendlichen ist die Akne schwer genug, um deutlich sichtbar zu sein und Narben zu hinterlassen.

Akne beginnt mit der Pubertät, meist im Alter von 10-12 Jahren, und verschwindet oft von selbst wieder, wenn man 18 - 20 Jahre alt ist. In einigen Fällen bleibt sie aber bis ins Erwachsenenalter bestehen oder tritt dann erst auf (z.B. Chlorakne, Akne inversa).

Bei Mädchen treten die Pickel oft etwas früher auf als bei Jungen, weil die Pubertät bei ihnen früher einsetzt. Dafür ist der Verlauf bei Jungen oft schwerer.

Aknetypen
Akne zeigt sich durch eine Reihe von Hautveränderungen, an denen man auch die verschiedenen Aknetypen erkennt: Mitesser (Komedonen), Pickel (entzündliche Akne) und manchmal auch tiefer liegende knotige Entzündungen. Mehr zu Aknetypen.

1. Komedonenakne
  Schwarze oder weiße Mitesser (Komedonen) entstehen. Die schwarzen Pünktchen sind kein Schmutz, sondern Talg, der sich durch Melanin-Pigmente dunkel gefärbt hat (das ist der hauteigene dunkle Farbstoff). Komedonen kann man sich wie Flaschenkorken vorstellen: Sie verstopfen den Ausführungsgang der Talgdrüse.
     
2. Entzündliche Akne
  Durch den Talgstau und die Reizsituation entzündet sich die Talgdrüse - ein Pickel entsteht. Durch die Entzündung sind die Pickel geschwollen und gerötet.
     
3. Knoten-Akne 
  Die Entzündung breitet sich auf das umliegende Gewebe aus und hinterlässt nach der Abheilung Narben.

Akne kann ganz schön nerven, doch es gibt einige Möglichkeiten, wie man damit umgehen und den Verlauf verkürzen kann.

Entstehung

Die menschliche Haut ist ein empfindsames Organ. Sie reagiert auf Hitze und Kälte, Staub und Schmutz, Sonnenlicht und Stress, Bakterien oder Berührungen. Auch innere Faktoren wie Ernährung und Vorgänge im Körperinneren, z. B. Veränderungen im Hormonspiegel oder Krankheiten, haben direkte Auswirkungen auf die Haut.

    Hormone. Hormone sind Botenstoffe, die im Körper gebildet und dann durch den Körper geschickt werden, um bestimmte Veränderungen in Gang zu setzen. Sie bewirken zum Beispiel, dass wir wachsen, dass unser Herz klopft, wenn wir aufgeregt sind, dass Jungen einen Bart und Mädchen eine Brust bekommen; und sie haben Einfluss auf die Haut.  

In bestimmten Lebensphasen (z. B. in Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre oder während des Menstruationszyklus der Frau) verändert sich die Menge und Zusammensetzung der Hormone im sogenannten "Hormonhaushalt". In der Pubertät stellt sicher dieser Hormonhaushalt stark um. Es werden dann z. B. mehr männliche Geschlechtshormone, die sogenannten Androgene, ausgeschüttet - bei Jungen wie bei Mädchen.

Diese Hormone bewirken, neben der Reifung der Sexualorgane, auch (quasi als Nebenwirkung), dass die Talgdrüsen in der Haut mehr Talg produzieren als üblich und gleichzeitig im schmalen Ausführungsgang dieser Drüse mehr Hornzellen produziert werden. Diese Hornzellen versperren dann dem vermehrten Talg aus der Drüse den Ausgang, wie ein Pfropfen im Flaschenhals: die Talgdrüse ist verstopft und schwillt an.  

Von oben seht ihr diese Hornpropfen als kleine weiße oder schwarze Kuppen oder Punkte, die sogenannten Mitesser oder Komedonen (Komedonenakne). Die dunkle Färbung ist kein Schmutz, sondern kommt durch die Beimengung von dunklem Hautfarbstoff (Melanin) in die Hornmasse.

 

    Bakterien. Auf der Haut jedes Menschen leben zahlreiche Bakterien, die für eine gesunde Haut notwendig sind. Darunter befindet sich auch das sogenannte Propionibakterium (Propionibacterium acnes), der bei der entzündlichen Akne eine Rolle spielt. Normalerweise ist er völlig harmlos.  

Entstehen Mitesser (Komedonen), ernährt sich dieses Bakterium von dem vermehrten Talg und löst dadurch Entzündungen in den Talgdrüsen aus: Die Drüsen schwellen an, die Haut spannt und rötet sich, juckt oder schmerzt, ein weißer oder gelber Punkt erscheint – ein Pickel entsteht (entzündliche Akne).

Entzündet sich die Talgdrüse noch stärker, kann sie platzen und ihren Inhalt in die Haut in ihrer Umgebung ausschütten. So entstehen Pusteln und Knoten, die schmerzhaft sein und Narben hinterlassen können (Knoten-Akne).  

Mythen

      Über Akne kursieren übrigens einige verbreitete Mythen und Irrtümer, auf die man besser nichts geben sollte:

Obwohl bei der Entstehung von Akne Bakterien beteiligt sind, handelt es sich nicht um eine ansteckende Krankheit, denn jeder von uns trägt diese Bakterien schon auf der Haut. Akne hat auch nichts damit zu tun, dass man sich zu wenig wäscht. Es ist keine Infektionskrankheit und wird beim Umarmen oder Küssen nicht übertragen.

Es ist sehr wichtig, die Haut regelmäßig und dem Hauttyp angemessen zu pflegen. Aber letzten Endes entsteht Akne durch hormonelle Veränderungen im Körper und lässt sich selbst durch gute und schonende Hautpflege nicht sofort beseitigen.

Schokolade, Süßigkeiten, Cola oder andere Lebensmittel werden häufig angeschuldigt, Akne auszulösen. Das ist aber nicht richtig. Solltet ihr bemerken, dass ihr auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, solltet ihr einen Hautarzt befragen.

Und noch etwas: "Sündige Gedanken" oder auch Selbstbefriedigung lösen ebenfalls keine Akne aus.

 

Folgen

Akne tritt vor allem im Gesicht auf - daher  ist sie für alle sichtbar und läßt sich schwer verbergen. Das Selbstbewußtsein leidet dann manchmal sehr!

Wer Akne hat, fängt manchmal an, sich in der Gegenwart anderer Menschen unsicher zu fühlen. Manchmal möchte man sein Gesicht am liebsten niemandem mehr zeigen und sich in den eigenen vier Wänden verkriechen. 

Das kann sich auf Freundschaften und andere Kontakte, auf Schule und Beruf auswirken. Manchmal fürchtet man, dass  andere einen für ungepflegt und hässlich halten. Oder man hat Angst, dass man wegen der Akne keinen Partner findet. In Vorstellungsgesprächen für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz fühlt man sich unsicher und befürchtet, dass man vielleicht wegen der Haut nicht genommen wird.

Außerdem können Pickel schmerzhaft und Hautpflege- und Hauttherapiemaßnahmen mühsam und anstrengend sein.

Solche Gefühle sind vollkommen normal, müssen jedoch nicht sein. Wichtig ist es, dass man etwas unternimmt, sobald man Akne bei sich bemerkt. Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen - am besten sucht man damit einen Hautarzt auf und läßt sich Therapie- und Pflegeempfehlungen geben.

Aber keine Panik: Akne ist in der Pubertät etwas ganz normales. Fast alle Jugendlichen sind davon betroffen, und es gibt Mittel und Wege, sie zu behandeln und zu lindern.

Was tun?

Die Akne verschwindet meistens um das 18. bis 20. Lebensjahr herum von selbst. Bis dahin müsst ihr aber nicht tatenlos abwarten, sondern könnt selbst etwas dagegen unternehmen.  Damit tut ihr eurer Haut und gleichzeitig auch eurem Wohlbefinden etwas Gutes!

    Akne tritt in Schüben auf, d. h., sie kommt und geht im Abstand von Wochen oder Monaten. Bei Mädchen wird die Akne meistens vor Beginn der Regelblutung stärker. Auch bei Jungen gibt es Zeiten mit mehr und mit weniger Pickeln.   

Diese Schübe kann man durch gute Hautpflege und Behandlung reduzieren oder wenigestens abschwächen. Ganz vermeiden lassen sie sich aber meistens nicht. Mit der Zeit kennt man das schon und bekommt ein besseres Gespür dafür, wann es wieder losgeht.

Was könnt ihr nun selbst gegen die Akne unternehmen?

 

Richtige Hautreinigung ist der erste Schritt. Mehr...

In der Werbung wird es häufig so dargestellt, als sei die Reinigung der Haut der wichtigste Faktor, um die Akne in den Griff zu bekommen. Das ist nicht ganz richtig. Aber man sollte die Haut schon regelmäßig ca. 1-2x am Tag (aber nicht öfter) mit milden synthetischen Reinigungsmitteln, sogenannten Syndets, waschen.

Diese Mittel sollten hautneutral sein, d. h. dem pH-Wert der Haut von 5,5 ungefähr entsprechen, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht zerstört wird. Dadurch vermeidet man, dass die Haut zusätzlich mit Bakterien infiziert wird.

Für Aknehaut gibt es auch spezielle Reinigungsmittel, in denen oft antiseptische Zusätze enthalten sind. Laßt euch von eurem Hautarzt beraten.

Die Haut noch öfters zu waschen oder dazu Seifen oder alkoholhaltige "Akne-Reinigungsmittel" aus der Drogerie  (alkalische Reinigungsmittel) zu benutzen, kann dazu führen, dass die Haut sich stärker gereizt fühlt und mehr Mitesser und Pickel entstehen. Reinigungsmittel sollte man immer sparsam verwendet und danach gründlich wieder abwaschen.

Glänzt die Haut fettig, kann man sie im Lauf des Tages mit Kosmetiktüchern trocken tupfen. Das ist schonender als häufiges Waschen.

Hilfreiche Tipps zur richtigen Hautpflege findet ihr auch auf den Seiten zur Haut allgemein: Umgang mit der Haut.

 Wie pflege ich meine Haut? Mehr...

Bei der Hautpflege möglichst keine fettenden Produkte verwenden, weil sie die Poren verstopfen und Akne verstärken.

Man sollte die Hautpflege der Haut anpassen (trocken/fettig). Für trockene Haut kann man milde rückfettende Produkte empfehlen, die die Haut nach dem Waschen wieder leicht befeuchten, ohne die Poren zu verstopfen. 

Der Hautarzt oder die Kosmetikerin kann euch dazu Empfehlungen geben. Viele Aknepräparate gibt es inzwischen auch in einer Creme oder Salbe, die gleichzeitig die Haut pflegt.

Hilfreiche Tipps zur richtigen Hautpflege findet ihr auch auf den Seiten zur Haut allgemein: Umgang mit der Haut.

 Schminken. Mehr...
Schminken ist völlig in Ordnung; Lippenstift, Lidschatten usw. sind meistens vollkommen unproblematisch.

Bei Gesichtscremes sollte man aber acht geben: Sind sie zu fettig, tragen sie dazu bei, dass neue Mitesser entstehen!


Wer wissen will, welche Inhaltsstoffe von Kosmetika Akne fördern können, kann hier weiterlesen. 

Inhaltsstoffe von Kosmetika

Es kann ganz interessant sein, auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika zu achten, denn sie können Stoffe enthalten, die die Bildung von Mitessern fördern, z. B. Erdnussöl, das in vielen Pflegemitteln enthalten ist.

Der Hersteller muss alle Bestandteile seines Produkts auf der Packung angeben. Wenn Kosmetika einen der folgenden Stoffe enthalten, solltet ihr versuchen, auf andere Produkte auszuweichen*:

Butylstearat (Butyl Stearate)
Cetylalkohol (Cetyl Alcohol)
Hexylenglycol (Hexyne Glycol)
Isopropylmyristat (Isopropyl Myristate)
Lanolin (Lanolin)

Natrium-Laurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate)
Polyäthylenglycol 300 (PEG-12)
Sesamöl (Sesamum Indicum)
Stearinsäure (Stearic Acid)
Schwefel (Sulfur)

* Hier sind die deutschen und die englischen Bezeichnungen genannt, da die Produktpackungen häufig nur die englischen Bezeichnungen aufweisen. (Quelle: http://www.informationszentrale-haut.de/html/de/70_patient/pdf/Akne.pdf)

 Macht einen Termin beim Hautarzt. Mehr..

Akne ist eine Hauterkrankung, und man kann und sollte dafür ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Durch eine rechtzeitige Behandlung lassen sich Narben am besten verhindern.

Euer Hautarzt wird mit euch zusammen ein individuelles Therapieprogramm zusammenstellen. Je nachdem, welche Art von Akne man hat und was die Haut braucht, kann der Hautarzt eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen vorschlagen:

Art der Therapie Maßnahmen
Äußerliche ("lokale") Therapie Cremes und Salben, die die Entzündungen behandeln, die starken Verhornungen auflösen und die bakterielle Besiedlung sowie die starken Talgbildung bekämpfen;
Tiefenreinigung der Haut durch eine medizinisch geschulte Kosmetikerin;
Empfehlung zu Hautreinigung und -pflege
Innerliche ("systemische") Therapie Einnahme von Medikamenten zur Bekämpfung von Entzündungen sowie von starker Verhornung und Talgbildung, bei Mädchen evtl. Einnahme einer speziellen Antibabypille


Außerdem kann es hilfreich sein, regelmäßig zu einer medizinisch geschulten Kosmetikerin zu gehen - vor allem in schwereren Fällen. Je nach Stärke der Akne ist das 1-3mal im Vierteljahr empfehlenswert. Die Kosmetikerin wird eine professionelle Hautreinigung durchführen, die Komedonen entfernen, um Entzündungen vorzubeugen und entzündete Hautareale behandeln.

Medizinische Kosmetik

Medizinische Kosmetik ist eine sinnvolle ergänzende Maßnahme in der Aknetherapie. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel, wenn sie vom Hautarzt verordnet worden ist. Bei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei Verordnung durch den Hautarzt in schwereren Fällen oft ebenfalls, wenn die Behandlung vom Hautarzt verordnet worden ist, aber es kann etwas schwieriger werden. Einige Hautärzte führen so eine Behandlung auch in ihrer Praxis durch. Fragt am besten beim Hautarzt und bei eurer Krankenversicherung nach.
 Besser nicht: Drücken und Quetschen. Mehr...
Möglichst nicht selbst die Pickel aufdrücken, quetschen oder aufstechen! Dabei wird fast immer die Haut in der Umgebung des Pickels verletzt.

Dadurch können Entzündungen und Narben entstehen. Außerdem kommt beim selbst durchgeführten Quetschen nur ein geringer Teil des Talgs nach draußen, der Rest wird in die tiefere Haut um die Talgdrüse herum gedrückt und löst dort ebenfalls Entzündungen aus. Geht dazu lieber zum Hautarzt oder zur Kosmetikerin.

 Aknebehandlung braucht Zeit: Warum Geduld sich lohnt. Mehr...
Man sollte für die Aknetherapie ein bisschen Geduld mitbringen: Nur Konsequenz führt hier zum Erfolg...

Die Akne reagiert meist nicht sofort auf die Behandlung. Aber nach einigen Wochen wird man immer eine deutliche Verbesserung bemerken.

Da jeder Mensch eine andere Haut hat, wird der Hautarzt oft mehrere Möglichkeiten ausprobieren müssen. Auch dafür sollte man ein bisschen Geduld mitbringen.

 Akne und Sonne. Mehr...
Übermäßiger Sonnengenuß ist grundsätzlich schädlich für die Haut. In Maßen kann die Sonne bei Akne aber gut tun:

Sonnenlicht hat eine antientzündliche Wirkung auf die Haut, und auf leicht gebräunter Haut sieht man die Akne auch nicht so deutlich.

  Im Lernmodul "Sonne" könnt Ihr noch einmal genau nachlesen, wie ihr die Sonne vernünftig genießen könnt!

 Tut etwas für euer Selbstbewußtsein. Mehr...

Die Pubertät ist eine Zeit des Übergangs vom Kind zum Erwachsenen, in der man die eigene Persönlichkeit entwickelt. Das ist eine spannende, aber auch anstrengende Zeit.

Gerade in Aknephasen ist es wichtig, ein positives Verhältnis zu sich selbst zu finden. Sport und andere Hobbies als auch Freundschaften und andere Kontakte helfen dabei.

Auch offene Gespräche in der Familie und unter Freunden über Gefühle und Schwierigkeiten helfen, sich mit diesen ganzen Veränderungen weniger alleine zu fühlen und zu merken, dass kein Grund besteht, sich für die Akne zu schämen. Denn die anderen Jugendlichen sind in genau der gleichen Lage und werden euch verstehen.

Wenn man sich gefühlsmäßig sehr schlecht fühlt, besteht immer die Möglichkeit, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen sind für solche Probleme ausgebildet, die Gespräche können oft von den Krankenversicherungen bezahlt werden und helfen meistens sehr gut, mit den eigenen Gefühlen und Problemen leichter zurechtzukommen.

 

Modul 2: Sonne

Sommer, Sonne, Sonnenbrand... Was gibt es schöneres im Sommer, als draußen am Meer zu sein und mit Freunden spannende Abenteuer zu erleben? Max und seine Freunde haben das ausgiebig getestet und dabei viel Spaß gehabt. Aber jetzt: Jetzt brennt die Haut! Du willst wissen, wie es dazu kam? Dann klicke auf Episode 2 und höre oder lese mehr über Stranddiebe und Rothäute.

Lernmodul Sonne
Episode 2
Strandiebe und Rothäute
Interaktiv
Fit für den Sommer? Das virtuelle Sonnenbad
Tipps & Infos
Tipps und Informationen zum Thema Haut und Sonne

Episode 2

Stranddiebe und Rothäute


"...Plötzlich standen sie im finsteren Wald. Es war so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte und erst recht keine Spur der Diebe, die sie verfolgten. Doch was war das? Rascheln. Äste brachen. Schwere, schnelle Schritte kamen direkt auf sie zu. Tom und Bastian stockte der Atem..."

Die Geschichte Sonne zu Episode als MP3 herunterladen(Rechtsklick, Speichern unter)

"Ach! Das ist doch Müll, was ich da schreibe! Ich habe einfach keine Inspiration", flucht Max und wirft seinen Bleistift in den hellen Sand der französischen Bucht.

"Du spinnst! Das klingt doch gar nicht schlecht", tröstet ihn Paolo.

"Ja, ja, nicht schlecht – reicht aber nicht. Mir fehlt die Erfahrung. Wie soll ich denn Spannung aufbauen, wenn ich nie etwas Spannendes erlebt habe?!"
fragt Max verzweifelt.

"Ach, komm. Erzähl doch nichts! Jeder hat doch schon mal ein Abenteuer erlebt", behauptet Paolo.

"Du vielleicht! Dir stehen Abenteurer und Superheld ja geradezu auf die Stirn geschrieben", entgegnet Max trotzig, während Thelma und Natalya schmunzelnd neben ihnen in der Sonne liegen und den beiden zuhören.

"Hey Superheld! Cremst Du mir bitte den Rücken ein?" Bei diesem Augenaufschlag und Schmollmund kann der Südländer der hübschen Thelma einfach nichts abschlagen.

"Sonnenschutzfaktor 50?! Ist das nicht ein bisschen übertrieben, Porzellanpuppe?", fragt Paolo spöttisch. "Nicht jeder will verbrannte Lederhaut haben wie Du!", faucht Thelma. "Ach, gib’s doch zu! Da stehst du doch drauf!", erwidert der dunkelhäutige Italiener und zwinkert ihr provokant zu.

Bei diesen Worten reißt Thelma ihm die Sonnencreme aus der Hand und bittet Natalya darum, ihr den Gefallen zu tun und sie einzureiben.

"Willst Du auch welche? Du bist schon leicht rot auf der Nase", fragt Thelma ihre Freundin.

"Nee, danke, hab' mich schon eingecremt", lügt Natalya, die Angst hat, ihre Akne könnte von der fettigen Creme noch schlimmer werden.

"Mon Dieu! Mon argent, mon portemonnaie...", der Schrei einer alten Dame, die gerade aus dem Wasser zu ihrem Handtuch zurückgekehrt ist, schreckt die vier Sonnenanbeter auf.

"Was hat die Alte denn für ein Problem?" fragt Paolo verwundert.

"Sie sagt, ihr ganzes Geld sei verschwunden. Wahrscheinlich geklaut. Ein Dieb soll schon seit längerem sein Unwesen an diesem Strand treiben", übersetzt Max, zur allgemeinen Bewunderung der anderen drei.

