| Die Haut ist ein wichtiges Sinnesorgan – über sie fühlen wir zum Beispiel Berührungen. Auch bei sexuellen Begegnungen spielt die sinnliche Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Gegenseitiges Berühren ruft Lust hervor, die auf verschiedene Art und Weise befriedigt werden kann. |
Ob beim Petting
, bei Oral-, Anal- oder Vaginalsex
, immer kommt es zu Haut- und Schleimhautkontakt zwischen zwei Menschen und zum Austausch von Körperflüssigkeiten. Sexualkontakt in seinen verschiedenen Formen ist schön, aber es kann dabei auch zur Ansteckung mit Krankheiten kommen: sexuell übertragbare Erkrankungen, kurz STD.
Dazu zählen z.B. Chlamydien-Infektionen, Gonorrhöe (Tripper) und Syphilis (Lues) oder Hepatitis B sowie Herpes, Feigwarzen und HIV/AIDS.
Hervorgerufen werden solche Krankheiten durch unterschiedliche Erreger (v.a. Viren
, Bakterien
), die bei jeder Art von Sexualkontakt über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und (seltener) des Mundes übertragen werden können.
| Mehr Infos gibt's hier: Definition, Übertragung und Erkrankungen. |
Meistens machen sich sexuell übertragbare Infektionen durch unangenehme Symptome
im Genital- oder Mundbereich bemerkbar. Manchmal bemerkt man das allerdings nicht gleich, und so kann man diese Krankheiten haben und an andere weitergeben, ohne es zu wissen.
Das ist für einen selbst wie auch für den Partner ziemlich unangenehm. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sexuell übertragbare Erkrankungen zu Folgeschäden führen können, die nicht mehr rückgängig zu machen sind: z.B. Unfruchtbarkeit, chronische Erkrankungen oder die lebensbedrohliche allgemeinen Immunabwehrschwäche (AIDS), die den Körper wehrlos gegenüber Krankheitserregern macht.
| Mehr Infos gibt's hier: Mythen und Folgen. |
Wer seinen Körper kennt und über sexuell übertragbare Infektionen sowie darüber, wie man sie behandelt und wie man sich davor schützen kann, Bescheid weiß, kann Sexualität ohne Folgen für die eigene Gesundheit und die des Partners genießen. Denn sexuell übertragbare Erkrankungen können durch Safer Sex
, vor allem durch die richtige Verwendung von Kondomen, vermieden werden. Auch gibt es gegen ein paar Erkrankungen inzwischen Impfungen.
| Mehr Infos gibt's hier: Schutz. |
Wer sich dennoch einmal infiziert hat, sollte Frühwarnsignale ernst nehmen, mit dem Partner reden und zum Arzt gehen. Denn rechtzeitig erkannt sind die meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen heilbar.
| Mehr Infos gibt's hier: Behandlung. |
Jeder kann sich Infektionen beim Sex zuziehen, niemand braucht sich deshalb zu schämen. Wer sich informiert und sich und seinen Partner durch Safer Sex schützt, vermeidet sexuell übertragbare Infektionen und kann Sexualität unbeschwert erleben.
Sexuell übertragbare Erkrankungen (kurz STD) oder auch sexuell übertragbare Infektionen sind seit vielen Jahrhunderten bekannt. STD sind Infektionskrankheiten, die beim Sexualkontakt zwischen Menschen übertragen werden können.
Eine Infektion liegt vor, wenn ein Krankheitserreger (Virus
, Bakterium, Parasit) sich im Körper eines Menschen befindet, der das Potential hat, eine Erkrankung auszulösen. Eine Person kann infiziert sein, ohne Zeichen einer Erkrankung zu zeigen.
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Anzeichen. Eine sexuell übertragbare Erkrankung kann man an verschiedenen |
| Achtung! Oft bemerkt man eine Infektion anfangs gar nicht. Um das Fortschreiten einer STD und Folgeschäden zu vermeiden, sollten Frühwarnsignale unbedingt ernstgenommen und ein Arzt aufgesucht werden. Dann lassen sich STD gut behandeln. Wer frühe Symptome nicht ernst nimmt, riskiert allerdings, andere Menschen unwissentlich anzustecken. |
Die Übertragung von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD) erfolgt beim Sexualkontakt über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und auch des Mundes.
Besonders kritisch wird es, wenn es beim Petting
, Oral-, Anal- oder Vaginalverkehrzum Austausch von Körperflüssigkeiten wie Sperma
, Scheidensekret oder Blut kommt.
Eine Übertragung kann aber nicht nur über den Austausch von Körperflüssigkeiten stattfinden, sondern auch, wenn es zu einem Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen – z.B. mit Bläschen oder Geschwüren - kommt.