"Geklaut? Gib's doch zu Max! Du hast das ganze hier inszeniert, um endlich eine spannende Geschichte schreiben zu können", lacht Natalya und die anderen stimmen mit ein.

"Haha. Sehr witzig. Wir sollten lieber der alten Dame helfen. Paolo tu was!"

"Ich? Ich spreche doch nicht mal Französisch. Nee, Max. Du wolltest ein Abenteuer und nun hast du eins", entscheidet Paolo.

"Wir sind dabei, aber du bist bei diesem Abenteuer der Kopf des Teams", stimmen ihm Natalya und Thelma zu.

Zögernd kommt Max unter seinem Sonnenschirm hervor. "Ich kann nicht, ich bin nicht gut eingecremt", stammelt er und verschwindet wieder im Schatten des Schirms.

"Was habt ihr nur alle mit eurer blöden Sonnencreme?! Weicheier", zischt Paolo. Das kann Max nicht auf sich sitzenlassen. Er überlegt kurz, runzelt die Stirn und springt unter dem Schirm hervor:

"Ich habe eine Idee!"

Während Max mit einem Stück Treibgut einen Schlachtplan in den hellen Sand zeichnet, stehen die anderen in einem Kreis um ihn herum und lauschen dem Vorhaben. Es ist Mittag. Die Sonne steht an ihrem höchsten Punkt, sodass die vier Abenteurer fast keinen Schatten auf den heißen Sand werfen. Max gestikuliert und erzählt, während die anderen konzentriert zuhören und nicken. Als alle den Plan verstanden haben, geht es los. Die Mädchen schnappen sich ihre Luftmatratzen und laufen ins Wasser. Sie sind die Lockvögel. Die Jungs verlassen ihren Platz und verstecken sich hinter einer nahe gelegenen Düne. Von dort aus können sie die Mädchen und ihre verlassenen Taschen gut beobachten und den Dieb schnappen, sobald er sich an die Beute macht. Thelma und Natalya planschen vergnügt im Meer. Sie scheinen so abgelenkt, dass der Dieb ein leichtes Spiel hätte.

Max und Paolo liegen hinter der Düne in der prallen Sonne und schwitzen. Nichts tut sich. Es ist still um sie herum. Angestrengt starren die beiden auf die in der Hitze flimmernden Handtücher. Nach geraumer Zeit können Natalya und Thelma nicht mehr und kommen erschöpft aus dem Wasser. Auch Paolo und Max geben allmählich auf. Max Haut brennt und ist feuerrot. In seiner Detektivrolle aufgehend, hat er nicht bemerkt, wie stark die Sonne auf seinen Rücken brannte. Enttäuscht kehren die vier zu ihrem Platz zurück.

"Tja, das war wohl heute nichts mit dem Abenteuer. Wir sollten es morgen früh noch mal versuchen. Der Dieb kommt sicher wieder," sagt Max mit rotem Gesicht.

"Ja, morgen ist auch noch ein Tag. Lasst uns zurück zum Camp gehen. Ich habe schreckliche Kopfschmerzen", meint Paolo, von dem man solche Töne eher nicht gewohnt ist.

Als die vier Freunde ihre Sachen packen und am Sonnenschirm der alten Dame vorbeigehen, sehen sie diese vergnügt mit ihrem kleinen, schwarzen Hund spielen.

"Du kleiner Frechdachs! Du hast mir vielleicht einen Schrecken eingejagt. Du solltest mich beschützen und deine Spürnase nutzen, um Dinge wieder zu finden und nicht, um sie zu verstecken, du Schelm". Die alte Dame tätschelt ihren Hund, der zufrieden mit dem Schwanz wedelt.

"Haben Sie ihr Geld wieder bekommen?", fragt Max die Dame erstaunt.

"Nein, nein. Es war gar nicht gestohlen. Mein kleiner Claude hatte mein Portemonnaie aus meiner Tasche stibitzt und vergraben. Ich habe es eben erst wieder gefunden. So ein Schlingel!", erklärt die Frau erleichtert.


"Oh Mann!", maulen Paolo und Max fast gleichzeitig, "Jetzt haben wir stundenlang in der prallen Sonne ausgeharrt, um als Helden in die Geschichte des Camps einzugehen und was haben wir davon?"

"Einen schmerzhaften Sonnenbrand" entgegnet Natalya, deren Nase inzwischen so rot ist, dass sie im Dunkeln leuchten würde.

"Tja, ihr wolltet ja nicht auf mich hören. Sonnencreme ist gar keine so schlechte Idee. Selbst nicht für Abenteurer und Superhelden!", schmunzelt Thelma.

"Aber ein Allheilmittel ist sie auch nicht", prustet Natalya los und deutet auf Thelmas feuerrotes Gesicht und die ebenso glühenden Schultern. Morgen ist T-Shirt-Tag, beschließen die vier und sind sich ausnahmsweise mal einig.

Interaktiv

Fit für den Sommer? Das virtuelle Sonnenbad

Zurück im Camp verarzten die vier Rothäute ihre Sonnenbrände. „Das tut gut!“ Seufzt Thelma während sie Gesicht und Schultern mit einem kühlenden Gel vorsichtig einreibt.

„Wieso hast du eigentlich einen Sonnenbrand? Ich dachte, du hast dich mit Lichtschutzfaktor 50 eingecremt?“ Fragt Paolo spöttisch. „Keine Ahnung. Vielleicht keine gute Qualität. Ich muss wohl nächstes Mal noch tiefer in die Tasche greifen für bessere Sonnenmilch“, entgegnet die Engländerin nachdenklich.

„Und du Paolo? Bist wohl doch nicht so ein Vollblutitaliener, der gegen Sonne immun ist wie du immer behauptest, was?“ Kontert Natalya, um ihre Freundin zu verteidigen. „Hört auf, euch so anzugiften. Lasst uns lieber nachdenken, warum wir alle aussehen wie rote Pellkartoffeln. Ich habe keine Lust, noch mal so zu verbrennen“, brummt Max grimmig.

„Worüber nachdenken? Gegen die Sonne kann man sowieso nichts machen. Entweder man hat ausreichend Abwehrkräfte oder eben nicht. Meine Haut hatte heute einen schlechten Tag und konnte deshalb nicht so gut abwehren. Morgen sieht das schon wieder anders aus“, ist Paolo überzeugt. „So ein Quatsch! Wir haben uns einfach nicht gut genug eingecremt!“ Behauptet Max. „Faktor 50 ist also nicht gut genug? Höheren Lichtschutz gibt es doch gar nicht!“ Empört hält Thelma ihm ihre Sonnenmilch vors Gesicht.

„Mag sein, aber vielleicht hättest du dich öfter eincremen müssen, um den Schutz zu erhalten. Sonst schwitzt du die Creme vielleicht weg oder so. Ich weiß es doch auch nicht – noch nicht.“ Mit diesen Worten greift Max zu Papier und Bleistift und beginnt zu rechnen. „Drei Stunden waren wir in der Sonne, Mittagszeit, Thelma heller Hauttyp, das macht…“ Die anderen sehen ihn erwartungsvoll an und warten neugierig auf sein Ergebnis.

Jetzt bist du gefragt. Bringe Licht ins Dunkel und finde heraus, wer von den Freunden recht hat. Dabei hast du es komfortabler als Max. Statt Papier und Bleistift steht dir ein Simulator zur Verfügung. Mit seiner Hilfe kannst du testen, was passiert, wenn wer, wann und wo unter welchen Bedingungen in die Sonne geht. Das beste daran ist: du kannst diese Erfahrungen machen ohne selbst als „rote Pellkartoffel“ zu enden.

 

  Hast Du es drauf? Zeig Dein Wissen und Können am Simulator! Mit den folgenden Aufgaben kannst Du testen wie fit Du für die Sonne bist. Hier geht es zum Simulator!
   

Aufgabe 1

Aufgabe 1

War Thelmas Lichtschutzfaktor (LSF) 50 wirklich übertrieben wie Paolo
behauptet oder doch noch zu niedrig? Finde heraus mit welchem
Sonnenschutzfaktor Thelma sich mindestens eincremen muss, um das
nächste Strandabenteuer ohne Erröten zu bestehen!

a) Ermittle den Lichtschutzfaktor, den Thelma mindestens in der
voreingestellten Situation benutzen muss, indem du die Einstellung der
Sonnencreme veränderst.

b) Wie du siehst, bekommt man den Sonnenbrand in den Griff. Was ist
aber mit den anderen Auswirkungen? Probiere doch mal aus, was passiert,
wenn man nicht so lange in der Sonne bleibt. Verändere hierfür die
Einstellung des Buttons „Sonnenbaddauer“.

c) Du weißt nun, mit welchem LSF sich Thelma mindestens eincremen muss
und auch wie lange sie in der Sonne bleiben kann. Was ist aber, wenn
Thelma in dieser Zeit baden geht? Klicke auf den Button „Baden“ und
ändere die Umgebung von Strand auf Wasser. Variiere nun wieder den LSF
sowie die Dauer, die Thelma in der Sonne bleibt. Was passiert?

Max ist zu ähnlichen Ergebnissen
gekommen wie Du. „Cool!“ Die Freunde sind begeistert. „Mhmm“, überlegt
Thelma, „und was wäre nun, wenn ich im Winter in den Bergen Ski fahren
möchte. Da brauche ich doch keine Sonnencreme, oder? Da ist die Sonne
sicher nicht so stark sonst wäre es ja nicht so kalt und es gäbe keinen
Schnee.“ Max überlegt kurz und beginnt wieder zu schreiben.

Aufgabe 2

Aufgabe 2

Kannst du Thelmas Frage beantworten? Probiere aus, was passiert!

Klick in Deinem Internet-Browser auf
"Neu laden" (bzw. "reload"), um die Ausgangswerte zu bekommen. Gebe nun
den Mindestlichtschutzfaktor ein, den Du für Max ermittelt hast.

a) Der LSF bleibt auf 1, weil Thelma keinen Sonnenschutz verwendet.
Stelle nun die Bedingungen beim Ski fahren ein. Verändere dazu
entsprechend die Werte für Jahreszeit, Höhenlage und Umgebung. Braucht
sie Sonnencreme oder nicht? Falls ja, hat sich am LSF etwas geändert?

b) Thelma fährt nicht gern im Badeanzug Ski. Ändere Ihre Kleidung
entsprechend und variiere den LSF erneut. Was verändert sich?

„Wie ist das denn bei mir?“ Fragt
Natalya aufgeregt. „Brauche ich denselben LSF wie Thelma?“ „Du gibst
mir doch recht, dass ich keinen Sonnenschutz brauche, oder Max?!“
Paolos Stimme klingt etwas zweifelnd, was er versucht zu überspielen.
„Natürlich brauchst du auch Sonnencreme sonst wärst du jetzt nicht rot
wie eine Tomate“, triumphiert Thelma. „Kann man sich denn auch anders
schützen als mit Sonnenmilch?“ Fragt Natalya, die wegen ihrer Akne
immer noch skeptisch ist. „Einer nach dem anderen“, versucht Max den
aufgescheuchten Hühnerhaufen zu beruhigen. „Ich erstelle jetzt für
jeden einen Schutzplan damit wir nicht wieder gebraten werden.“

Aufgabe 3

Aufgabe 3

Wie sieht es mit dir aus? Bist du bereit für dein nächstes
Strandabenteuer? Mit den folgenden Aufgaben machst du dich fit für den
Sommer:

a) Ermittele zunächst Deinen Hauttyp. Schaue dazu in der folgender Tabelle nach (Hauttypen ) und stelle den Wert am Simulator ein.

b) Finde den für dich idealen Lichtschutzfaktor, um 3 Stunden ohne Sonnenbrand am Strand bleiben zu können.

c) Sonnencreme ist kein „Allheilmittel“ wie Natalya richtig erkennt und
damit keine Garantie für einen absoluten Schutz vor UV-Schäden.

Wie kannst Du Dich zusätzlich zur Sonnencreme schützen?

Setze hierfür den Sonnenschutzfaktor zurück auf 1, um die Wirkung
Deiner Maßnahmen besser beurteilen zu können. Probiere verschiedene
Einstellungen am Simulator aus. Teste auch, ob das Wetter und die
Uhrzeit des Abenteuers eine Rolle spielen.

   

Der Simulator öffnet sich in einem neuen Fenster. Ihr könnt also immer zwischen dieser Seite und dem Simulator wechseln.

Für den Simulator benötigt Ihr den Flash-Player. Zum Download des Flash-Players geht es hier.

     
  Alles klar? Wenn nicht, könnt Ihr Euch hilfreiche Tipps und Infos zum Thema Sonne holen. Auch die diese öffnen sich in einem neuen Fenster damit Ihr immer alles im Blick habt. Hier geht es zu den Tipps & Info zum Thema Sonne!

 

 

Tipps & Infos

  Die Sonne ist unsere Lebensgrundlage. Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. Wenn nach kalten Regentagen die ersten Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen, wird uns wohlig warm. Die Sonne tut der Seele und dem Körper gut. Sie vertreibt Stimmungstiefs, unterstützt durch die Produktion von Vitamin D den Knochenaufbau und lindert Hautkrankheiten.

Die Haut schützt den Menschen vor verschiedenen Umweltfaktoren. Sie schirmt uns z.B. vor den ultravioletten (UV-)Strahlen ab, die von der Sonne ausgehen.

  Mehr Infos gibt's hier: ultraviolette (UV-)Strahlung 

Leider kann die Haut dabei manchmal selbst Schaden erleiden. Egal, ob die Sonne auf die Erde herunterbrennt oder sich hinter Wolken versteckt, ob man sich natürlichem oder künstlichem UV-Licht wie im Solarium aussetzt, oftmals wird ihre Strahlungsintensität unterschätzt. Zu viel Sonnenstrahlung tut der Haut nicht gut. Sie kann zum Beispiel einen Sonnenbrand oder Überempfindlichkeitsreaktionen und sogar Hautalterung oder Hautkrebs hervorrufen.

Die UV-Strahlung der Sonne hat also Einfluss auf die Haut. Wie stark dieser ist, hängt vom individuellen Hauttyp ab. Ebenso spielen dabei die geographische Lage, die Höhenlage, die Witterung, die Umgebung oder die Jahres- und Tageszeit sowie die Intensität und Dauer des Sonnenbades eine Rolle.

 

 Mehr Infos gibt's hier: Auswirkungen und Mythen.

Aber keine Sorge: Wer bestimmte Verhaltensweisen beachtet, kann die Sonne unbeschwert genießen. Dazu zählt z.B., dass man sich bei einem hohen UV-Wert (vor allem mittags) in den Schatten zurückzieht. Ebenso lohnt eine entsprechende Bekleidung und Sonnencreme. Wichtig ist auch die richtige Selbsteinschätzung. Wieviel Sonne kann ich vertragen? Nicht zuletzt gehört eine gesunde Einstellung zum "sonnen-intelligenten" Verhalten. Wer braun ist, ist noch lange nicht schön und cool. Viel schöner ist es, gesund zu sein, und das bedeutet: "natürliche Bräune".

  Mehr Infos gibt's hier: gesunder Sonnengenuss.

 

UV-Strahlung

Die Haut hat für den Menschen ganz verschiedene Funktionen. Eine dieser Aufgaben ist es, den menschlichen Organismus vor äußeren Umwelteinflüssen zu schützen. Dazu zählt zum Beispiel auch der Schutz vor der sogenannten ultravioletten (UV-)Strahlung.

Aber was ist diese UV-Strahlung überhaupt? Alles wichtige über die UV-Strahlung erfahrt ihr in diesem Kapitel.

 

   

UV-Strahlen: Das Sonnenlicht setzt sich aus vielen unterschiedlichen Lichtstrahlen zusammen. Dazu zählen unter anderem das sichtbare Licht, Wärmestrahlen (Infrarotstrahlen) und UV-Licht.

Obwohl wir die UV-Strahlen weder sehen noch spüren können nehmen diese Einfluss auf unsere Haut. Sie haben nämlich so viel Energie, dass sie in die Haut eindringen und dort auch Schaden anrichten können. Und so sieht das im Detail aus...

Die UV-Strahlung in Detail

Bei den UV-Strahlen unterscheidet man

  • UV-A,
  • UV-B und 
  • UV-C Strahlen.

Die UV-C-Strahlen kommen gar nicht auf der Erde an. Sie werden von der Ozonschicht zurückgehalten (absorbiert).

Die UV-A und UV-B-Strahlen gelangen zur Erde und nehmen dann Einfluss auf unsere Haut. Sie haben so viel Energie, dass sie in die Haut eindringen können, obwohl man sie weder sehen noch spüren kann.

Die UV-B-Strahlen dringen z.B. in die oberste Hautschicht ein. Dort sind sie für Hautbräunung sowie Sonnenbrand verantwortlich.

Die UV-A-Strahlen erreichen eine tiefere Hautschicht. Sie können vor allem die Hautalterung, aber auch eine sogenannte Sonnenallergie hervorrufen. Bei der Entstehung von Hautkrebs
spielen übrigens beide Arten von Strahlung eine Rolle.


Die UV-Strahlung kann unterschiedlich stark sein.
Das hängt von ganz unterschiedlichen Bedingungen ab. Zum Beispiel von der Tages- und Jahreszeit: Das UV-Licht ist im Sommer und zur Mittagszeit besonders intensiv.

Auch spielen die geografische Lage und die Höhenlage eine Rolle: Die Strahlung ist am Äquator intensiver, da dort die Strahlen senkrecht auf die Erde treffen. In den Bergen und bei klarer Luft bekommen wir deutlich mehr UV-Strahlen ab als im Tal.

Entscheidend ist auch, wo man sich der Sonne aussetzt: Schnee, Wasser, Sand und Asphalt reflektieren das UV-Licht. Darum ist die Strahlung am Strand, beim Baden oder auf der Skipiste besonders intensiv.

Wer denkt, dass ein bewölkter Himmel das UV-Licht von uns fernhält, irrt. Wolken können die Strahlung abschwächen, sie können sie aber nicht aufheben. In Ausnahmefällen können sie die UV-Strahlung auch verstärken.

 

Wie stark die Sonne scheint, zeigt übrigens der sogenannte UV-Index.

UV-Index

Der UV-Index gibt an, wie stark die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort ist.

Er beginnt bei 1 und erhöht sich mit der Strahlung. Je höher der Index ist, umso wichtiger ist der Sonnenschutz. Der UV-Index wird oft mit dem Wetterbericht im Radio und Fernsehen, im Internet und der Zeitung bekannt gegeben. Dabei wird immer der Maximalwert, der mittags erreicht wird, angegeben.

Ab einem UV-Index von 3 sollte man sich vor zu viel Sonneneinstrahlung mit entsprechender Kleidung, der Verwendung von Sonnenschutzmitteln oder auch durch Meidung der direkten Sonneneinstrahlung schützen.

  Den persönlichen UV-Check kann sich übrigens jeder kostenlos auf das Handy schicken lassen: http://www.uv-check.de/
     
  Auf denInternet-Seiten des deutschen Wetterdienstes kannst du die Vorhersage für UV-Werte in ganz Deutschland, Europa und der Welt ansehen: UV-Indexvorhersage des deutschen Wetterdienstes
     
  Den UV-Index in der Schweiz erfährst du beim schweizer Bundesamt für Gesundheit

 

Auswirkungen

Das Licht und die Wärme der Sonne sind bis zu einem bestimmten Grad gesund und sorgen dafür, dass man sich wohl fühlt.

Die Sonne ist also grundsätzlich gut für den Menschen!

Überschreitet die UV-Bestrahlung aber einen gewissen Grenzwert, der von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, kann die Haut auch unter ihr leiden.


Was aber machen die Sonnenstrahlen genau mit uns und unserer Haut?

 Sonnenstrahlen fördern die Produktion von Vitamin D. Mehr...
Das UV-Licht ermöglicht dem Körper die Produktion des Vitamin D.

Dieses Vitamin tut dem Körper gut. Es ist wichtig für den Knochenaufbau. Damit der Körper ausreichend Vitamin D produzieren kann, benötigt er allerdings nicht viel Sonneneinstrahlung. 10 bis 15 Minuten pro Tag auf Gesicht, Arme und Hände reichen aus - auch bei bedecktem Himmel.

 Die Sonne heitert die Menschen auf. Mehr...

Das hat bestimmt jeder schon einmal selbst bemerkt: Das sichtbare Licht und die Wärme der Sonne steigern unsere Laune.

Neben den positiven Assoziationen, die mit einem sonnigen Tag verbunden sind, kann die Sonne unsere Stimmung biochemisch beeinflussen: Es werden Botenstoffe im Gehirn (wie Serotonin) freigesetzt, die uns euphorisch stimmen und entspannen.

Kein Wunder, dass jeder Frühlingsanfang unzählige Menschen von der sogenannten "Winterdepression" erlöst.

 UV-Strahlung kann als Therapie bei Hautkrankheiten eingesetzt werden. Mehr...
Bei gezieltem Einsatz kann die UV-Strahlung bei der Behandlung verschiedener Hautkrankheiten helfen.

Bei der sogenannten Phototherapie kann die richtige UV-Dosis dazu beitragen, Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder auch Schuppenflechte (Psoriasis) zu verbessern, indem sie Entzündungen der Haut reduziert und den Juckreiz der Haut lindert oder zum Verschwinden bringt. Die richtige Dosierung der Strahlung sollte aber unbedingt von einem Hautarzt festgelegt werden.

Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Die Neurodermitis ist eine besondere angeborene Form von Ekzem, bei der oft ganz spezielle Auslöser von Bedeutung sind, die bei anderen Ekzemtypen keine wichtige Rolle spielen.

Neurodermitis juckt oft stark und verläuft meist in Schüben. Davon kommt auch ihr Name, denn Neuron kommt aus dem Griechischen und heißt "Nerv", Dermatitis kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet "Entzündung der Haut". Die Nerven spielen dabei eine doppelte Rolle: einerseits wird das Jucken (genau wie auch der Schmerz) über Nerven an unser Gehirn gemeldet. Zum anderen hat das Nervensystem auch viel mit unserer Psyche zu tun.

Bei Neurodermitis können alle Hautstellen und in jedem Alter betroffen sein. Bei den Entzündungsreaktionen handelt es sich meist nicht um eine Allergie. Oft sind ganz andere Ursachen schuld.

Allein vom Aussehen her lässt sich eine Neurodermitis nicht sicher von anderen Ekzemen (wie z.B. dem allergischen Kontaktekzem oder dem subtoxisch-kumulativen Kontaktekzem) unterscheiden.

 Durch die Sonne wird man braun. Mehr...
Um sich vor den Schäden der UV-Strahlung zu schützen, reagiert die Haut mit der Verdickung der obersten Hautschicht und Bräunung.

Die Bräunung entsteht durch die vermehrte Produktion des Hautpigments (oder Hautfarbstoffs) Melanin. Dadurch soll die Energie des UV-Lichtes bereits an der Hautoberfläche abgefangen und daran gehindert werden, tiefer in die Haut einzudringen.

Bräunung ist also eine Warnung der Haut. Daher ist die natürliche individuelle Hautfarbe ein Zeichen für Gesundheit und nicht die sonnengebräunte.

 UV-Strahlung kann Sonnenbrand verursachen. Mehr...
Übermäßige Sonnenbestrahlung – egal ob durch natürliches oder künstliches UV-Licht – kann wenige Stunden später ziemlich unangenehm werden: Man bekommt einen Sonnenbrand.

Dabei werden wie bei einer Verbrennung mit Feuer drei Stufen unterschieden:

Grad 1 = Schmerzhafte Rötung, Schwellung
Grad 2 = Blasenbildung
Grad 3 = Weitgehende Zerstörung und Ablösung der Oberhaut

Wie schnell man einen Sonnenbrand bekommt, hängt vom Hauttyp sowie der Dauer und Intensität der Sonnenbelastung ab. Von einem Sonnenbrand erholt sich die Haut nur scheinbar. Jeder Sonnenbrand führt dazu, dass die Haut so geschädigt wird, dass der Körper nicht mehr alle Schäden reparieren kann. Das kann zur vorzeitigen Hautalterung führen oder Folgen wie die Entstehung von Hautkrebs haben.

Wer sich aber entsprechend schützt, kann all das vermeiden.

 Durch die UV-Strahlung kann die Haut schneller altern. Mehr...
Häufiges Sonnen beschleunigt und verstärkt die vorzeitige Hautalterung sichtbar.

Dabei führt zuviel UV-Licht erst einmal dazu, dass die Haut Feuchtigkeit verliert, austrocknet und sich abschuppt. Langfristig bewirken die UV-Strahlen, dass es zur Bildung von Falten und Pigmentflecken (Altersflecken) kommt.

 Sonnenstrahlen können Hautkrebs hervorrufen. Mehr...
Die Haut merkt sich jeden einzelnen Schaden, den sie einmal durch UV-Strahlung davongetragen hat. Zu übertriebener Sonnengenuss kann zu Hautkrebs führen.

Dabei unterscheidet man den hellen (z.B. den Basalzellkrebs sowie den Stachelzellkrebs) und den schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom).

Der helle Hautkrebs tritt vor allem bei älteren Menschen auf und hat, wenn er rechtzeitig erkannt wird, sehr gute Heilungschancen, da er sich nicht auf andere Organe im Körper ausbreitet.
Vom schwarzen Hautkrebs können auch schon junge Menschen betroffen sein. Diese Hautkrebsform ist aggressiver und schwerer zu behandeln - unter anderem deshalb, weil dieser Krebs auch andere Organe befallen kann.    

Hautkrebs muss nicht sein. Auch hier kann mit dem richtigen Verhalten sehr gut vorgebeut werden. Mehr Infos dazu gibt es im Bereich gesunder Sonnengenuss.

 Die Haut kann auf UV-Licht überempfindlich reagieren. Mehr...
Manchmal reagiert die Haut auf UV-Strahlung sehr empfindlich mit unangenehmen Hautveränderungen, wie zum Beispiel Rötungen, Bläschen oder Pusteln, verbunden mit starkem Brennen und Juckreiz.

Das geschieht beispielsweise, wenn die Haut nicht an die intensive Sonnenstrahlung gewöhnt ist ("Sonnenallergie").
Bei der Mallorca-Akne reagiert die Haut auf das Zusammenspiel von UV-Licht und Fetten bzw. Emulgatoren, z.B. in Sonnencremes. Man bekommt akneähnliche Hautveränderungen wie Pusteln.
Auch manche Medikamente, Kosmetika oder auch Pflanzen können in Verbindung mit UV-Strahlung zu unangenehmen Hautveränderungen führen.


Alles in allem ist UV-Strahlung notwendig, doch zu viel kann dem Menschen schaden - manchmal sogar so, dass man es nicht mehr rückgängig machen kann.

Immer auf den Hauttyp achten! Grundsätzlich sollte sich darum jeder Mensch mit der UV-Strahlung und deren Konsequenzen auseinandersetzen.

Wie empfindlich man darauf reagiert, ist individuell unterschiedlich. Das hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Ob jemand eher hell- oder dunkelhäutig ist, ist dabei im Erbgut (genetisch) festgelegt.

Menschen mit blasser oder sommersprossiger Haut, hellem oder rotem Haar und blauen Augen bekommen rascher einen Sonnenbrand und werden oft gar nicht braun. Dunklere Hauttypen sind da unempfindlicher: Sie haben seltener Sonnenbrand und werden meistens schneller braun.

Mehr Informationen zum Hauttyp gibt es hier. Wer möchte, kann mit Hilfe der Tabelle einmal den eigenen Hauttypen einschätzen.

Die Hauttypen

Insgesamt gibt es sechs unterschiedliche Hauttypen (I-VI), wobei im europäischen Raum vor allem die Typen I-IV vorkommen. Diese Einteilung hat sich ein amerikanischer Hautarzt ausgedacht, um besser Empfehlungen für den Sonnenschutz geben
zu können.

Hauttyp 1

 

 

 

 

 

 

Merkmale:

  • Sehr helle, extrem empfindliche Haut mit Sommersprossen,
  • helle Augen
    und rotblondes Haar,
  • keine Bräunung und
  • meistens Sonnenbrand
    (ungeschützt in 10 Minuten)

Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand vermeiden und sich lieber im Schatten aufhalten (v.a.
    mittags zwischen 11 und 15 Uhr),
  • Hut mit Nackenschutz und geeignete
    Kleidung sowie Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 30)
    auftragen, Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders gut schützen

 

 
Hauttyp 2

 

 

 

 

 

 

Merkmale:

  • Helle
    empfindliche Haut und oft Sommersprossen,
  • helle Augen und helles Haar,
  • langsame Bräunung und
  • fast immer Sonnenbrand (ungeschützt in 20
    Minunten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand
    vermeiden und sich lieber im Schatten aufhalten (v.a. mittags zwischen
    11 und 15 Uhr),
  • Hut mit Nackenschutz und geeignete Kleidung sowie
    Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit
    hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 25) auftragen, Nase, Ohren, Lippen
    und Nacken besonders gut schützen

 

 
Hauttyp 3

 

 

 

 

Merkmale:

  • Mittelhelle
    Haut, helle oder dunkle Augen und braunes Haar,
  • einfache langsame
    Bräunung und
  • oft Sonnenbrand (ungeschützt in 30 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand
    vermeiden, mittags zwischen 11 und 15 Uhr
  • Kopfbedeckung und
    Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mind. Lichtschutzfaktor 15
    verwenden, Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders gut schützen

 

 
Hauttyp 4

 

 

 

  Merkmale:

  • Bräunliche, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und dunkelbraunes
    oder schwarzes Haar,
  • schnelle und tiefe Bräunung und
  • gelegentlich
    Sonnenbrand (ungeschützt in 45 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Kopfbedeckung
    und Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten
    Lichtschutzfaktor 15 verwenden, am Meer und in den Bergen Lippen und
    Nacken gut schützen

 

 
Hauttyp 5

 

 

 

 

Merkmale:

  • Dunkle, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und schwarzes Haar,
  • selten Sonnenbrand (ungeschützt in 60 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Kopfbedeckung
    und Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten,
    Lichtschutzfaktor 15 verwenden, am Meer und in den Bergen Lippen und
    Nacken gut schützen

 

 
Hauttyp 6

 

 

 

 

  Merkmale:

  • schwarze, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und schwarzes Haar,
  • sehr selten Sonnenbrand (ungeschützt in 90 Minuten)



Sonnenschutzmaßnahmen:

  • am
    Meer und in den Bergen Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen, Lippen
    gut schützen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten Lichtschutzfaktor 15
    auftragen,nach einer längeren sonnenarmen Zeit kann auch die dunkle
    Haut bei einem längeren Sonnenbad einen Sonnenbrand bekommen.

Mythen

  Zum Thema Sonne und Sonnenschutz wird vieles geschrieben und berichtet. Dennoch sind nicht alle Informationen rund um das Thema richtig.

Viele meinen z.B., dass braungebrannte Haut nicht nur besonders gut aussieht, sondern auch sehr gesund ist. Das ist aber eigentlich nur ein Bild, das in unserer westlichen Gesellschaft existiert. Richtig ist das damit nicht. Bräune ist ein Warnsignal der Haut. Wirklich gesunde Haut hat eine natürliche Farbe.

Andere, die wissen, dass zu viel UV-Strahlung nicht so gut ist, oder die sich auch an kalten und grauen Tagen nach Licht und Wärme sehnen, beschließen, ins Solarium zu gehen. Aber auch wenn die Strahlung im Solarium künstlich ist, ist sie nicht weniger gefährlich.

Auch das "Vorbräunen" vor dem Urlaub oder dem Hochsommer - ob im Solarium oder durch Selbstbräuner - bringt nichts in Sachen Sonnenschutz. Was zählt, ist immer der Eigenschutz der Haut. Nach diesem sollte man sich richten und entsprechend Sonnenschutzmaßnahmen ergreifen.

Manchmal denken gerade dunkelhäutigere Menschen, dass ihnen die Sonne nichts anhaben kann und dass Sonnenschutz nur Menschen mit heller Haut etwas angeht. Aber dunkle Hauttypen bekommen ebenfalls einen Sonnenbrand, wenn sie das Sonnenbaden übertreiben - auch wenn es bei ihnen ein bisschen länger dauert.

Sonnenschutz ist außerdem nicht nur im Hochsommer bei strahlend blauem Himmel ein Thema, nach dem Motto: keine Sonne, keine UV-Gefahr. Insgesamt 80% der UV-Strahlen gelangen durch die Wolkendecke. Im Winter reflektiert der Schnee die Sonnenstrahlen, und so kann man sich auch zur kalten Jahreszeit die Haut verbrennen. Am besten richtet man sich immer nach dem UV-Index, der zeigt, wie hoch der UV-Wert an einem bestimmten Ort ist.

Wer denkt: "Ach, ein Sonnenbrand ab und an, das macht ja nichts", irrt sich. Die Haut vergisst nichts.

gesunder Sonnengenuss

Bei den vielen angenehmen Seiten der Sonne vergisst man leider manchmal die Schattenseiten. Deshalb ist Sonnenschutz sehr wichtig. Dafür kann jeder selbst etwas tun!

Mit dem richtigen Verhalten und einer vernünftigen Einstellung kann man die schönen Seiten der Sonne genießen und sich vor den schlechten Auswirkungen schützen.

Und das ist gar nicht so schwer!

Wer folgende Tipps beherzigt, bewegt sich auf der sicheren Sonnenseite:

Umdenken und natürlicher Hautfarbe den Vorzug geben. Mehr...
Für viele Menschen in der westlichen Gesellschaft sind ausgedehnte Sonnenbäder in der prallen Sonne normal; gebräunte Haut empfinden sie als Zeichen von Attraktivität und Gesundheit. Das sollte man allerdings hinterfragen!

Ist es nicht eher so, dass nur gesunde Haut mit einer natürlichen Bräune wirklich schön ist? Die Erkenntnis, dass es verschiedene Hauttypen gibt und dass jeder mit seiner Hautfarbe zufrieden sein kann, ist der erste Schritt in Richtung "sonnen-intelligentes" Verhalten.
Das ist übrigens schon bei vielen Top-Modells oder Filmstars angekommen. 

 Mehr Infos über Haut und Schönheit: Früher, heute und anderswo. 

Unsere Haut bestimmt unser Aussehen: Einer hat eher dunkle Haut, eine andere zahlreiche Sommersprossen und so weiter. Dabei gibt und gab es immer unterschiedliche Vorstellungen, was schön ist. Das Schönheitsideal und damit auch die Hautfarbe schöner Menschen hängt dabei meist von der Kultur in der wir leben und deren Schönheitsideal ab.

Heute gilt in unserer westlichen Gesellschaft oft als schön und gesund, wer braun gebrannt ist. Das war nicht immer so: Es gab Zeiten, in denen möglichst helle Haut als besonders schön galt. Im Mittelalter und der Renaissance sah man zum Beispiel die "vornehme Blässe" als ein Zeichen für Schönheit und vor allem auch für Reichtum an: Wer helle Haut hatte, konnte es sich "leisten" andere für sich arbeiten zu lassen. Wer braun gebrannt war musste sich sein Geld mit harter Arbeit (z. B. auf dem Feld) verdienen. Ähnlich wie heute manche Menschen ins Solarium gehen, um dem braun gebrannten Schönheitsideal zu entsprechen, versuchten die Menschen damals die Sonne so gut es ging zu vermeiden. Außerdem behandelten sie sich mit verschiedensten Tinkturen, die die Haut aufhellten. Diese Mittelchen waren oftmals ziemlich ungesund.

Dass eine braune Haut als besonders gesund und schön gilt, liegt noch nicht so lange zurück. Erstmals in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts galt braun gebrannte Haut als erstrebenswert. Es zählt der Gedanke: Wer braun ist, kann es sich leisten in den Urlaub zu fahren oder hat genug Freizeit und kann diese draußen verbringen anstatt im Büro zu sitzen. Angesichts der vielen Hautkrebserkrankungen wandeln sich diese Ansichten inzwischen aber mancherorts wieder und es setzt sich der Trend zu natürlicher Hautfarbe durch.

Diese Entwicklungen gelten insbesondere für die Industrieländer. In anderen Kulturen herrschen auch heute ganz andere Ansichten. Dort wollen die Menschen genau das Gegenteil: In Afrika und Asien ist eine möglichst helle Haut ein Zeichen für Schönheit und vor allem auch für Reichtum und Erfolg. So verwenden manche Afrikaner und Asiaten Haut aufhellende Cremes, um ihrem kulturspezifischen Schönheitsideal zu entsprechen und erhoffen sich damit bessere Zukunftschancen – beruflich und privat. Diese Hautaufhellung ist nicht immer ungefährlich. Viele können sich nur die günstigen (oft illegalen) Produkte leisten, die nicht selten gefährliche oder verbotene Inhaltsstoffe enthalten und der Gesundheit schaden.

 Sonnenbrand vermeiden. Mehr...
Der beste Schutz gegen UV-Schäden der Haut besteht darin, Sonnenbrand zu vermeiden.

Niemand sollte sich übermäßig der prallen Sonneneinstrahlung auszusetzen, sondern alle möglichen Schutzmaßnahmen treffen.
Denn die Haut vergisst nichts.

 Schützende Kleidung und eine Sonnenbrille tragen. Mehr...

Mit der entsprechenden Kleidung kann man sich gut vor der Sonne schützen.

Dazu gehört eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe als Schutz für Augen, Ohren, Gesicht und Nacken.Zudem bietet dicht gewebte, locker sitzende und möglichst lange Kleidung UV-Schutz. Und auch eine Sonnenbrille mit genormtem UV-Filter gehört dazu.

 Sonnencreme verwenden. Mehr...
Zudem schützt Sonnencreme vor der UV-Strahlung.

Am besten sollte man Sonnencreme 30 Minuten, bevor man in die Sonne geht, reichlich auftragen, damit sie die volle Wirkung entfalren kann. Sie sollte sowohl UV-A als auch UV-B-Schutz enthalten.

Sogenannte "Sonnenterrassen", wie Gesicht, Ohren, Schultern, Nacken, Hand- und Fußrücken, sollten besonders geschützt werden.

Wer baden will, benutzt am besten eine wasserfeste Creme. Auch Nachcremen hilft – es verlängert jedoch nicht die Wirkung der Sonnencreme, sondern erhält sie nur. Wichtig ist auch der passende Lichtschutzfaktor. Je nach Hauttyp muss dieser mehr oder weniger hoch sein.

Aber
Vorsicht: Sonnencreme ist kein Garant für einen absoluten Schutz vor
UV-Schäden und kein Freipass für uneingeschränkten Sonnengenuss

 Die Sonne meiden und den Schatten suchen. Mehr...
Die UV-Strahlung ist zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten unterschiedlich intensiv.

Besonders sollte man die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden. Dann scheint die Sonne senkrecht auf die Erde herunter und ist dadurch besonders intensiv. Dann lieber den Schatten aufsuchen.

Im Gebirge, am Strand oder auf dem Wasser gilt besondere Vorsicht – was nicht heißt, dass die Sonne auf dem Schulhof oder dem Balkon weniger Auswirkungen haben kann.

 Grundsätzlich hilft es, auf den UV-Index zu achten.

UV-Index

Der UV-Index gibt an, wie stark die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort ist.

Er beginnt bei 1 und erhöht sich mit der Strahlung. Je höher der Index ist, umso wichtiger ist der Sonnenschutz. Der UV-Index wird oft mit dem Wetterbericht im Radio und Fernsehen, im Internet und der Zeitung bekannt gegeben. Dabei wird immer der Maximalwert, der mittags erreicht wird, angegeben.

Ab einem UV-Index von 3 sollte man sich vor zu viel Sonneneinstrahlung mit entsprechender Kleidung, der Verwendung von Sonnenschutzmitteln oder auch durch Meidung der direkten Sonneneinstrahlung schützen.

  Den persönlichen UV-Check kann sich übrigens jeder kostenlos auf das Handy schicken lassen: http://www.uv-check.de/.
     
  Auf denInternet-Seiten des deutschen Wetterdienstes kannst du die
Vorhersage für UV-Werte in ganz Deutschland, Europa und der Welt
ansehen: UV-Indexvorhersage des deutschen Wetterdienstes

 Zu jeder Gelegenheit Sonnenschutzmaßnahmen anwenden. Mehr...

Sonnenschutz ist also überall wichtig. 

Einen Sonnenbrand kann man überall bekommen! Bei einem Ausflug mit Freunden, auf dem Balkon oder der Terrasse zu Hause oder während der Pausen in der Schule.
Darum gilt: Jeder sollte zu jeder gelegenheit Sonnenschutzmaßnahmen ergreifen können.