Die Übertragung verläuft über verschiedene Erreger. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien, Viren
oder Parasiten
. Vielen dieser Erreger waren die Menschen früher hilflos ausgeliefert – heute ist das zum Glück nicht mehr so: Man kann sich vor STD schützen und im Notfall gibt es gegen die meisten STD auch wirksame Behandlungen.
Wenn man an sexuell übertragbare Erkrankungen denkt, fällt einem zuerst wahrscheinlich HIV/AIDS ein. Es gibt aber zahlreiche andere Erkrankungen, die in unserer westlichen Gesellschaft sehr viel häufiger sind und beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden können.
Sexuell übertragbare Erkrankungen werden durch unterschiedliche Erreger übertragen. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien
oder Viren
. Auch gibt es Infektionen, die durch Parasiten
übertragen werden.
In der Tabelle sind die wichtigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen aufgelistet. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann einfach auf den entsprechenden Namen klicken.
| Bakteriell übertragene Erkrankungen | ||||||
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| Viral übertragene Erkrankungen | ||||||
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| Andere Erkrankungen | ||||||
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Eine sexuell übertragbare Infektion
kann erhebliche Auswirkungen haben. Ohne es zu wissen, können wir weitere Menschen infizieren, wenn die Infektion sich noch nicht durch Symptome
äußert oder diese so schwach sind, dass wir sie nicht wahrnehmen.
Da andere Personen angesteckt werden können, muss man seine/n Sexualpartner auf jeden Fall informieren, wenn man eine Infektion vermutet oder darüber bescheid weiß. Auch zwischenmenschlich kann das manchmal unangenehme Folgen haben. Zum Beispiel, wenn man gestehen muss, dass man selbst, oder herausfindet, dass der Partner untreu war.
| Viele sexuell übertragbare Erkrankungen können unbehandelt Folgeschäden haben, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Zum Beispiel können Frauen wie Männer unfruchtbar werden. Manche Erkrankungen können chronische also dauerhafte Schäden nach sich ziehen und andere wie HIV/AIDS haben sogar lebensbedrohliche Folgen. |
Schließlich ist insbesondere eine HIV-Infektion noch immer mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Stigmatisierung verbunden.
| Jeder von uns hat so seine Vorstellungen von sexuell übertragbaren Erkrankungen im Kopf. Diese Stimmen jedoch nicht alle. |
Eine Vorstellung ist, dass HIV und andere sexuell übertragbare Erkrankungen nur bei homosexuell aktiven Männern vorkommen. Diese kommt aus der Zeit Anfang der 1980er Jahre, als die AIDS-Epidemie begann und die Erkrankung zunächst bei homosexuell aktiven Männern festgestellt wurde. Tatsächlich sind alle Personen gefährdet, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne etwas über den HIV-Status des Partners zu wissen. Richtig ist, dass die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, insgesamt ein höheres HIV-Ansteckungsrisiko aufweist.
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Geschichte von HIV/AIDS
1981 waren in den USA Infektionen beschrieben worden, die vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem Schon 1982 wurde eine erworbene Immunschwächekrankheit vermutet. Nachdem auch Fälle bei heterosexuellen Drogenabhängigen und Empfängern von Blut (durch Bluttransfusionen) aufgetreten waren, war klar, dass die Krankheit als solche nichts mit Homosexualität zu tun hatte. Übrigens wurde der erste Fall in Deutschland ebenfalls 1982 diagnostiziert. 1986 wurde der Name Humanes Immunschwächevirus (HIV) eingeführt. 1985 fand schon die erste Welt-AIDS-Konferenz statt. In den 1990er Jahren wurden dann erhebliche medizinische Fortschritte erzielt. Zum Beispiel die sogenannte Kombinationstherapie. Durch diese Fortschritte sind die Lebensqualität und Lebenserwartung von Menschen mit HIV heute deutlich gesteigert. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die rote Schleife ein Symbol der Solidarität mit HIV-positiven und an AIDS-erkrankten Menschen. Bis Ende 2004 hatten sich in Deutschland seit Beginn der Epidemie geschätzte 73.000 Personen mit HIV infiziert, davon lebten Ende 2004 noch 46.500 Menschen. Die jährliche Neuerkrankungsrate steigt seit 2002 wieder an. Weltweit leben 33,2 Millionen Männer, Frauen und Kinder mit HIV/AIDS (Stand: 2007). |
Viele Menschen glauben auch, sexuell übertragbare Erkrankungen kämen in unserer westlichen Welt immer seltener vor. Demgegenüber steht in Deutschland tatsächlich eine Zunahme der Neuerkrankungsraten, zum Beispiel bei Syphilis und HIV/AIDS.