 Künstliche Bräunung am besten vermeiden. Mehr...
Solarien sind keine Alternative für gesunde Bräune. Jede UV-Strahlung, egal ob künstlich oder natürlich, kann zu Hautschäden führen.

Darum sollten Solarien und "Heimsonnen" am besten gemieden werden.
Auch zur Urlaubsvorbereitung, also zum "Vorbräunen", sind sie nicht unbedingt geeignet, da der UV-Eigenschutz damit nicht gesteigert werden kann. Das gilt im Übrigen auch für die Bräune durch Selbstbräunungsmittel.

  Übrigens: Demnächst soll europaweit der Besuch von Solarien für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden. Vielleicht sind die Gründe dafür jetzt besser nachzuvollziehen.

 Den eigenen Hauttyp kennen und Schutzmaßnahmen darauf abstimmen. Mehr...
Beim Sonnenschutz kommt es immer auch auf den Hauttyp an. Wie schnell die Haut ohne zusätzlichen Schutz Schäden durch die UV-Strahlung erleiden kann, hängt immer vom eigenen Hauttyp ab.

Darum sollten Sonnenschutzmaßnahmen dem persönlichen Hauttyp entsprechen. Je hellhäutiger eine Person ist, umso geringer ist die Eigenschutzzeit der Haut. Das bedeutet, desto kürzer kann sich ein Mensch ohne Sonnenschutz in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Aus dem Grund müssen sich hellhäutige Menschen stärker schützen als dunkle.

Ein amerikanischer Hautarzt hat sich eine Einteilung in sechs Hauttypen ausgedacht, um besser Empfehlungen für den Sonnenschutz geben zu können. Mit dieser Einteilung kann jeder selbst ganz einfach versuchen den eigenen Hauttyp und die jeweiligen Sonnenschutzmaßnahmen herauszufinden.
 
Hauttyp 1

 

 

 

 

 

 

Merkmale:

  • Sehr helle, extrem empfindliche Haut mit Sommersprossen,
  • helle Augen
    und rotblondes Haar,
  • keine Bräunung und
  • meistens Sonnenbrand
    (ungeschützt in 10 Minuten)

Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand vermeiden und sich lieber im Schatten aufhalten (v.a.
    mittags zwischen 11 und 15 Uhr),
  • Hut mit Nackenschutz und geeignete
    Kleidung sowie Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 30)
    auftragen, Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders gut schützen

 

 
 
Hauttyp 2

 

 

 

 

 

 

Merkmale:

  • Helle
    empfindliche Haut und oft Sommersprossen,
  • helle Augen und helles Haar,
  • langsame Bräunung und
  • fast immer Sonnenbrand (ungeschützt in 20
    Minunten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand
    vermeiden und sich lieber im Schatten aufhalten (v.a. mittags zwischen
    11 und 15 Uhr),
  • Hut mit Nackenschutz und geeignete Kleidung sowie
    Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit
    hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 25) auftragen, Nase, Ohren, Lippen
    und Nacken besonders gut schützen

 

 
 
Hauttyp 3

 

 

 

 

Merkmale:

  • Mittelhelle
    Haut, helle oder dunkle Augen und braunes Haar,
  • einfache langsame
    Bräunung und
  • oft Sonnenbrand (ungeschützt in 30 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Sonnenbrand
    vermeiden, mittags zwischen 11 und 15 Uhr
  • Kopfbedeckung und
    Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mind. Lichtschutzfaktor 15
    verwenden, Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders gut schützen

 

 
 
Hauttyp 4

 

 

 

  Merkmale:

  • Bräunliche, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und dunkelbraunes
    oder schwarzes Haar,
  • schnelle und tiefe Bräunung und
  • gelegentlich
    Sonnenbrand (ungeschützt in 45 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Kopfbedeckung
    und Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten
    Lichtschutzfaktor 15 verwenden, am Meer und in den Bergen Lippen und
    Nacken gut schützen

 

 

 
Hauttyp 5

 

 

 

 

Merkmale:

  • Dunkle, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und schwarzes Haar,
  • selten Sonnenbrand (ungeschützt in 60 Minuten)


Sonnenschutzmaßnahmen:

  • Kopfbedeckung
    und Sonnenbrille tragen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten,
    Lichtschutzfaktor 15 verwenden, am Meer und in den Bergen Lippen und
    Nacken gut schützen

 

 
 
Hauttyp 6

 

 

 

 

  Merkmale:

  • schwarze, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen und schwarzes Haar,
  • sehr selten Sonnenbrand (ungeschützt in 90 Minuten)



Sonnenschutzmaßnahmen:

  • am
    Meer und in den Bergen Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen, Lippen
    gut schützen,
  • Sonnenschutzmittel mit mindesten Lichtschutzfaktor 15 auftragen,nach einer längeren sonnenarmen Zeit kann auch die dunkle Haut bei einem längeren Sonnenbad einen Sonnenbrand bekommen.

Alles Klar? Wenn du Lust hast, kannst du bei einem kleinen Test der schweizer Krebsliga noch einmal dein Wissen über "gesunden Sonnengenuss" auf den Prüfstand stellen. Leg gleich einmal los!

Wissenstest "Sonnenschutz"

   

Übrigens: Man sollte immer ein Auge auf seine Haut haben. Wer auf der Haut etwas Auffälliges wie zum Beispiel ein unnatürliches, sich veränderndes oder schmerzendes Muttermal entdeckt, sollte sich vorsichtshalber an einen Hautarzt wenden, der dann klären wird, was zu tun ist.

Für die Selbstuntersuchung gibt es hier ein paar Tipps.

 


Selbstuntersuchung

Hautkrebs ist der einzige Krebs, der äußerlich sichtbar ist. So könnt ihr ihn, wenn ihr darauf achtet, leichter erkennen als andere Krebsarten
.

Das erhöht im Fall des Falles die Heilungschancen. Aus diesem Grund sollte man einmal im Jahr einen Hautarzt aufsuchen und die Haut etwa alle drei Monate von Kopf bis Fuß selbst untersuchen.

Der helle Hautkrebs zeigt sich zum Beispiel durch erhabene Knötchen bzw. Erhebungen auf der Hautoberfläche und raue Hautstellen.

Die sogenannte ABCDE-Regel hilft Anzeichen für den schwarzen Hautkrebs, das Maligne Melanom, zu erkennen. Dabei sollte man den gesamten Körper nach Malen absuchen, die folgende Merkmale aufweisen:

A = Asymmetrie (asymmetry):
Ist die Form des Pigmentflecks ungleichmäßig?
B = Begrenzung (border):
Hat das Mal einen rauen, zackigen, unebenen Rand oder scheint auszulaufen?
C = Colorit (color oder coloration):
Ist der Pigmentfleck unterschiedlich gefärbt?
D = Durchmesser (diameter):
Ist der Durchmesser des Mals größer als 2 Millimeter?
E = Erhabenheit (elevation) und Entwicklung (evolution):
Ist der Pigmentfleck erhaben? Verändert sich das Mal im Lauf der Zeit?

 

 

Modul 3: Ekzeme

Ekzeme - Jucken, Brennen und kein Spaß... Da will man sich mal richtig herausputzen und dann passiert das! Die Haut juckt und brennt und man fühlt sich gar nicht mehr wohl. Zum Glück wurde Thelma rechtzeitig gewarnt und hat sich die alten Ohrringe nicht angesteckt... Was sonst noch so hinter der geheimen Tür passiert ist, kannst Du in Episode 3 anhören oder lesen.

Lernmodul Ekzeme
Episode 3
Die geheime Tür
Interaktiv
Den Ekzemen auf der Spur - Das Adventure
Tipps & Infos
Tipps und Informationen zum Thema Ekzeme

 

Episode 3

Die geheime Tür


Nach einem ziemlich anstrengenden Ferientag mit Strandlauf und Volleyballturnier beschließen Natalya, Thelma, Max und Paolo einen ruhigen und gemütlichen Abend an ihrem heimlichen Treffpunkt zu verbringen. Bewaffnet mit Decken, Taschenlampen und Proviant schleichen die Jugendlichen durch den Wald zur alten Villa.

Sie laufen um das verlassene Gebäude herum und wollen wie gewohnt durch das kleine Fenster im ersten Stock einsteigen, als Paolo etwas entdeckt:

"Hey Leute. Seht mal hier! Hinter dem Efeu ist eine Tür. Vielleicht ist die offen."

Max, Natalya und Thelma bleiben stehen und leuchten die efeubewachsene Holztür an, während sich Paolo mutig durch das rankende Gewächs kämpft. Und tatsächlich. Die alte Tür knarrt unüberhörbar, als Paolo sie kraftvoll aufstößt.

"Ha, sag ich's doch. Jetzt müssen wir uns nicht mehr durch das enge Fenster quetschen. Mal sehen, was sich hinter der Tür befindet. Folgt mir!"

Die anderen sehen sich verblüfft an und stecken ihre Köpfe durch den verwachsenen Eingang. Das Licht der Taschenlampen lässt eine schmale Treppe abwärts in Richtung Keller erkennen, die von einer Falltür bedeckt wird. Sie führt in einen Teil der Villa, den die Jugendlichen bisher noch nicht entdeckt haben.

"Sollen wir da echt runter gehen? Die morschen Bretter sehen nicht sonderlich vertrauenswürdig aus!" stellt Max fest.

"Jetzt stell dich nicht so an! Wir gehen am besten langsam und nacheinander. Wollt ihr nicht wissen, was der ehemalige Hausherr noch so alles vor uns verborgen hat? Vielleicht finden wir ja einen Schatz!" entgegnet Paolo.

"Haha ... klar ein Schatz! Du hast wohl zu viele Filme gesehen"

"Genau. Wahrscheinlich finden wir zwischen all den Spinnweben höchstens Kohle und staubige Bücher. Aber wenn du meinst, lass uns runtergehen."

Die beiden Mädchen sind skeptisch, aber sie folgen zögernd. Zusammen mit Max macht Natalya das Schlusslicht; sie weiß nicht, was sie von dieser Idee halten soll.

"Das ist aber ganz schön dunkel hier!" sagt Thelma mit einem leichten Zittern in der Stimme, als sie hinter Paolo die alten Stufen hinuntersteigt.

"Ich leuchte dir den Weg. Stop! Thelma, warte auf mich..." ruft Natalya und folgt den anderen mit schnellem Schritt.

Unten angekommen können sie ihren Augen nicht trauen. Sie stehen in einem alten Arbeitszimmer. Die schmalen Lichtkegel der Taschenlampen beleuchten die alten schmutzigen Bücher, die von Zentimeter dicken Staubschichten bedeckt sind. Auf dem mit Spinnenweben überzogenen Schreibtisch liegt ein altes Notizbuch, mit nahezu unleserlichen Inschriften. An was der Hausherr wohl gearbeitet hat? Neugierig sehen sich die Jugendlichen um.

"Oh seht mal! Ich habe tatsächlich einen Schatz gefunden. Hier in der Schale liegen Ohrringe mit kleinen grünen Steinen. Ob die mir wohl stehen?", fragt Thelma und steckt sich einen der goldenen Schmuckstücke ins Ohr.

"Du kannst die Ohrringe doch nicht einfach wegnehmen – das ist Diebstahl!" Max ist entsetzt.

"Wer hat denn was von Stehlen gesagt? Ich probiere sie doch nur an," stellt Thelma trocken fest, während sie den zweiten Ohrring ansteckt.

"Und? Was meint ihr? Ich kann's tragen, oder?"

Paolo bewundert die edlen Schmuckstücke, während sich Max und Natalya gegenseitig anschauen und die Köpfe schütteln. Sie sehen sich genauer im Arbeitszimmer um.

Hinter Bergen durcheinandergeratener Zettel und riesigen Bücherstapeln entdecken sie eine Urkunde an der Wand, die so verstaubt ist, dass die Schrift nur schwer erkennbar ist. Gerade als Max seinen Ärmel lang zieht, um über die gerahmte Urkunde zu wischen, muss Paolo heftig niesen und befreit unfreiwillig das Bild von seiner Staubschicht.

"Danke, Paolo. Sehr kooperativ", witzelt Max.

"Bi-bi-bitteschööööön", stammelt Paolo und muss erneut niesen.

Schmunzelnd hält Max seinem Freund ein Taschentuch vor die rote Nase:

"Allergisch gegen den Staub, was?"

Er leuchtet die Urkunde an und beginnt zu lesen: "Urkunde für die besonderen Verdienste im Rahmen der Allergologischen Forschung an der Universität von Cannes ... verleihen wir Prof. Dr. Marie Prurit die Ehrendoktorwürde"

"Prurit? Das ist doch Französisch und ha-ha-heißt...Hatschi!"

"Das heißt Hatschi? Unser Forscher ist eine Forscherin und hieß Dr. Hatschi?" fragt Paolo ungläubig, während die Mädchen in schallendes Gelächter ausbrechen.

"Prurit bedeutet Juckreiz auf Französisch", klärt Max die anderen auf. "Haha ... das ist ja noch treffender!" hält sich Natalya den Bauch.

"A propos Jucken. Ich wäre an deiner Stelle vorsichtiger mit fremden Ohrringen, Thelma", sagt Natalya und fügt hinzu: "Meine Freundin hat kürzlich ganz ähnliche Ohrringe aus dem Urlaub mitgebracht – nicht wissend, dass sie eine Nickelallergie hat. Nach einem Tag hatte sie knallrote Ohren und es juckte – Frau Prurit hätte ihre Freude gehabt".

Thelma greift sich intuitiv an ihre Ohren und zögert kurz: "Ach Quatsch – die sind nicht aus Nickel!"

"Aber vielleicht bist du ja auf gestohlene Ohrringe allergisch", meint Max und betont erneut, dass er es nicht gut findet, sich fremdes Eigentum anzustecken.

"Oder vielleicht ist es ein altes Erbstück der Familie Prurit und mit einem Fluch belegt ...", flüstert Thelma mit dunkler Stimme und beschließt, die schönen Ohrringe zumindest für den Aufenthalt in der Villa anzubehalten.

"In welchen Bereichen hat Frau Prurit denn genau geforscht? Was steht da?" runzelt Paolo die Stirn und beugt sich erneut über die Urkunde.

"Allergien und Ekzeme", liest er laut. "Allergien und was? Ekzeme? Was ist denn das? Sind das nicht so Auswüchse?", fragt Thelma.

"Ja, wie deine Ohren bald – also falls du eine Nickelallergie hast wie Natalyas Freundin", entgegnet Max.

"Also, könnt ihr auch mal ernst sein? Ich hab hier noch was gefunden. Auf diesem Zettel steht in Großbuchstaben: Fakten und Mythen über Ekzeme" liest Paolo.

"Hm, aber es fehlt ein Stück vom Papier. Lasst uns mal nachsehen was auf den anderen Notizzetteln steht. Vielleicht können die uns Aufschluss geben ..."

Patsch! Ein fürchterlich lauter Knall lässt alle vier erstarren. „Was war das?“, flüstert Paolo leise.

"Die Falltür, die Falltür an der Treppe, wir stecken fest, ich habe es gewusst, ich HABE ES GEWUSST", jammert Natalya.

Durch das Kellerfenster sehen sie jemanden mit einer Taschenlampe: Der Gestalt nach muss es ein junger Mann sein und er kommt direkt auf sie zu und ruft: "Hallo, ist da wer?"

Paolo sieht keinen Ausweg mehr und antwortet laut: "Ja, hier ist jemand. Keine Diebe, nur vier Jugendliche aus dem Feriencamp. Wir haben nichts getan!"

Der junge Mann öffnet kurze Zeit später die Falltür und steigt die Treppe hinab in das Labor. "Ha, diese Villa, sie ist geradezu magisch – zieht jedes Jahr Jugendliche aus dem Zeltlager an, als ob sie heimlich rufen würde."

Der junge Mann ist nun bei Paolo, Max, Thelma und Natalya unten angekommen, die kleinlaut auf den Boden blicken.

"Nun gut", fährt er fort: "Ich bin Henri, Henri Molé. Mir gehört diese alte Villa, aber ich habe leider kein Geld, sie zu renovieren. Meine Urgroßmutter lebte hier, oder besser: sie forschte hier."

"Ja, wir haben es schon entdeckt. Ist deine, ähm, Ihre Urgroßmutter diese berühmte Professorin?", fragt Max neugierig.

"Ja, das ist richtig", entgegnet der junge Mann: "Aber nun zu euch: Ihr könnt doch nicht einfach hier hereinsteigen: in fremde Häuser und fremde Labore, um anderer Leute Urkunden … und, wie ich sehe, auch Ohrringe zu befingern."

Thelma nimmt rasch die Ohrringe ab und legt sie verlegen zurück auf ihren Platz. Henri sieht sie ernst an: "Sie wären dir bestimmt nicht gut bekommen. Du wärst nicht die erste, die darauf mit einer Nickelallergie reagiert!"

Natlya blickt siegessicher in die Runde – da hatte sie ja den richtigen Riecher!

"Oha", Paolo scheint sich vom Schreck allmählich erholt zu haben und mischt sich wieder ein: "Da tritt aber einer ganz gewaltig in die Fußstapfen von der lieben Uroma, was?"

Henri nickt: "Ja, ich versuche es zumindest. Ich studiere hier ganz in der Nähe Medizin, an der Uni in Montpellier. Aber jetzt schaut, dass ihr zurückkommt. Ich drücke noch mal ein Auge zu! Und ... die Veranda dürft ihr gerne weiter nutzen".

Interaktiv

Den Ekzemen auf der Spur - Das Adventure

Max ist sich sicher: Das Labor unten in der alten Villa war tatsächlich endlich mal ein Abenteuer. Weder Natalyas innere Gruselgeschichte noch die Sache mit dem "Stranddieb" haben so einen bleibenden Eindruck in seinem Kopf und so viele Ideen hinterlassen wie die geheimnisvolle Tür und die alten wissenschaftlichen Utensilien der Madame Prurit. "Man könnte eine Art Fantasie- und Rätselgeschichte daraus machen.", überlegt Max – "...ähnlich wie in Computerspielen...".

Max sieht es deutlich vor sich: die alten schmutzigen Bücher, die von Zentimeter dicken Staubschichten bedeckt sind; den mit Spinnenweben überzogenen Schreibtisch und das alte Notizbuch mit nahezu unleserlichen Inschriften; die Berge durcheinandergeratener Zettel und riesigen Bücherstapeln; die Urkunde an der Wand, die so verstaubt ist, dass die Schrift nur schwer erkennbar ist.

Eine ideale Situation für Rätsel über die Mythen und Irrtümer in der Medizin! Habt Ihr auch Lust auf ein paar Rätsel im geheimnisvollen Keller von Madame Prurit?


Auf geht's!
Begleitet Max und seine Freunde in das alte Arbeitszimmer. Schlüpft in ihre Rollen und helft ihnen dabei, ein Mittel gegen Ekzeme zu finden. Viel Spaß dabei!

Solltet ihr nicht mehr weiterkommen, dann könnt ihr durch einen Klick auf das Fragezeichen-Symbol (rechts oben in der Inventarbox) die Hilfefunktion öffnen. 

    Das Adventure öffnet sich in einem neuen Fenster. Ihr könnt also immer zwischen dieser Seite und dem Adventure wechseln. Hier geht es zum Adventure!

      Für das Adventure benötigt Ihr den Flash-Player. Zum Download.
       
    Alles klar? Wenn nicht, könnt Ihr Euch nebenbei hilfreiche Tipps und Infos zum Thema Ekzeme durchlesen. Damit ist alles ganz einfach. Auch die Tipps & Infos öffnen sich in einem neuen Fenster damit Ihr immer alles im Blick habt.
Hier geht es zu den Tipps & Infos zum Thema Ekzeme!

 

 

Tipps & Infos

  Trockene Hautstellen kennt jeder von uns. Das ist normal; und oft erholt sich die Haut schnell. Deshalb beachtet man solche Veränderungen kaum. Aber manchmal kommt es sehr häufig oder dauerhaft zu derartigen Hautveränderungen, dass diese uns stören und einschränken. Diese Hauterscheinungen können zu sogenannten Ekzemen führen.

Ekzeme sind aber mehr als trockene Haut. Ekzeme sind Entzündungen der Haut, bei denen Juckreiz, Bläschen, feine Risse in der Haut und auch Hautverdickungen auftreten können. Klar, dass so etwas lästig und störend ist. Außerdem kann das auch wichtige Entscheidungen wie die Berufswahl oder persönliche Kontakte wesentlich beeinflussen.

Mehr Infos gibt's hier: Definition und Folgen.

Bei vielen Menschen steckt hinter Ekzemen eine angeborene Veranlagung; die Neigung zu Ekzemen liegen sozusagen in der Familie. Ekzeme können aber auch andere äußere und innere Einflüsse haben. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Stoffe, mit denen man in Berührung kommt oder auch einfach Unwohlsein.

  Mehr Infos gibt's hier: Entstehung und Mythen

Niemand ist Ekzemen hilflos ausgeliefert, sondern jeder kann eine ganze Menge unternehmen, um solche Beschwerden zu vermeiden oder so gering als möglich zu halten. Die beste Voraussetzung dafür, ist, dass man über die Ursachen und die Behandlung von Ekzemen Bescheid weiß. Dabei spielen die Meidung von Reizfaktoren oder Allergieauslösern, eine optimale Hautpflege und Hautschutz, aber auch die gezielte Behandlung mit verschiedenen Medikamenten eine wichtige Rolle.

Mehr Infos gibt's hier: Schutz und Behandlung


Definition

Viele können sich unter dem Ausdruck "Ekzem" nichts Genaues vorstellen. Und das obwohl weltweit viele Menschen jeden Alters an Ekzemen leiden. Was ist denn nun ein Ekzem?

Am häufigsten wird mit Ekzemen trockene Haut und Juckreiz in Verbindung gebracht. Ekzeme können aber ganz unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Diese sind im Infokasten beschrieben. 

    Ekzeme sind Entzündungen der oberen Hautschichten. Diese Entzündungen führen zur Entstehung kleiner Bläschen. Diese Bläschen sind als rote Punkte zu erkennen und jucken meist. Wenn die Bläschen aufplatzen oder aufgekratzt werden, tritt klare Flüssigkeit (sogenannte Gewebsflüssigkeit) aus. Übrig bleibt dann trockene Haut, die sich stark schuppt.  

Wer die eigene Haut einmal genau betrachtet, wird wahrscheinlich auch Stellen entdecken können, die trocken oder schuppig sind, die jucken oder brennen. Es handelt sich oft um "Mini-Ekzeme", die uns nicht sehr stören. Lästig werden Ekzeme erst, wenn größere Hautflächen betroffen sind.

Wer sich einmal näher ansehen möchte, wie ein Ekzem nun genau aussieht, kann das hier machen. Fahrt einfach mit der Maus über die Bilder.

Ekzeme können an allen Körperstellen auftreten: An den Armen, den Beinen, dem Rücken oder auch im Gesicht. Oft sind aber die Hände von Ekzemen betroffen, da die Haut dort besonders vielen Belastungen ausgesetzt ist (Hände waschen, Frühstück, Besteck, Fahrradgriff, Papier etc.).

Folgen

Ein leichter Juckreiz am Ohrläppchen wird meist kaum beachtet. Geschwollene, nässende und stark juckende Hände dagegen sind gar nicht mehr so angenehm. Ob Ekzeme von einer Person als lästig wahrgenommen werden, hängt meist davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden (Stärke, Dauer) sind.

Ekzeme können an allen Hautstellen auftreten und lösen an allen Körperstellen unangenehme Beschwerden aus. An Körperstellen, die von jedem zu sehen sind wie zum Beispiel das Gesicht oder die wir im Alltag oft gebrauchen (Hände), werden Ekzeme oft als besonders einschränkend empfunden.

Hier sind zur Veranschaulichung Bilder von Ekzemen an verschiedenen Körperstellen:
 

Ekzeme an den Händen sind besonders unangenehm.Wir brauchen gerade unsere Hände, um unsere Umwelt zu „begreifen“. Außerdem können wir die Hände nur schlecht verstecken uns jeder kann die veränderten Hautstellen sehen. Mehr dazu...

Ekzeme an den Händen

Wenn die Haut an den Händen geschwollen, gereizt oder verdickt und rissig ist, dann können die darunter liegenden Hautnerven Berührungssignale nur verändert oder gar nicht aufnehmen. Das ist, als ob eine Schicht trockene Erde an den Handflächen klebt. Man kann weder die Finger gut bewegen, weil die trockene Schicht nicht elastisch ist, noch kann man Gegenstände gut fühlen. 

Oft wird auch bei stark veränderter Haut der Hautkontakt, oft unbegründet, mit anderen vermieden. Denn bei Berührung (z.B. Händeschütteln) fühlt sich trockene Haut wie ein Reibeisen an. 

 

 

Entstehung

Von morgens bis abends hat es die menschliche Haut mit ganz unterschiedlichen Einflüssen zu tun. Sie verarbeitet verschiedene Reize von außen wie Hitze, Kälte, Schmutz oder andere Stoffe. Sie muss aber auch mit vielen inneren Einflüssen wie zum Beispiel Trauer, Angst oder Krankheiten fertig werden.

Jeder Mensch reagiert ganz individuell auf diese inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) Reize, die auf die Haut einwirken. Je nachdem wie die Haut bestimmte Reize verträgt und je nach der persönlichen Veranlagung können unter bestimmten Umständen Ekzeme entstehen.

Innere (oder auch endogene) Auslösefaktoren

Wie unsere Haut sich fühlt, ob sie krank ist oder gesund, hängt unter anderem mit Abläufen zusammen, sie sich innerhalb unserers Körpers abspielen. Das gilt auch für die Entstehung von Ekzemen.
Diese kann zum Beispiel durch die Erbanlagen beeinflusst werden also in der Familie liegen. Sie kann aber auch durch unser Wohlbefinden (zum Beispiel Angst oder Nervosität) oder eine Krankheit wie eine Grippe unterstützt werden.

Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, lies einfach in den jeweiligen Unterabschnitten weiter.

 

 Veranlagung. Mehr...

Bei der Entstehung von Ekzemen spielen die angeborenen Reaktionsmöglichkeiten der Haut auf verschiedene Ekzemauslöser eine wichtige Rolle.

Die Neigung zu Ekzemen kann beispielsweise angeboren (also genetisch veranlagt) sein, also in der Familie liegen. Das wird auch als Atopie bezeichnet. Ekzeme, die aus diesem Grund  entstehen, nennt man deshalb auch atopische Ekzeme.

Viele werden auch die Bezeichnung "Neurodermitis" kennen, die nur einen anderen Begriff für atopisches Ekzem darstellt. Neurodermitis ist die häufigste Ekzemform.

Übrigens: Nur weil jemand auf Grund seiner Gene die Neigung zu Ekzemen hat, bedeutet das nicht, dass er oder sie automatisch Neurodermitis bekommt, wenn beispielsweise die Mutter diese hat.

Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Die Neurodermitis ist eine besondere angeborene Form von Ekzem, bei der oft ganz spezielle Auslöser von Bedeutung sind, die bei anderen Ekzemtypen keine wichtige Rolle spielen.

Neurodermitis juckt oft stark und verläuft meist in Schüben. Davon kommt auch ihr Name, denn Neuron kommt aus dem Griechischen und heißt "Nerv", Dermatitis kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet "Entzündung der Haut". Die Nerven spielen dabei eine doppelte Rolle: einerseits wird das Jucken (genau wie auch der Schmerz) über Nerven an unser Gehirn gemeldet. Zum anderen hat das Nervensystem auch viel mit unserer Psyche zu tun.

Bei Neurodermitis können alle Hautstellen und in jedem Alter betroffen sein. Bei den Entzündungsreaktionen handelt es sich meist nicht um eine Allergie. Oft sind ganz andere Ursachen schuld.

Allein vom Aussehen her lässt sich eine Neurodermitis nicht sicher von anderen Ekzemen (wie z.B. dem allergischen Kontaktekzem oder dem subtoxisch-kumulativen Kontaktekzem) unterscheiden.

körperliches und seelisches Wohlbefinden. Mehr...
Viele im Körper stattfindende Abläufe haben auf die Hautbeschaffenheit und damit auch diese Abläufe großen Einfluss.

Dies können sowohl Regelkreisläufe wie der Menstruationszyklus bei Mädchen und der damit verbundene Hormonhaushalt, Entwicklungen wie das Älterwerden mit zunehmendem Verlust an Geschmeidigkeit der Haut als auch Einzelereignisse wie Infekte und Stress sein. All diese Komponenten führen zur Freisetzung verschiedener Stoffe im Körper, die über die Adern auch in die Haut gelangen und dort zu Reaktionen führen können.

Von wesentlicher Bedeutung können diese inneren Auslösefaktoren für den Verlauf einer Neurodermitis sein. Mehr dazu hier.

Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Psyche

Eine wesentliche Auslöserolle bei der Neurodermitis haben innere (endogene) Faktoren. Und von denen wiederum ist die Psyche ein sehr wichtiger Faktor: also unser seelisches Wohl- oder Missbefinden. Psyche und Neurodermitis können sich wie in einer Art "Teufelskreis" beeinflussen.

Auswirkungen der Psyche auf die Neurodermitis

Jede Art von psychischem "Stress" kann sich verschlechternd auf die Haut auswirken. Trennungsschmerz und Heimweh, Aufregung vor einer Prüfung, ein Vorstellungsgespräch bei einem Arbeitgeber, Streit mit anderen – all das kann eine Neurodermitis schlagartig zum Jucken bringen.
Es spielen aber nicht nur negative Stressbelastungen eine Rolle. Auch überströmende Freude kann den Hautzustand verschlechtern. Diese Reaktionen sind über Einflüsse des Nervensystems auf das Immunsystem zu erklären, das eine verstärkten Entzündungsaktivität in der Haut auslöst.

Rückwirkungen der Neurodermitis auf die Psyche

So wie die Neurodermitis von unserer Psyche beeinflusst wird, kann auch die Neurodermitis auf unsere Psyche wirken. Bei einem akuten Schub werden in der Haut Entzündungsstoffe (Mediatoren) freigesetzt, die über den Blutweg ins Zentralnervensystem (Gehirn, Rückenmark) gelangen. Im akuten Schub sind viele "Neurodermitiker" daher oft besonders gereizt, unleidig und unruhig.

Die Unruhe und das Nichtschlafenkönnen bei starkem Juckreiz führen oft zu Schlafmangel beim Betroffenen. Dadurch nimmt die Reizempfindlichkeit zu und die Belastbarkeitsschwelle sinkt: Bereits bei Kleinigkeiten können so Spannungen entstehen, welche zusätzlich Stress erzeugen und den negativen Verlauf noch weiter verschlechtern. Durch den mangelnden Schlaf kann auch die Konzentrationsfähigkeit in der Schule oder im Beruf leiden und die Leistungen sinken ab, was wiederum neuen Konfliktstoff bietet.

Auch haben Veränderungen an den sichtbaren Hautpartien, besonders im Gesicht, manchmal unschöne Auswirkungen. Die neugierige, erstaunte oder mitleidige Reaktion der Umwelt führt bei vielen Betroffenen zu einem sozialen Rückzug. Auch der tägliche Blick in den Spiegel kann belasten, wenn sichtbare Körperstellen betroffen sind. Die Mitmenschen halten einen dann oft für introvertiert, zurückgezogen und wenig kontaktfreudig. Diese psychischen Auffälligkeiten haben aber nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun, sondern sind die Folge und nicht Ursache einer Neurodermitis. Die Neurodermitis geht einem im wahrsten Sinne des Wortes "tierisch auf die Nerven".

 
Äußere (oder exogene) Auslösefaktoren

Die Haut wird außerdem von äußeren Faktoren beeinflusst, die ebenfalls Ekzeme hervorrufen können. Dazu zählen neben dem Klima (Hitze, Kälte, trocken und feuchte Luft) vor allem unterschiedliche Stoffe aus unserer Umwelt, mit denen die Haut in Kontakt kommen kann.
Man unterscheidet dabei (stark) hautreizende Stoffe - sogenannte Irritantien - oder Allergene, also Stoffe, die Allergien auslösen.

Mehr Informationen dazu erhältst du in den einzelnen Unterabschnitten.

Hautreizende Stoffe. Mehr...

Unsere Haut ist von außen ständig neuen Herausforderungen ausgesetzt. So kann sie bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten mit Substanzen in Kontakt kommen, die entweder ziemlich schnell oder erst nach einer gewissen Zeit die Haut schädigen und Ekzeme auslösen können.

Solche hautreizenden oder -austrocknenden Substanzen können unterschiedlich stark auf die Haut wirken. So gibt es stark hautreizende Stoffe wie zum Beispiel Chemikalien wie Säuren oder Lösungsmittel oder und "nur" reizende Stoffe wie Shampoos, Seifen oder sogar zu viel Wasser.  
Je nachdem wie stark ein Stoff die Haut reizen kann, unterscheidet man zwischen dem subtoxisch-kumulativen Ekzem oder dem akut toxischen Ekzem.

subtoxisch-kumulatives Ekzem (irritatives Kontaktekzem)

Das subtoxisch-kumulative Kontaktekzem oder auch irritative Kontaktekzem kommt zustande, wenn die Haut andauernd durch aggressive Substanzen gereizt wird.

Subtoxisch bedeutet dabei, dass die Substanz nicht stark hautreizend (toxisch), sondern nur etwas hautreizend (subtoxisch) ist. Kumulativ bedeutet "anhäufend" und soll aussagen, dass der häufige Kontakt zu einem Ekzem führt.

Das subtoxisch-kumulative Ekzem entsteht also, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum immer wieder mit einem reizenden Stoff in Kontakt kommt. Dann hat die Haut irgendwann genug; sie ist gereizt oder abgenutzt; ein Ekzem entsteht.

Die wichtigsten Auslöser eines solchen Kontaktekzems sind Wasser, Seifen, Shampoos, Reinigungsmittel, Säuren, Laugen, Lösungsmittel. Eine mechanische Hautreizung wie zum Beispiel Scheuern kann eine Hautschädigung auch verstärken.

Von einem solchen Ekzem sind vor allem Personen betroffen, die regelmäßig mit hautreizenden Substanzen umgehen, beispielsweise im Haushalt, im medizinischen Bereich durch häufiges Händewaschen oder bei Friseuren.

Weil Ekzeme aufgrund des Aussehens oft nicht sicher einer Gruppe zugeordnet werden können, muss manchmal ein Allergietest durchgeführt werden, um auszuschließen, dass das Ekzem nicht allergisch bedingt ist. Zusätzlich kann über einen Hautbelastungstest, bei dem eine gering reizende Substanz auf die Haut gebracht wird, die Belastbarkeit der Haut festgestellt werden.

Die Behandlung eines solchen subtoxisch-kumulativen Ekzems besteht vor allem darin, dass der Kontakt mit den reizenden Substanzen eingeschränkt oder (zum Beispiel durch das Tregen von Handschuhen) vermieden wird sowie einer sorgfältigen Hautpflege.

Akut toxisches Ekzem

Das sogenannte akut toxische Ekzem kann entstehen, wenn man mit ganz bestimmten aggressiven Substanzen in Berührung kommt.

Zu solchen sehr stark hautreizenden (also toxischen) Substanzen gehören zum Beispiel Chemikalien, Laugen, Säuren oder Verdünnungen. Das Ekzem heißt vor allem auch deswegen AKUT toxisches Ekzem, da die schädliche Wirkung der genannten Stoffe schon kurze Zeit nach dem Kontakt mit der Haut auftritt.

Ein solches akut toxisches Ekzem kommt vor allem bei Menschen vor, die mit toxischen Substanzen in Berührung kommen. Das geschieht meist bei der Arbeit - zum Beispiel in einem Chemieunternehmen. Das kann aber auch im Unterricht zum Beispiel im Chemielabor geschehen, wenn die Person sich nicht vor dem Kontakt mit solchen Mittel schützt. Das kann sie zum Beispiel mit Handschuhen tun.

Bei einem akut toxischen Kontaktekzem weiß man eigentlich genau, wo dieses her kommt. Am besten merkt man sich dann das Mittel mit dem man in Kontakt gekommen ist und geht so schnell wie möglich zu einem Arzt. Der kann dann helfen.
Am besten ist es aber immer genau aufzupassen mit welchen Substanzen man es zu tun hat. Warnsignale sollte man auf alles Fälle beachten und Schutzmaßnahmen treffen.

Stark Hautreizenden Stoffe sind in der Regel gekennzeichnet. Dafür werden bestimmte Symbole verwendet. Wer diese auf irgend einer Flasche finden sollte, sollte ganz genau aufpassen! Am besten lässt man die Finger davon. 

Im Januar 2009 wurden diese Symbole weltweit vereinheitlicht. Die alten findet ihr in der oberen Reihe. Die neuen sind darunter dargestellt. Ab Dezember 2010 dürfen nur noch die neuen verwendet werden.

irritativ/reizend ätzend giftig
     
 
Vorsicht ätzend giftig


 

 Allergien. Mehr...

Allergien

Einen besonderen Einflussfaktor auf die Haut stellen Allergien dar. Allergien haben in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen.

Allergien sind Reaktionen der Haut auf natürliche (Pollen, Katze, Latex) oder künstliche Stoffe (Haarfärbung, Seife), die vom Immunsystem als Angreifer angesehen werden.
Sobald das Immunsystem der Haut Kontakt mit dem als fremd eingestuften Stoff aufgenommen hat (z.B. durch Einsetzen eines Ohrrings), wird eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der als Abwehr gegen diesen Stoff eine Rötung und Schwellung entsteht.

Allergien werden nicht vererbt, lediglich das höhere Risiko, im Laufe des Lebens Allergien zu bekommen, und die dann ablaufende Kettenreaktion sind angeboren. Allergien werden also immer im Laufe des Lebens vom Körper "gelernt".

Es gibt auch eine Ekzemform, die eine allergische Reaktion ist: das sogenannte allergische Kontaktekzem.

   

Wissenschaftler unterscheiden übrigens zwischen der Soforttypreaktion und der Spättypreaktion. Die Namen zeigen an, dass die Beschwerden bei der Soforttypreaktion sofort nach Allergenkontakt (z.B. bei Heuschnupfen) bzw. bei der Spättypreaktion erst einige Tage nach Kontakt auftreten.

Allergische Sofortreaktion (Typ I-Allergie)

Die allergische Sofortreaktion (Typ I-Allergie) ist der Prototyp der allergischen Reaktion. Sie tritt Sekunden bis Minuten nach dem Allergenkontakt auf.

Typische Beispiele dafür sind der Heuschnupfen (Nasenlaufen), das allergische Asthma (Luftnot, Husten) oder ein allergischer Schock z.B. nach einem Insektenstich.

Die häufigsten Allergieauslöser bei Soforttypallergien sind Gräser- und Birkenpollen, Hausstaubmilben, Schimmel oder auch Katzen(haare).

Typ I-Reaktionen lassen sich durch einen Tröpfchentest (Pricktest), Blutuntersuchungen und eine genaue Besprechung der Vorgeschichte ermitteln. Bei Pricktest wird der vermutete Allergieauslöser als kleiner Flüssigkeitstropfen auf die Haut gebracht und diese dann ganz leicht angepiekst ("Prick"). Nach 20 Minuten kann die Reaktion kontrolliert werden.

Allergische Spättypreaktion (Typ IV-Allergie)

Die allergische Spättypreaktion (Typ IV-Allergie) ist die Ursache für Kontaktallergien der Haut.

Dabei reagiert die Haut auf Stoffe, die entweder direkt Kontakt zur Haut bekommen (z.B. gegen Nickel in Schmuck, Kosmetika), durch die Luft an die Haut gebracht werden (Parfüms, Duftstoffe, Lösungsmittel) oder nach Einnahme über den Blutweg in die Haut gelangen (Medikamente).

Die Typ IV-Allergie hat eine Anlaufszeit von Stunden bis Tagen.

Typ IV-Allergien werden mit dem sogenannten Läppchentest (Epikutantest) ermittelt. Dabei werden in ganz niedrigen Konzentrationen alle verdächtigen Auslösesubstanzen mit einem Pflaster für 2 Tage auf dem Rücken fixiert. Nach 2 und 3 Tagen wird dann kontrolliert, ob ein Ekzem entstanden ist.

Allergisches Kontaktekzem

Das allergische Kontaktekzem ist das Ergebnis einer Typ-IV-Allergie bzw. einer allergischen Spättypreaktion.

Dazu müssen an der Reaktion beteiligte Immunzellen zunächst mindestens einmal Kontakt mit dem jeweiligen Stoff gehabt haben. Bei der Allergieentwicklung (Sensibilisierung) speichern bestimmte Immunzellen die "Daten" des Stoffes ab und stufen den Stoff als Gefahr für den Körper ein.

Kommt es nach dieser Sensibilisierung erneut zu einem Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz, so wird dieser Stoff aufgrund der gespeicherten Information erkannt, und die Abwehrreaktion wird eingeleitet.

Die Folge ist ein allergisches Kontaktekzem mit Rötung, Bläschen und Juckreiz. Eine solche Allergie entwickelt sich in der Regel im Verlauf von Jahren. Eine Sensibilisierung ist jedoch in Ausnahmefällen auch innerhalb von sieben bis zehn Tagen möglich. Der "Datenspeicher" wird übrigens lebenslang nicht mehr gelöscht, die Allergie bleibt das ganze Leben bestehen.

Die häufigsten Allergieauslöser für allergische Kontaktekzeme sind:
Metalle (insbesondere Nickel, das häufig in Modeschmuck, Metallknöpfen, Gürtelschnallen, Ösen u.a. enthalten ist, daneben Kobalt und Kaliumdichromat),
Hilfsstoffe, die bei der Gummiherstellung verwendet werden,
Kosmetika (z.B. Duftstoffe, Hilfsstoffe),
Medikamente,
Desinfektionsmittel (z.B. Formaldehyd),
Epoxid-Harze (eingesetzt z.B. in der Kunststoff- und Elektroindustrie).

Nach dem Beginn der beruflichen Tätigkeit spielen berufsbezogene Stoffe eine große Rolle. Bei Kindern und Jugendlichen werden zunehmend häufiger Kontaktallergien auf Henna-Tattoos zum Problem. Der Auslöser ist dabei aber nicht das Henna selbst, sondern das zur Steigerung der Farbintensität und Haltbarkeit zugesetzte Paraphenylendiamin (PPD), eine chemische Farbsubstanz, die dem Henna oft beigemischt wird.
 

 

Mythen

  Je weniger wir über bestimmte Erkrankungen wissen, umso unsicherer sind wir im Umgang damit. Daher gibt es leider viele Gerüchte über Ekzeme, die meist nicht stimmen:

Ekzeme sind nicht ansteckend. Sie können nicht von einer kranken Körperstelle (z.B. den Händen) auf eine gesunde Körperstelle (z.B. das Gesicht) übertragen werden, wenn man dort hinfasst. Zudem kann man sich auch nicht bei anderen Menschen mit Ekzemen anstecken, wenn man ihnen die Hand gibt. Wer ein Ekzem hat, kann das auch nicht an andere weitergeben.

Auch mangelnde Körperpflege ist meist nicht schuld an Ekzemen, sondern nicht selten zu intensive oder falsche Hautpflege. Denn der häufige Wasserkontakt trocknet die Haut aus, selbst wenn wir zusätzlich ölige Bade- oder Duschzusätze benutzen.

Außerdem sind Ekzeme nicht zwangsläufig eine Dauererkrankung, die man nicht mehr los wird. Die Veranlagung für trockene Haut bleibt zwar lebenslang erhalten, aber oft verschwinden die Ekzeme im Lauf des Lebens wieder oder treten nur in bestimmten Situationen und/oder an bestimmten Körperstellen auf.

Das Essen spielt bei Jugendlichen und Erwachsenen nur selten eine große Rolle bei der Ekzementstehung. Bei Menschen, die gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren, müssen die ermittelten Auslöser in Zukunft gemieden werden.

Schutz und Behandlung

Ekzeme haben meistens einen ziemlich wechselhaften Verlauf und bestehen nur in seltenen Fällen dauerhaft ohne zwischenzeitliche Abheilung. Sie treten also in sogenannten Schüben auf.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Auftreten von Ekzemen zu verhindern oder die Beschwerden so gering wie möglich zu halten. Dazu kann jeder selbst eine Menge beitragen.

Die Auswahl der Maßnahmen richtet sich dabei einerseits nach der Ursache und den Auslösern, andererseits nach den bestehenden Beschwerden. Wer ein Ekzem hat oder seine Haut davor schützen möchte, hat dazu viele verschiedene Möglichkeiten. Am besten ist es, diese zu kombinieren.

Diese Tipps können helfen:

 Am besten mögliche oder schon bekannte Reizfaktoren meiden. Mehr...
Wichtig ist die Vermeidung intensiver Reizfaktoren. In den meisten Fällen merkt man bald, welche Einflüsse die Haut trockener machen.

Die häufigste Ursache ist der wiederholte Wasserkontakt (Waschen, Duschen). Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht mehr waschen darf. Aber oft kann die Häufigkeit des Wasserkontaktes verringert werden oder, wenn dies nicht möglich ist, ein pflegender Waschzusatz verwendet werden. Außerdem sollte der Wasserkontakt möglichst kurz dauern. Deswegen ist Duschen oft besser geeignet als Baden.
Die eingesetzten Zusätze sollten auf die natürliche Hautsituation abgestimmt sein. So sollten nur Seifen verwendet werden, die dem Säurewert der Haut entsprechen (pH-neutrale Seifen). Dadurch wird eine zusätzliche Schädigung der Säureschutzschicht der Haut vermieden.

Wenn allergische Auslöser bekannt sind (z.B. Modeschmuck), sollten diese möglichst gemieden werden. Bei vielen Auslösern ist das möglich, bei einigen ist professionelle Unterstützung (Arzt, Ernährungsberatung) notwendig, damit dies gelingt.

 Die Haut zum Schutz oder zur Behandlung richtig reinigen und pflegen. Mehr...
Egal, ob man sich vor Ekzemen schützen möchte oder schon daran leidet: Mit der richtigen Hautreinigung und -pflege kann jeder selbst eine Menge dazu beitragen, um die Entstehung von Ekzemen zu verhindern oder bestehende Ekzeme und damit verbundene Beschwerden zu lindern.

Da intensiver Kontakt mit Wasser die Haut austrocknen und zu Ekzemen führen kann, sollte zum Beispiel langer Wasserkontakt (z.B. Baden länger als 15 Minuten) eher vermieden werden; besser sind kurze Wasseranwendungen (Duschen).

Leicht pflegende, rückfettende Zusatzkomponenten mildern die durch das Wasser hervorgerufene Austrocknung ab.

Insgesamt sollten möglichst wenige Inhaltsstoffe in den verwendeten Pflegeprodukten enthalten sein, um das Risiko für das Auftreten von Allergien und Reizungen durch solche Stoffe herabzusetzen.

Zur Hautreinigung eignen sich milde Reinigungsmittel, sogenannte Syndets, am besten. Diese sollten hautneutral sein, d. h. dem pH-Wert der Haut von 5,5 in etwa entsprechen, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören.

Wichtig bei der Hautpflege ist das persönliche Wohlbefinden. Wenn man also Hautpflegeprodukte anwendet, dann sollte man das als angenehm empfinden und auch eine Entspannung der Beschwerden (Trockenheit, Juckreiz) bemerken.

Die Art der Pflegeprodukte (besonders der Fettigkeitsgrad) richtet sich nach dem momentanen Hautzustand. Im Sommer und bei Hitze sind fette Salben eher unangenehm; die Haut fühlt sich dann klebrig und "zugekleistert" an. Im Winter bei trockener Heizluft dagegen

 Mit aufgetretenen Ekzemen richtig umgehen. Mehr...
Ist es trotzdem zu Ekzemen gekommen, können verschiedene Mittel und Wirkstoffe zur Beruhigung der Haut eingesetzt werden.

Nässende Ekzeme werden zum Beispiel mit sehr flüssigen Cremes (Lotionen, Lösungen)  behandelt. Das kühlt angenehm, nimmt den Juckreiz und bringt die Bildung von Bläschen und die Ausscheidung von Gewebswasser zum Stillstand.

Bei trockenen Ekzemen verwendet man eher fettige Cremes (Salben). Sie machen die Haut geschmeidig und elastischer.
Verschiedene Wirkstoffe, die den Cremes und Salben zugemischt werden, helfen außerdem.

Man sollte übrigens nicht nur auf eine kurzfristige sondern eine langfristige Wirkung achten: So kühlt zwar kaltes Wasser für den Moment und nimmt den Juckreiz, trocknet aber die Haut noch stärker aus. Die Beschwerden werden also nur kurz verringert und sind später noch heftiger.
 Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Mehr...
Ekzeme sind eine Hauterkrankung. Oft heilen leichte Ekzeme ohne zusätzliche Hilfestellung und Maßnahmen ab. Bei länger bestehenden oder häufiger auftretenden Ekzemen sollte man aber zu einem Arzt gehen.

Wichtig bei der Klärung der Ursachen ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem man zusammen (fast wie Detektive) Anhaltspunkte sammelt, die eine/n auf die richtige Fährte bringen.

Wenn ein Verdacht auf bestimmte Auslöser besteht, können gezielt Untersuchungen durchgeführt werden.
Lassen sich dabei dann einzelne Auslöser nachweisen, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden und man weiß, wie man im Alltag damit umgehen kann.

Wenn die Vermeidung von Auslösern allein nicht ausreicht, gibt es eine ganze Menge von unterstützenden Behandlungen, die zu einer schnellen Abheilung führen können. Auch diese werden ganz persönlich mit euch zusammen auf euch und eure Haut angepasst.

 Das lieber nicht tun: Kratzen. Mehr...
Man sollte bei Juckreiz auch möglichst nicht kratzen; zwar lässt durch den Schmerzreiz das Jucken kurzzeitig nach, aber später bereiten die aufgekratzten Ekzeme noch mehr Probleme.

Besser ist es, auf die juckenden Stellen leicht mit der flachen Hand zu klopfen oder zu drücken. Feuchte Umschläge, die anfangs ebenfalls gut den Juckreiz nehmen, sollten wegen der Austrocknungsgefahr nur auf der vorher eingecremten Haut erfolgen. Dadurch wird die Austrocknung verhindert. Hitze verstärkt oft den Juckreiz.

 Ein bisschen Geduld haben. Mehr...
Geduld mitbringen ist ziemlich wichtig.

Ekzeme können ganz schön nervig sein, weil sie oft auch unvermittelt und ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Es treten dann sehr schnell sichtbare und spürbare Hautveränderungen auf. Die Abheilung selbst zieht sich aber wie ein Kaugummi in die Länge. Das ist eine harte Geduldsprobe. Wichtig ist dabei, die Gegenmaßnahmen konsequent durchzuführen. Nur so kann eine langfristige Abheilung erzielt werden.

 Sich nicht unterkriegen lassen, sondern zum Profi werden. Mehr...
Zum Profi werden! Ekzeme treten bei vielen Menschen im Laufe des Lebens auf. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken.

Man kann selbst viel zur Vermeidung von Ekzemen beitragen; und selbst, wenn sie auftreten, kann man mit den verschiedenen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen gut mit der Situation zurecht kommen. Viele Menschen, die immer wieder Ekzeme entwickeln, werden zu "Profis" im Umgang mit ihrer Haut und können viele Gegenmaßnahmen selbst einleiten und abstimmen. Außerdem gibt es viele Informationsangebote – man muss nur wissen, wo sie zu finden sind.

 

 

Modul 4: STD

Liebe kann doch nicht krank machen... oder? Eines ist Paolo und seinen Freunden klar: Liebe ist ein spannendes aber auch schwieriges Thema. Und überall wird davon geredet - auch im Feriencamp. Ein Wettbewerb zum Thema "Liebe kann doch nicht krank machen...oder?" bringt Paolos kreative Seite zum Vorschein und seine Freunde zum Staunen. Lies oder höre selbst von Paolos Einfallsreichtum, bei dem nicht alles nur geklaut ist.

Lernmodul sexuell übertragbare Krankheiten (kurz: STD)
  Episode 4
Alles nur geklaut
  Film
Spiel nicht mit Deinem Leben
  Tipps & Infos
Tipps und Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STD)


Episode 4

Alles nur geklaut?

Langsam neigt sich das Feriencamp seinem Ende zu. Traditionell findet jeweils in der letzten Woche ein Wettbewerb zu unterschiedlichen Themen statt. Das Motto dieses Jahres ist schwierig und aufregend zugleich: "Liebe kann doch nicht krank machen .... oder?" Das Motto sorgt für Verwirrung und die Betreuer des Camps helfen, indem sie von den Wettbewerben der letzten Jahre berichten. "Spiel nicht mit deinem Leben", so lautete das Motto im letzten Jahr, das ähnlich schwierig und spannend war.

Doch worum geht es bei diesem Wettbewerb? Die Jugendlichen im Camp sollen sich zum jeweiligen Motto kreative, witzige oder nachdenklich machende Plakate oder (Werbe)Spots überlegen und diese umsetzen. Es stehen verschiedene Geräte und Materialien als Hilfe zur Verfügung. Vier bis sechs Jugendliche zusammen sollen die Aufgabe in der Gruppe bearbeiten – und haben eine Woche Zeit dazu. Am Ende werden drei Sieger gekürt – und auch alle anderen gehen beim Abschlussfest nicht leer aus.

Thelma, Natalya, Paolo und Max zerbrechen sich seit Tagen den Kopf über das diesjährige Motto. Es geht offenbar um sexuell übertragbare Erkrankungen – darauf einigen sie sich rasch. Natalya hat ihr „Aknetief“, wie es Thelma inzwischen nennt, längst vergessen und steuert die erste Idee bei – einen Songtext, der Max erröten lässt:

"Wenn dich die bösen Mädchen locken, denke an die Gonokokken!"

"Nicht?", Natalya schaut in die Runde.

"Ich hab’s: HIV und Syphilis, davor hat doch jeder Schiss".

Verschmitzt blinzelt Natalya durch ihre Haare. "Jetzt aber: „Besser mal an Schutz gedacht als nebenbei ein Kind gemacht."

Thelma kann sich kaum halten vor Lachen. Max Röte wird von Spruch zu Spruch tiefer. Paolo ist zunächst verunsichert, wären solche Sprüche doch eher ihm zugestanden. Aber nach wenigen Minuten sind alle am Lachen und haben sichtlich Spaß am Reimen. Dass sie mit einem Song dieser Strickart nicht punkten werden, ist allen klar. Max fällt nichts Besseres ein, als ein "modernes Märchen" zu schreiben und Thelma gibt zu, dass sie für solche Sachen einfach keine Ader hätte. Paolo hüllt sich in Schweigen.

Umso überraschter sind Max, Thelma und Natalya als Paolo am nächsten Tag mit einem verschmitzten Grinsen als letzer zum Treffpunkt auf die Veranda der alten Villa kommt und verkündet: "Ich hab was, was euch interessieren könnte!"

"Was denn?", Thelma kann sich kaum halten vor Neugier.

"Na, los, spann uns doch nicht auf die Folter!", stimmt Max ein.

Geheimnisvoll zieht Paolo eine CD unter seiner Jacke hervor: "Hier ist unsere Inspiration – die unserem Max so oft fehlt!"

"Was ist das? Gib her", Thelma will ihm die CD aus den Händen reißen, aber Paolo hat sie fest im Griff: "Ich habe Eva aus eurem Nachbarzelt ein bisschen bekniet und sie hat mir den Sieger vom letzten Jahr gezeigt, als ihre ältere Schwester im Camp war ... Und weil ich so sympathisch bin, hat sie mir die CD bis morgen geliehen!" Paolo strahlt siegessicher in die Runde.

"Und jetzt durchbohren wir die Scheibe mit unserem Röntgenblick, um zu sehen was drauf ist, oder?", fragt Thelma spöttisch, doch im gleichen Moment holt Paolo ein Notebook aus der Tasche.

"Auch geliehen?", fragt Natalya grinsend.

"Na klar!" Paolo legt die CD ein und startet den Film (Film anschauen).

Es bleibt ungewöhnlich still, nachdem Max, Paolo, Thelma und Natalya den kurzen Film gesehen haben. Sie sind beeindruckt.

"Spiel nicht mit deinem Leben", murmelt Max vor sich hin.

"Den Film könnten wir dieses Jahr glatt auch für den Wettbewerb einreichen", meint Paolo.

"Ja, tolle Idee – zweimal dasselbe", Natalya sieht ihn mitleidig an.

"Und was sagt uns der Spot?", fragt Max, den der Film nicht so schnell loslässt.

Diese Frage löst eine angeregte Diskussion aus, in der eine ganze Menge Halbwissen zum Vorschein kommt:

"Wusstet ihr, dass AIDS schon beim Küssen übertragen wird?", fragt Paolo in die Runde.

"Ach, das ist doch Quatsch", entgegnet Natalya:

"AIDS kann nur bei ungeschütztem Sex übertragen werden."

Thelma fügt hinzu: "Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist jedoch sehr gering."


Max meint: "Aber auch wenn du dich ansteckst ... US-Forscher haben letztes Jahr eine Medizin gegen AIDS entwickelt. HIV ist heilbar."

Natalya wendet ein: "Davon haben wir in Rumänien aber noch nichts gehört, und dort leben viele Menschen mit dem HIV-Virus."

"Früher, in der Generation unserer Eltern, gab es das noch nicht", weiß Paolo: "Mein Vater hat mir erzählt, dass sie Kondome so gut wie nicht kannten. Und der muss es wissen. Der war der größte Gigolo Kalabriens!"

Max ist wenig verwundert: "Jaja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!"

Natalya kann sich ein leises Lachen nicht verkneifen. Thelma sieht Paolo nur mit großen Augen an. "Aber woher kommt dann diese Krankheit?", fragt Max in die Runde und erntet nur ratlose Blicke.

"Also viel wissen wir ja nicht gerade ...", fasst Thelma die Diskussion zusammen.

Paolo hat genug: "Hört mal, wir können nicht wieder was zu AIDS machen – erstens wissen wir offenbar nicht viel darüber und zweitens war es letztes Jahr schon Sieger. Wir müssen mal an andere Krankheiten denken, die man sich holen kann. … oder wir machen ganz etwas anderes!" "Was ganz anderes?"

Die anderen Drei verstehen nicht, was Paolo sagen will. Er erklärt: "Ja, schaut doch mal, wenn sie jedes Jahr diesen Wettbewerb machen, dann kommen sicherlich immer wieder gute Ideen: zu Aids, zu Syphilis oder zu anderen Krankheiten, von denen wir alle nicht genau wissen, wie sie entstehen und was man dagegen tun kann – obwohl wir das wohl sollten. Aber mir geht auf den Geist, dass wir diese Dinge immer nur dann besprechen, wenn uns jemand mit der Nase darauf stößt, also z.B. hier die Leute im Zeltlager oder bei uns in der Schule oder auch die Medien, das Fernsehen und die Zeitungen, versteht ihr?"

"Nein, an sich verstehe ich nur Bahnhof. Ich weiß nicht was du genau meinst?!" entgegnet Max und Thelma und Natalya nicken.

Paolo bemüht sich: "Schaut, ich möchte nicht einen Film machen wie z.B. der aus dem letzten Jahr, der ist viel zu professionell. Da haben wir doch keine Chance, zumal wir mal wieder viel zu spät dran sind. Wenn wir schon keinen Film zum Thema machen, dann doch irgendwas dazu, dass wir immer nur über etwas nachdenken, wenn es uns vor allem die Medien eintrichtern wollen. Verstehst du jetzt?!"

Paolo schaut fragend in die kleine Runde und fährt fort: "Die Botschaft, auf die ich hinaus will, lautet: Schauen wir selber hin!"

Max, Thelma und Natalya stehen mit halb geöffnetem Mund vor Paolo. Seine Worte waren zwar nicht schwer, aber das was er sagt, wirft irgendwie alles über den Haufen. Thelma ist beeindruckt: So hat sie Paolo in den ganzen Wochen nicht erlebt – so engagiert.

Freudig stimmt sie Paolo zu: "Ja: Schauen wir selber hin! Der Spruch gefällt mir! Wenn schon nicht den Wettbewerb gewinnen, dann doch mit der besten Außenseiter-Idee in die Geschichte eingehen, was?"

Max und Thelma nicken und steuern sogleich die ersten Ideen bei. Das Eis ist gebrochen und sie machen sich an die Arbeit.

Film

Spiel nicht mit Deinem Leben

Paolo ist ungewöhnlich aufgeregt: Heute werden sie erfahren, ob sie im Wettbewerb etwas gewonnen haben oder nicht, ob sie – wie Natalya meint – einen Sonderpreis für "besonders geniales Ausscheren" aus dem Wettbewerb gewinnen oder damit baden gehen. Unabhängig davon aber freut er sich, dass Thelma so begeistert war von seiner Idee. Ohne sie wäre ihm das wohl auch nie eingefallen, denn ohne sie hätte er sich sicher nicht so angestrengt – so gut kennt er sich selbst. Paolo denkt an seine eigenen Worte zurück und daran, wie schwer das den anderen zu erklären war: "Schaut, ich möchte nicht einen Film machen wie z.B. den aus dem letzten Jahr, der ist viel zu professionell. Da haben wir doch keine Chance, zumal wir mal wieder viel zu spät dran sind. Wenn wir schon keinen Film zum Thema machen, dann doch irgendwas dazu, dass wir immer nur über etwas nachdenken, wenn es uns vor allem die Medien eintrichtern wollen."

"Genau." Paolo bestätigt sich in Gedanken noch einmal selbst: Das war das Entscheidende und jetzt kommt es darauf an, dass das auch die Jury versteht: Warum lassen wir Jugendlichen uns eigentlich immer nur von außen anstoßen, warum machen wir nur zum Thema, was andere uns als Thema vorgeben?

     
  Alles klar? Wenn nicht, könnt Ihr Euch hilfreiche Tipps und Infos zum Thema STD dazu holen. Damit ist alles ganz einfach. Auch die Tips & Infos öffnen sich in einem neuen Fenster damit Ihr immer alles im Blick habt. Hier geht's zu den Tipps & Info zum Thema STD!

 

 

Tipps & Infos

  Die Haut ist ein wichtiges Sinnesorgan – über sie fühlen wir zum Beispiel Berührungen. Auch bei sexuellen Begegnungen spielt die sinnliche Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Gegenseitiges Berühren ruft Lust hervor, die auf verschiedene Art und Weise befriedigt werden kann.

Ob beim Petting, bei Oral-, Anal- oder Vaginalsex, immer kommt es zu Haut- und Schleimhautkontakt zwischen zwei Menschen und zum Austausch von Körperflüssigkeiten. Sexualkontakt in seinen verschiedenen Formen ist schön, aber es kann dabei auch zur Ansteckung mit Krankheiten kommen: sexuell übertragbare Erkrankungen, kurz STD.
Dazu zählen z.B. Chlamydien-Infektionen, Gonorrhöe (Tripper) und Syphilis (Lues) oder Hepatitis B sowie Herpes, Feigwarzen und HIV/AIDS.

Hervorgerufen werden solche Krankheiten durch unterschiedliche Erreger (v.a. Viren, Bakterien), die bei jeder Art von Sexualkontakt über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und (seltener) des Mundes übertragen werden können.

  Mehr Infos gibt's hier: Definition, Übertragung und Erkrankungen.

Meistens machen sich sexuell übertragbare Infektionen durch unangenehme Symptome im Genital- oder Mundbereich bemerkbar. Manchmal bemerkt man das allerdings nicht gleich, und so kann man diese Krankheiten haben und an andere weitergeben, ohne es zu wissen.
Das ist für einen selbst wie auch für den Partner ziemlich unangenehm. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sexuell übertragbare Erkrankungen zu Folgeschäden führen können, die nicht mehr rückgängig zu machen sind: z.B. Unfruchtbarkeit, chronische Erkrankungen oder die lebensbedrohliche allgemeinen Immunabwehrschwäche (AIDS), die den Körper wehrlos gegenüber Krankheitserregern macht.

  Mehr Infos gibt's hier: Mythen und Folgen.

Wer seinen Körper kennt und über sexuell übertragbare Infektionen sowie darüber, wie man sie behandelt und wie man sich davor schützen kann, Bescheid weiß, kann Sexualität ohne Folgen für die eigene Gesundheit und die des Partners genießen. Denn sexuell übertragbare Erkrankungen können durch Safer Sex, vor allem durch die richtige Verwendung von Kondomen, vermieden werden. Auch gibt es gegen ein paar Erkrankungen inzwischen Impfungen.

  Mehr Infos gibt's hier: Schutz.

Wer sich dennoch einmal infiziert hat, sollte Frühwarnsignale ernst nehmen, mit dem Partner  reden und zum Arzt gehen. Denn rechtzeitig erkannt sind die meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen heilbar.

  Mehr Infos gibt's hier: Behandlung.

Jeder kann sich Infektionen beim Sex zuziehen, niemand braucht sich deshalb zu schämen. Wer sich informiert und sich und seinen Partner durch Safer Sex schützt, vermeidet sexuell übertragbare Infektionen und kann Sexualität unbeschwert erleben.

Definition

Sexuell übertragbare Erkrankungen (kurz STD) oder auch sexuell übertragbare Infektionen sind seit vielen Jahrhunderten bekannt. STD sind Infektionskrankheiten, die beim Sexualkontakt zwischen Menschen übertragen werden können.

Eine Infektion liegt vor, wenn ein Krankheitserreger (Virus, Bakterium, Parasit) sich im Körper eines Menschen befindet, der das Potential hat, eine Erkrankung auszulösen. Eine Person kann infiziert sein, ohne Zeichen einer Erkrankung zu zeigen.

Anzeichen. Eine sexuell übertragbare Erkrankung kann man an verschiedenen
Symptomen, also charakteristischen Hinweisen, erkennen, durch die sich
eine mögliche Infektion äußern kann. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Schmerzen oder Juckreiz im Bereich des Gliedes, der Scheide oder des Afters
  • Hautveränderungen wie Rötungen, Bläschen- oder Knötchenbildung oder Geschwüre
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr und
  • auffälliger Ausfluss aus Scheide oder Penis

 

    Achtung! Oft bemerkt man eine Infektion anfangs gar nicht. Um das Fortschreiten einer STD und Folgeschäden zu vermeiden, sollten Frühwarnsignale unbedingt ernstgenommen und ein Arzt aufgesucht werden. Dann lassen sich STD gut behandeln. Wer frühe Symptome nicht ernst nimmt, riskiert allerdings, andere Menschen unwissentlich anzustecken.  

 

Übertragung

Die Übertragung von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD) erfolgt beim Sexualkontakt  über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und auch des Mundes.

Besonders kritisch wird es, wenn es beim Petting, Oral-, Anal- oder Vaginalverkehrzum Austausch von Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidensekret oder Blut kommt.

Eine Übertragung kann aber nicht nur über den Austausch von Körperflüssigkeiten stattfinden, sondern auch, wenn es zu einem Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen – z.B. mit Bläschen oder Geschwüren - kommt.

Die Übertragung verläuft über verschiedene Erreger. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien, Viren oder Parasiten. Vielen dieser Erreger waren die Menschen früher hilflos ausgeliefert – heute ist das zum Glück nicht mehr so: Man kann sich vor STD schützen und im Notfall gibt es gegen die meisten STD auch wirksame Behandlungen.

 

Erkrankungen

Wenn man an sexuell übertragbare Erkrankungen denkt, fällt einem zuerst wahrscheinlich  HIV/AIDS ein. Es gibt aber zahlreiche andere Erkrankungen, die in unserer westlichen Gesellschaft sehr viel häufiger sind und beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden können.

Sexuell übertragbare Erkrankungen werden durch unterschiedliche Erreger übertragen. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien oder Viren. Auch gibt es Infektionen, die durch Parasiten übertragen werden.

In der Tabelle sind die wichtigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen aufgelistet. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann einfach auf den entsprechenden Namen klicken.

 

Bakteriell übertragene Erkrankungen
 
Chlamydien-Infektion. Mehr Infos...
Chlamydien-Infektionen
Beschreibung
Chlamydien-Infektionen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, die Zahl der jährlichen Infektionen wird für Deutschland auf etwa eine Million geschätzt. Eine Übertragung kann durch Schleimhautkontakt bei vaginalem oder analem Geschlechtsverkehr oder beim Oralverkehr zu Stande kommen. Dabei können sich die Erreger an verschiedenen Stellen ansiedeln, z.B. am Eingang zur Gebärmutter (Gebärmutterhals), in der Harnröhre, an Enddarm oder After, aber auch in den Augen oder im Rachen.

Symptome
Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen oder schleimig-eitriger Ausfluss aus Vagina bzw. Penis können sich nach einer oder mehreren Wochen zeigen. Beim Mann kann es außerdem zu schmerzhaften Hodenschwellungen kommen, bei der Frau zu Schmerzen im Unterbauchbereich oder zu unklaren Schmerzen oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr. Bei einer Infektion nach Oralverkehr kann es außerdem zu Halsschmerzen kommen, nach Analverkehr zu Ausfluss aus dem Darm – wenn die Erreger über die Hände in die Augen gelangen, kann es auch zu Bindehautentzündungen kommen.
Eine Tücke bei Infektionen mit Chlamydien ist allerdings, dass diese oftmals überhaupt nicht von Symptomen begleitet sind. Häufig bleibt die Infektion deshalb unerkannt.

Folgen
Eine solche unerkannte Infektion kann sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass Chlamydien-Infektionen die häufigste Ursache einer erworbenen Unfruchtbarkeit bei der Frau darstellen. Auch beim Mann kann die Fruchtbarkeit gefährdet sein.
Schutz
Das Risiko einer Ansteckung kann durch Safer Sex, also das Verwenden von Kondomen, deutlich vermindert werden.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Falls es zu einer Ansteckung gekommen ist, kann mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden – wichtig ist, dass auch der Partner mitbehandelt wird. Antibiotika kann nur der Arzt verschreiben, es ist also wichtig, bei Anzeichen einer Chlamydien-Infektion einen Arzt aufzusuchen.
Gonorrhöe (Tripper). Mehr Infos...
Gonorrhöe (Tripper)
Beschreibung
Eine bekannte bakteriell übertragene Erkrankung ist die Gonorrhöe (auch Tripper genannt), die durch Gonokokken übertragen wird. Gonorrhöe kann bei Anal-, Vaginal- und Oralsex übertragen werden, immer dann, wenn es zu Schleimhautkontakt mit eitrigem Ausfluss kommt. Dies kann schon auch mal über die Hände oder Sexspielzeug (wie Dildos) passieren.

Symptome
In der Regel macht sich die Gonorrhöe ein paar Tage nach Infektion durch Brennen beim Wasserlassen oder unnatürlichem Ausfluss bemerkbar. Es kann aber auch sein, dass kaum Symptome auftreten – in diesem Fall kann eine Infektion dennoch weitergegeben werden. Häufiger kommt dies bei Infektionen im Rachen (durch Oralverkehr übertragen) oder Darm (durch Analverkehr übertragen) vor.

Folgen
Die Folgen einer unbehandelten Gonorrhöe sind Entzündungen. Bei der Frau treten diese vor allem im Eileiter, den Eierstöcken und der Gebärmutterschleimhaut auf; beim Mann können sich Samenstrang, Samenbläschen und Nebenhoden entzünden. Dies kann wiederum bei beiden häufig zu Unfruchtbarkeit führen. Schließlich kann auch der ganze Körper befallen werden, es kommt zu Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlägen.
Schutz
Durch Safer Sex, also die Verwendung von Kondomen, besteht ein wirkungsvoller Schutz vor Gonorrhöe.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Falls es doch zu einer Ansteckung kommen sollte, kann die Gonorrhöe ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Frühzeitig behandelt, heilt sie vollständig aus. Der Partner muss ebenfalls behandelt werden.
Syphilis (Lues). Mehr Infos...
Syphilis (Lues)
Beschreibung
Die Syphilis ist ebenfalls eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien übertragen wird.
Symptome und Folgen. Die Syphilis verläuft in drei Stadien.

Stadium 1
(ca. drei Wochen nach Infektion)
Es kommt an der Stelle, wo der Erreger eingetreten ist (Penis, Schamlippen, Mund, Darmausgang), zu einem schmerzlosen, verhärteten Geschwür („harter Schanker“), in der Umgebung des Geschwürs schwellen die Lymphknoten an. Dieses Geschwür verschwindet nach einigen Wochen wieder – ein Grund, warum Syphilis-Infektionen oft ignoriert werden.
Stadium 2
(acht Wochen bis zwei Jahre nach Ansteckung)
Es kommt zu nicht juckenden Hautausschlägen, Fieber, allgemeinen Lymphknotenschwellungen. Auch diese Symptome verschwinden wieder.
Stadium 3(mehrere Jahre nach Ansteckung) Es kommt zu schweren Schädigungen innerer Organe (z.B. Leber), des Nervensystems und der Knochen.

Syphilis-Infektionen nehmen seit dem Ende der 1990er Jahre wieder deutlich zu. Symptome sollten in jedem Fall ernst genommen werden, auch wenn sie nicht mit Schmerz oder Juckreiz einhergehen. Jeder Erregerkontakt kann nämlich zu einer Infektion führen – falls sich ein Geschwür im Mundraum befindet, kann der Syphilis-Erreger auch beim Küssen übertragen werden.

Folgen
Die Folgen einer unbehandelten Gonorrhöe sind Entzündungen. Bei der Frau treten diese vor allem im Eileiter, den Eierstöcken und der Gebärmutterschleimhaut auf; beim Mann können sich Samenstrang, Samenbläschen und Nebenhoden entzünden. Dies kann wiederum bei beiden häufig zu Unfruchtbarkeit führen. Schließlich kann auch der ganze Körper befallen werden, es kommt zu Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlägen.
Heilung
Auch eine Syphilis kann durch Antibiotika behandelt und in jedem Stadium zur Abheilung gebracht werden. Allerdings können Organschädigungen des dritten Stadiums nicht mehr rückgängig gemacht werden. Partner müssen mitbehandelt werden.
Schutz
Am besten ist es jedoch, Safer Sex zu betreiben. Verwendet Kondome; sie schützen vor einer Ansteckung.
Und so funktioniert Safer Sex...
  
Viral übertragene Erkrankungen
 
Hepatitis B. Mehr Infos...
Hepatitis B
Beschreibung
Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Das Virus befindet sich in allen Körperflüssigkeiten und wird damit über Samen- bzw. Scheidenflüssigkeit auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Zu einer Übertragung kann es auch kommen, wenn Sperma in den Mund gelangt. Hepatitis B kann durch Speichelflüssigkeit sogar beim Küssen übertragen werden.

Symptome
Ein bis sechs Monate nach einer Infektion entwickeln sich grippeartige Beschwerden. Oft sind die Beschwerden sehr gering, und die Infektion wird gar nicht bemerkt.

Folgen
In ca 90% aller Fälle heilt eine Hepatitis-B-Erkrankung aus – man ist dann ein Leben lang immun. In ca 10% der Fälle ergibt sich allerdings ein chronischer Verlauf – das Virus bleibt im Körper aktiv und es kommt zu einer langfristigen Schädigung der Leber. Bei manchen Erkrankten kann es dann zu einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose) oder zu Leberkrebs kommen.

Schutz
Das Ansteckungsrisiko wird durch Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen verringert. Aber Achtung! Eine Ansteckung kann wegen der vielfältigen Übertragungswege dadurch aber nicht 100%ig  ausgeschlossen werden.
Und so funktioniert Safer Sex...

Der wirksamste Schutz vor einer Hepatitis B Infektion ist eine Impfung! Sie wird in Deutschland für Säuglinge und Jugendliche sowie für Gruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (medizinisches Personal, homosexuell aktive Männer) empfohlen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Heilung
Eine Hepatitis-B-Infektion wird durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Bei chronischem Verlauf wird durch eine antivirale Therapie versucht, die Virusvermehrung zu hemmen und die Entzündung zu mildern.
Herpes. Mehr Infos...
Herpes
Beschreibung
Herpesbläschen (umgangssprachlich auch "Fieberbläschen" genannt) an den Lippen kennen viele von uns. Sie werden durch das sogenannte Herpes simplex Virus, Typ I (HSV I), hervorgerufen. Herpes kann aber auch im Genitalbereich vorkommen. Dafür sind jedoch andere Viren, nämlich der Herpes simplex Virus, Typ II (HSV II) verantwortlich, allerdings gibt es auch hier zunehmend HSV I Infektionen.

Symptome
Einige Tage nach Erstansteckung treten Entzündungen der Schleimhäute oder auch Hautausschläge auf, manchmal von Fieber und Lymphknotenschwellungen begleitet. Es kommt zu Brennen, Jucken, Rötung und Bläschenbildung. Die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen platzen dann auf und es bilden sich Geschwüre. Diese heilen normalerweise innerhalb weniger Wochen ab.

Folgen
Wenn man einmal eine Herpes-Infektion durchgemacht hat, bleibt man sein Leben lang Virusträger. Die meisten Menschen haben eine Herpes-Infektion durchgemacht und dadurch auch die entsprechenden Antikörper gebildet. Längst nicht alle Menschen, die Träger des Herpes-Virus sind, entwickeln aber die beschriebenen typischen Symptome. Bei anderen treten die Bläschen immer wieder auf – auslösend kann dabei oft auch Stress, UV-Licht oder Übermüdung sein.
Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann sich das Virus im gesamten Körper ausbreiten. Besonders problematisch sind auch Infektionen während der Schwangerschaft, da sie zu schweren Erkrankungen führen können. Infektionen während der Geburt können beim Neugeborenen zu schweren Erkrankungen führen, z.B. zu einer Hirnhautentzündung.

Schutz
Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen schützt vor der Übertragung des Herpes-Virus bei vaginalem, analem und oralem Sex. Und so funktioniert Safer Sex...
Achtung! Wegen der leichten Übertragbarkeit kann man eine Ansteckung nicht immer verhindern.

Heilung
Da man eine Ansteckung nicht immer verhindern kann, ist es wichtig, mit den Symptomen vertraut zu sein, um dann einen Arzt aufzusuchen. Falls man sich infiziert hat, kann mit virushemmenden Medikamenten behandelt werden.
Feigwarzen (Kondylome). Mehr Infos...
Feigwarzen (Kondylome)
Beschreibung
Verantwortlich für das Auftreten von sogenannten Feigwarzen sind Humane Papillomaviren (HPV). Feigwarzen sehen in etwa aus wie Warzen und treten an der Scheide, am Glied oder auch im Darmausgang auf. Bestimmte Typen des HPV-Virus können Zellveränderungen hervorrufen, die sich nach Jahren zu Krebserkrankungen entwickeln können.

Symptome
Die Viren werden bei ungeschütztem Oral-, Vaginal- oder Analsex übertragen. Bis zum Auftreten von sichtbaren Veränderungen vergehen Wochen bis Monate, bei vielen Infektionen treten auch überhaupt keine Symptome auf.

Folgen
Auch eine Infektion, die sich nicht durch Warzen bemerkbar macht, kann längerfristig Krebs auslösen, am häufigsten Gebärmutterhalskrebs bei der Frau. Vermutlich aber sind auch Penis-, Scheiden- und Analkarzinome Folge einer HPV-Infektion.
Schutz
Safer Sex bzw. Kondome schützen vor einer Übertragung – aber nur insofern sie den Kontakt mit krankhaften Hautveränderungen oder Körperflüssigkeiten, in denen sich Erreger befinden, verhindern. Der direkte Kontakt mit sichtbaren Warzen sollte vermieden werden. Und so funktioniert Safer Sex...

Eine jährliche Krebsvorsorge ist besonders für Frauen ebenfalls wichtig. Aber auch Männer sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Wird eine Behandlung durchgeführt, sollte der Partner/die Partnerin mitbehandelt werden.

Die gute Nachricht ist: seit kurzem gibt es eine Impfung! Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16,18) wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Mädchen empfohlen. Diese sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Weil nicht gegen alle Typen der Papillomaviren geimpft werden kann, ersetzt die Impfung aber nicht die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Mehr Informationen zur HPV-Impfung erhaltet Ihr bei der deutschen, der österreichischen Krebshilfe und der schweizer Krebsliga.

Die Aktion Mädchen checken das könnt ihr Euch einen Film dazu ansehen: Mädchen Checken das (eine Aktion der deutschen Krebshilfe)

Heilung
Feigwarzen können mit Medikamenten auf der Haut behandelt oder operativ entfernt werden. Allerdings können auch nach Entfernung Viren in der Haut bleiben, eine Behandlung kann deshalb langwierig sein.
HIV/AIDS. Mehr Infos...
HIV/AIDS
Beschreibung
Die Abkürzung AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) steht für „erworbenes Immunschwächesyndrom“. Erworben wird eine solche Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems durch das HI-Virus. HI-Viren werden übertragen, wenn Blut-, Samen- oder Scheidenflüssigkeit auf die Vaginal- oder Darmschleimhaut eines anderen Menschen gelangen.
HI-Viren werden hauptsächlich beim Kontakt von Körperflüssigkeiten mit der Vaginal- oder Darmschleimhaut übertragen. Besonders empfindlich ist die Darmschleimhaut, sie kann HI-Viren direkt aufnehmen. Deshalb ist das Übertragungsrisiko auch bei Analverkehr am größten. Auch bei Vaginalverkehr ist das Risiko noch sehr hoch. Bei Oralverkehr kann eine Infektion v.a. dann erfolgen, wenn Samenflüssigkeit im Mund aufgenommen wird und die Mundschleimhaut verändert, z.B. entzündet ist.
Wenn andere sexuell übertragbare Erkrankungen vorliegen, ist das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, deutlich erhöht, weil das Virus leichter in entzündete Schleimhaut eindringen kann, wie sie etwa bei einer Chlamydieninfektion oder einer Gonorrhoe (Tripper) auftritt.

Symptome und Folgen
Zunächst bleiben die meisten mit HIV infizierten Menschen über Jahre beschwerdefrei, bevor sich die Abwehrschwäche entwickelt.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann typischerweise zu Infektionen mit Krankheitserregern, die einem gesunden Menschen nichts ausmachen. Außerdem können seltene Tumorerkrankungen auftreten.

Heilung
Eine Heilung von HIV/AIDS ist bis heute nicht möglich, und es gibt auch keinen Impfstoff. Das Virus kann nicht aus dem Körper entfernt werden. Unter Umständen kann deshalb, auch wenn keine Viren im Blut mehr nachweisbar sind, noch HIV übertragen werden. Die medikamentöse Therapie in Form der sogenannten Kombinationstherapie unterdrückt die Virusvermehrung und zögert dadurch den Krankheitsverlauf hinaus. Damit führt AIDS nicht mehr wie früher rasch zum Tod, und infizierte Menschen haben eine gesteigerte Lebensqualität. Kombinationstherapie bedeutet, dass man mehrere Präparate gleichzeitig gibt, da HI-Virenstämme sich verändern und damit gegen einzelne Substanzen resistent werden können. Eine solche Therapieform nennt man auch HAART: hochaktive, antiretrovirale Therapie.
Schutz
Dieser erfreuliche Fortschritt in der medikamentösen Behandlung hat zu einem nachlassenden Schutzverhalten beim Sex geführt und so stieg die Neuerkrankungsrate in den letzten Jahren wieder an. Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen stellt den wirksamsten Schutz vor HIV dar. Und so funktioniert Safer Sex...
  
Andere Erkrankungen
 
Trichonomaden-Infektionen. Mehr Infos...
Trichomonaden-Infektion (Genitale Trichomoniasis)
Beschreibung
Die Erreger einer Trichomonaden-Infektion nisten sich in Scheide, Darm oder Harnröhre ein. Eine Infektion mit Trichomonaden erfolgt v.a. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, besonders bei Analverkehr. Eine Übertragung kann auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher oder Sextoys erfolgen.

Symptome
Symptome treten mehrere Tage bis Wochen nach Infektion auf. Sie zeigen sich beim Mann durch Schmerzen beim Wasserlassen bzw. ständigen „Druck auf der Blase“. Während eine Infektion beim Mann oft auch ohne klare Symptome verläuft, kommt es bei der Frau häufig zu einem übel riechenden, schaumigen Ausfluss verbunden mit Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Folgen
Die Tücke von Trichomonaden-Infektionen liegt vor allem darin, dass das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen (auch HIV) erhöht ist.
Schutz
Safer Sex
bzw. die Verwendung von Kondomen schützt beim Sex vor einer Infektion mit Trichonomaden.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Wenn es doch zu einer Ansteckung kommt, können Trichomonaden Infektionen mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist, dass auch der Partner mitbehandelt wird.
Krätze (Skabies). Mehr Infos...
Krätze (Skabies)
Beschreibung
Die Skabies ist keine klassische sexuell übertragbare Erkrankung. Die Übertragung der Krätzmilbe erfolgt allgemein bei längerem Hautkontakt. Damit kann sie auch bei sexuellem Kontakt übertragen werden. Krätzmilben bohren kleine Gänge in die Oberhaut und legen dort Eier ab.

Symptome und Folgen
In der Folge bilden sich schorfartige Schwellungen auf der Haut (in den Fingerzwischenräumen, an Handgelenken, im Genitalbereich und unter den Achseln). Nach Wochen tritt starker Juckreiz, vor allem nachts, als Hauptsymptom auf. Wenn durch Kratzen zusätzlich kleine Wunden entstehen, entstehen Eintrittspforten für andere Infektionen.

Schutz
Vermieden werden kann die Krätze durch sorgfältige Hygiene und regelmäßigen Wechsel der Wäsche.
Heilung
Falls es zu einem Befall kommt, erfolgt eine chemische Behandlung äußerlich. Alle Sexualpartner und Familienmitglieder müssen mitbehandelt werden.
Filzläuse. Mehr Infos...
Filzläuse
Beschreibung
Filzläuse sind kleine Insekten ohne Flügel, die sich in der Schambehaarung einnisten und dort Eier ablegen, die man Nissen nennt. Bei stärkerem Befall können sie sich auch in der Achselbehaarung oder der sonstigen Körperbehaarung einnisten. Eine Übertragung erfolgt durch engen Körperkontakt und damit auch durch sexuellen Kontakt.

Symptome und Folgen
Nach einigen Tagen kommt es durch Bisse der Läuse zu Juckreiz und Hautflecken.

Heilung
Shampoos, Salben oder Lösungen werden zur Behandlung verwendet. Die Entfernung der Nissen erfolgt mit einem Kamm. Kleidung und Matratzen sollten desinfiziert werden.

Folgen

Eine sexuell übertragbare Infektion kann erhebliche Auswirkungen haben. Ohne es zu wissen, können wir weitere Menschen infizieren, wenn die Infektion sich noch nicht durch Symptome äußert oder diese so schwach sind, dass wir sie nicht wahrnehmen.

Da andere Personen angesteckt werden können, muss man seine/n Sexualpartner auf jeden Fall informieren, wenn man eine Infektion vermutet oder darüber bescheid weiß. Auch zwischenmenschlich kann das manchmal unangenehme Folgen haben. Zum Beispiel, wenn man gestehen muss, dass man selbst, oder herausfindet, dass der Partner untreu war.

    Viele sexuell übertragbare Erkrankungen können unbehandelt Folgeschäden haben, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Zum Beispiel können Frauen wie Männer unfruchtbar werden. Manche Erkrankungen können chronische also dauerhafte Schäden nach sich ziehen und andere wie HIV/AIDS haben sogar lebensbedrohliche Folgen.  

Schließlich ist insbesondere eine HIV-Infektion noch immer mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Stigmatisierung verbunden.

Mythen

  Jeder von uns hat so seine Vorstellungen von sexuell übertragbaren Erkrankungen im Kopf. Diese Stimmen jedoch nicht alle.

Eine Vorstellung ist, dass HIV und andere sexuell übertragbare Erkrankungen nur bei homosexuell aktiven Männern vorkommen. Diese kommt aus der Zeit Anfang der 1980er Jahre, als die AIDS-Epidemie begann und die Erkrankung zunächst bei homosexuell aktiven Männern festgestellt wurde. Tatsächlich sind alle Personen gefährdet, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne etwas über den HIV-Status des Partners zu wissen. Richtig ist, dass die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, insgesamt ein höheres HIV-Ansteckungsrisiko aufweist.

Geschichte von HIV/AIDS

1981 waren in den USA Infektionen beschrieben worden, die vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem befallen. Bei den betroffenen Menschen handelte es sich dabei um zuvor gesunde homosexuelle Männern in Los Angeles.

Schon 1982 wurde eine erworbene Immunschwächekrankheit vermutet. Nachdem auch Fälle bei heterosexuellen Drogenabhängigen und Empfängern von Blut (durch Bluttransfusionen) aufgetreten waren, war klar, dass die Krankheit als solche nichts mit Homosexualität zu tun hatte. Übrigens wurde der erste Fall in Deutschland ebenfalls 1982 diagnostiziert.
Nach einigen Jahren Forschung wurde schließlich entdeckt, dass ein bestimmtes Virus die Ursache von AIDS war.

1986 wurde der Name Humanes Immunschwächevirus (HIV) eingeführt.

1985 fand schon die erste Welt-AIDS-Konferenz statt.

1987 wurde das erste Medikament gegen HIV/AIDS zugelassen. Dennoch starben in den 1980er und der ersten Hälfte der 1990er Jahre viele Menschen an AIDS, darunter auch prominente Menschen wie der Queen Sänger Freddy Mercury (1991).

In den 1990er Jahren wurden dann erhebliche medizinische Fortschritte erzielt. Zum Beispiel die sogenannte Kombinationstherapie. Durch diese Fortschritte sind die Lebensqualität und Lebenserwartung von Menschen mit HIV heute deutlich gesteigert.

Seit Anfang der 1990er Jahre ist die rote Schleife ein Symbol der Solidarität mit HIV-positiven und an AIDS-erkrankten Menschen.

Bis Ende 2004 hatten sich in Deutschland seit Beginn der Epidemie geschätzte 73.000 Personen mit HIV infiziert, davon lebten Ende 2004 noch 46.500 Menschen.

Die jährliche Neuerkrankungsrate steigt seit 2002 wieder an. Weltweit leben 33,2 Millionen Männer, Frauen und Kinder mit HIV/AIDS (Stand: 2007).
Die untenstehende Grafik des deutschen Robert-Koch-Instituts zeigt eine Schätzung darüber, wie viele Erwachsene und Kinder im Jahr 2007 mit HIV/AIDS leben.


Grafik: © Robert-Koch-Institut

Viele Menschen glauben auch, sexuell übertragbare Erkrankungen kämen in unserer westlichen Welt immer seltener vor. Demgegenüber steht in Deutschland tatsächlich eine Zunahme der Neuerkrankungsraten, zum Beispiel bei Syphilis und HIV/AIDS.

Verbreitet ist zudem die Auffassung, sexuell übertragbare Erkrankungen könnten durch Petting oder Oralsex nicht übertragen werden. Auch das ist so nicht richtig. Es kommt immer auf die Situation an. Das Ansteckungsrisiko bei Oralverkehr ist gering. Allerdings sind Ansteckungen möglich, wenn es z.B. zu einem Samenerguss im Mund kommt und gleichzeitig eine Entzündung des Rachens oder Wunden (z.B. Zahnfleischwunden) vorliegen, oder wenn der eindringende Partner eine Harnröhrenentzündung hat. Kommt der Mund mit Menstruationsblut oder infektiösem Scheidensekret in Kontakt, besteht ebenfalls ein Ansteckungsrisiko.

Viele Menschen denken auch, Sex mit Kondom mache keinen Spaß oder sei uncool. Das ist eigentlich nur eine Vorstellung – oft bei Jungen und Männern. Mädchen und Frauen denken vielleicht oft: "Wenn ich auf ein Kondom bestehe, wird mein Freund nicht mehr mit mir schlafen wollen." Dabei gibt es heute ganz verschiedene Arten von Kondomen, z.B. auch besonders gefühlsaktive. Eine Entscheidung für Sex ohne Kondom sollte nur bei einer stabilen Partnerschaft im gegenseitigen Einverständnis getroffen werden. Ein gemeinsamer HIV-Test kann dazu der Anfang sein.

"Wenn ich nichts spüre, habe ich auch nichts" – eine Auffassung, die gerade im Bereich sexuell übertragbarer Erkrankungen nicht zutrifft. Viele Infektionen verlaufen Tage, Wochen, Monate oder Jahre ohne Symptome. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Krankheiten, die wir kennen. Eine weitere Besonderheit bei sexuell übertragbaren Erkrankungen ist, dass es oftmals nicht ausreicht, wenn sich nur derjenige behandeln lässt, der Symptome hat. Meist ist eine Partnerbehandlung miterforderlich.

 

Schutz

Einen 100%igen Schutz vor einer Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung gibt es nicht. Allerdings kann man selbst durch das eigene Verhalten einen so weitgehenden Schutz erreichen, dass man Sexualität ohne Sorge genießen kann.

Um sich vor STD zu schützen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Dazu zählt vor allem der sogenannte Safer Sex, bei dem man den Austausch von Körperflüssigkeiten vermeidet (z.B. durch die Verwendung von Kondomen).

Auch gibt es für Erkrankungen wie Hepatitis B und Feigwarzen, die durch das humane Papillomavirus (kurz HPV) hervorgerufen werden schon eine Impfung.

Außerdem ist für den Schutz vor STD auch eine angemessene Hygiene wichtig.

Mehr über Safer Sex erfahrt Ihr hier.

 Was ist Safer Sex genau?

    Safer Sex. Beim Safer Sex werden keine Körperflüssigkeiten zwischen Menschen ausgetauscht. Weder Samen- oder Scheidenflüssigkeit noch Blut gelangen in den Körper des jeweiligen Partners.

Am einfachsten ist Safer Sex, indem beim Geschlechtsverkehr ein Kondom übergestreift wird.
Kondome bekommt man fast überall: in der Apotheke oder einem Drogeriemarkt und im Supermarkt.

Richtig angewandt, kann man sich mit Kondomen sehr gut vor Infektionen schützen. Und so wird ein Kondom richtig benutzt:

Wie wird ein Kondom richtig benutzt?

Zuerst ist es wichtig, dass man beim Aufreißen der Kondomverpackung vermeidet, das dünne Gummimaterial zu beschädigen, etwa durch spitze Fingernägel. Das Kondom nicht ausrollen, um es zu prüfen! Es könnte auch dabei beschädigt werden. Dann sollte aus dem Reservoir des Kondoms die Luft mit Daumen und Zeigefinger herausgedrückt werden, um Platz für den späteren Samenerguss zu schaffen. Schließlich kann das Kondom über das steife Glied abgerollt werden. Falls es nicht richtig klappt oder das Kondom falsch herum aufgesetzt wurde (Röllchen innen), lieber ein neues Kondom nehmen.


Bildfolge: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)

Nach dem Orgasmus sollte der Penis am besten aus Anus oder Scheide gezogen werden, solange er noch steif ist. Dabei das Kondom festhalten, damit es beim Herausziehen nicht abrutscht.

Ein Kondom sollte immer nur einmal verwendet werden und nach dem Gebrauch in den Abfall wandern, und nicht in die Toilette.

Wichtig ist, nur solche Kondome zu verwenden, die eine CE-Kennzeichnung mit Prüfnummer tragen und deren Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist. Außerdem darf die Verpackung nicht beschädigt sein. Kondome müssen vor Druckbelastung (z.B. im Geldbeutel, Hosentasche) und vor Hitze geschützt werden.

Speziell für Analverkehr gibt es extra starke Kondome, die sehr reißfest sind.

Zur Erleichterung des Eindringens des Glieds in Anus oder Scheide verwenden viele Partner Gleitmittel – Kondome dürfen jedoch nur mit fettfreien, wasserlöslichen Gleitmitteln verwendet werden. Öle oder Fette greifen das Latex an, so dass das Kondom leicht reißen kann. Falls eine Frau zusätzlich mit Zäpfchen oder Schaum verhüten möchte, ist auch dafür ein fettfreies Produkt wichtig. Bei Analverkehr hilft fettfreies Gleitmittel, das Kondom nicht zu sehr zu belasten.

Übrigens: Hier könnt Ihr Euch in einem Video noch einmal genau ansehen, wie das mit dem Kondom funktioniert.

Übrigens gibt es auch ein Kondom für die Frau: Das Femidon. Mehr dazu kann bei der  schweizer Aids Hilfe hier nachund bei nachgelesen werden.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, beim Oralsex kein Sperma aufzunehmen – beim Oralsex mit Männern kann auch ein Kondom verwendet werden, beim Oralsex mit Frauen gibt es spezielle Tücher (z.B. in der Apotheke oder bei der AIDS-Hilfe), die man auf die Scheide legen kann. Auf alle Fälle sollte der Kontakt mit Hautveränderungen wie Bläschen oder Geschwüren verhindert werden – diese können auf eine bestehende Infektion verweisen.

Am allerwichtigsten ist es, mit dem Partner gemeinsam über Safer Sex zu reden – und zwar bevor es zum Sexualkontakt kommt.

Davor muss man keine Angst haben. Meistens werden beide froh sein, wenn das Thema angesprochen wird, und Sexualität kann ohne Angst erlebt werden.

Mehr zum Thema Impfung erfahrt Ihr hier.

Was hat es mit der Impfung vor bestimmten STD auf sich?

Vor manchen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann man sich auch durch eine Impfung schützen. Zu diesen Erkrankungen zählen Hepatitis B und die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV), das zu Feigwarzen (Kondylomen) führen kann.

Beide Impfungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland für Jugendliche empfohlen.

    Impfung. Was passiert bei einer Impfung genau? ...

 

Eine Impfung gegen Hepatitis B wird oft als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A verabreicht. Man muss sich insgesamt drei Mal impfen lassen, bebor der Schutz vollständig wirkt. Mehr dazu erfahrt Ihr hier:

Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) sollte bei allen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Auch hier muss man für den vollständigen Schutz dreimal "gepickst" werden. Weil
nicht gegen alle Typen der Papillomaviren geimpft werden kann, ersetzt
die Impfung aber nicht die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Mehr Informationen zur HPV-Impfung erhaltet Ihr bei der deutschen, der österreichischen Krebshilfe und der schweizer Krebsliga.

Die Aktion Mädchen checken das könnt ihr Euch einen Film dazu ansehen: Mädchen Checken das (eine Aktion der deutschen Krebshilfe)

Mehr zum Thema Hygiene erfahrt Ihr hier.

Warum ist auch die Hygiene wichtig?

    Hygiene. Auch eine richtig verstandene Hygiene trägt zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen bei. Durch regelmäßige Intimhygiene kann man ein gutes Körpergefühl entwickeln und mögliche Veränderungen besser wahrnehmen.

Bei Frauen ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass der natürliche Bakterienhaushalt nicht geschädigt wird – das kann durch die Verwendung von Scheidenspülungen, Intimsprays und dergleichen passieren. Wenn die Scheide austrocknet, können Krankheitserreger leichter eindringen.
Viele dieser Erreger mögen eine feuchtwarme Umgebung. Es ist deshalb gut, möglichst atmungsaktive Kleidung zu tragen (z.B. Baumwollunterwäsche).

 

Behandlung

Sexuell übertragbare Erkrankungen müssen von einem Arzt behandelt werden - das gilt auch bei leichten Beschwerden. Zuständig sind Hautärzte sowie Frauenärzte für Frauen und Urologen für Männer.

Viele Menschen schämen sich deswegen zum Arzt zu gehen. Für den Arzt oder die Ärztin sind solche Infektionen allerdings keine Besonderheit – sie kommen nämlich nicht selten vor. Insgesamt nehmen sexuell übertragbare Erkrankungen nämlich zu.

Denkt einfach immer daran:Eine rechtzeitige Behandlung durch einen Arzt führt bei den allermeisten Infektionen zu einer Heilung. Selbstbehandlungen können Infektionen verschleppen oder aber zu Schäden führen, die man nicht mehr rückgängig machen kann.

Eine Behandlung muss außerdem immer bei beiden Partnern erfolgen. Sonst kann eine Infektion immer wieder hin und her springen. Das nennt man Ping-Pong-Effekt.
Dasselbe gilt für Menschen, die Sex mit mehreren Partnern haben. Auch frühere Partner sollten informiert werden, wenn der Sexualkontakt noch nicht zu lange zurückliegt.

Grundsätzlich sollte man mit den Partnern sprechen, wenn man selbst von einer sexuell übertragbaren Erkrankung betroffen sein sollte oder vermutet betroffen zu sein. Auch wenn das unangnehm sein kann, hilft es die Weitergabe von Infektionen zu verhindern.

Wer eine Infektion vermutet oder chrakteristische Beschwerden hat, muss unbedingt beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen. Am besten ist es aber, dann ganz auf Sex zu verzichten.

    Für manche Infektionen, die sexuell übertragen werden, besteht übrigens in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Meldepflicht! Der behandelnde Arzt muss die Krankheit an eine Stelle weiterleiten, die die Häufigkeit des Auftretens erfasst. Das läuft in den unterschiedlichen Ländern jeweils anders. Für Deutschland bekommst du Informationen dazu beim Robert-Koch-Institut und beim Gesundheitsamt, für Österreich beim österreichischen Bundesamt für Gesundheit und für die Schweiz .....

Wer mehrere oder wechselnde Sexualpartner hat oder sich gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin für Sex ohne Kondome entscheiden möchte, sollte unbedingt einen HIV-Test machen. Dies ist beim Arzt möglich oder auch anonym im Gesundheitsamt (kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr). Mit einem HIV-Test wird untersucht, ob der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das HI-Virus gebildet hat – eine Infektion kann durch so einen Test frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation ausgeschlossen werden.