Verbreitet ist zudem die Auffassung, sexuell übertragbare Erkrankungen könnten durch Petting oder Oralsex nicht übertragen werden. Auch das ist so nicht richtig. Es kommt immer auf die Situation an. Das Ansteckungsrisiko bei Oralverkehr ist gering. Allerdings sind Ansteckungen möglich, wenn es z.B. zu einem Samenerguss im Mund kommt und gleichzeitig eine Entzündung
des Rachens oder Wunden (z.B. Zahnfleischwunden) vorliegen, oder wenn der eindringende Partner eine Harnröhrenentzündung hat. Kommt der Mund mit Menstruationsblut oder infektiösem Scheidensekret in Kontakt, besteht ebenfalls ein Ansteckungsrisiko.
Viele Menschen denken auch, Sex mit Kondom
mache keinen Spaß oder sei uncool. Das ist eigentlich nur eine Vorstellung – oft bei Jungen und Männern. Mädchen und Frauen denken vielleicht oft: "Wenn ich auf ein Kondom bestehe, wird mein Freund nicht mehr mit mir schlafen wollen." Dabei gibt es heute ganz verschiedene Arten von Kondomen, z.B. auch besonders gefühlsaktive. Eine Entscheidung für Sex ohne Kondom sollte nur bei einer stabilen Partnerschaft im gegenseitigen Einverständnis getroffen werden. Ein gemeinsamer HIV-Test kann dazu der Anfang sein.
"Wenn ich nichts spüre, habe ich auch nichts" – eine Auffassung, die gerade im Bereich sexuell übertragbarer Erkrankungen nicht zutrifft. Viele Infektionen verlaufen Tage, Wochen, Monate oder Jahre ohne Symptome
. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Krankheiten, die wir kennen. Eine weitere Besonderheit bei sexuell übertragbaren Erkrankungen ist, dass es oftmals nicht ausreicht, wenn sich nur derjenige behandeln lässt, der Symptome hat. Meist ist eine Partnerbehandlung miterforderlich.
Einen 100%igen Schutz vor einer Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung gibt es nicht. Allerdings kann man selbst durch das eigene Verhalten einen so weitgehenden Schutz erreichen, dass man Sexualität ohne Sorge genießen kann.
Um sich vor STD zu schützen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Dazu zählt vor allem der sogenannte Safer Sex
, bei dem man den Austausch von Körperflüssigkeiten vermeidet (z.B. durch die Verwendung von Kondomen).
Auch gibt es für Erkrankungen wie Hepatitis B und Feigwarzen, die durch das humane Papillomavirus (kurz HPV) hervorgerufen werden schon eine Impfung
.
Außerdem ist für den Schutz vor STD auch eine angemessene Hygiene wichtig.
Mehr über Safer Sex erfahrt Ihr hier.
| Safer Sex. Beim Safer Sex werden keine Körperflüssigkeiten zwischen Menschen ausgetauscht. Weder Samen- oder Scheidenflüssigkeit noch Blut gelangen in den Körper des jeweiligen Partners. |
Am einfachsten ist Safer Sex, indem beim Geschlechtsverkehr ein Kondom übergestreift wird.
Kondome bekommt man fast überall: in der Apotheke oder einem Drogeriemarkt und im Supermarkt.
Richtig angewandt, kann man sich mit Kondomen sehr gut vor Infektionen schützen. Und so wird ein Kondom richtig benutzt:
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Wie wird ein Kondom richtig benutzt? Zuerst ist es wichtig, dass man beim Aufreißen der Kondomverpackung vermeidet, das dünne Gummimaterial zu beschädigen, etwa durch spitze Fingernägel. Das Kondom nicht ausrollen, um es zu prüfen! Es könnte auch dabei beschädigt werden. Dann sollte aus dem Reservoir des Kondoms die Luft mit Daumen und Zeigefinger herausgedrückt werden, um Platz für den späteren Samenerguss zu schaffen. Schließlich kann das Kondom über das steife Glied abgerollt werden. Falls es nicht richtig klappt oder das Kondom falsch herum aufgesetzt wurde (Röllchen innen), lieber ein neues Kondom nehmen. Nach dem Orgasmus sollte der Penis am besten aus Anus oder Scheide gezogen werden, solange er noch steif ist. Dabei das Kondom festhalten, damit es beim Herausziehen nicht abrutscht. Ein Kondom sollte immer nur einmal verwendet werden und nach dem Gebrauch in den Abfall wandern, und nicht in die Toilette. Wichtig ist, nur solche Kondome zu verwenden, die eine CE-Kennzeichnung mit Prüfnummer tragen und deren Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist. Außerdem darf die Verpackung nicht beschädigt sein. Kondome müssen vor Druckbelastung (z.B. im Geldbeutel, Hosentasche) und vor Hitze geschützt werden. Speziell für Analverkehr gibt es extra starke Kondome, die sehr reißfest sind. Zur Erleichterung des Eindringens des Glieds in Anus oder Scheide verwenden viele Partner Gleitmittel – Kondome dürfen jedoch nur mit fettfreien, wasserlöslichen Gleitmitteln verwendet werden. Öle oder Fette greifen das Latex an, so dass das Kondom leicht reißen kann. Falls eine Frau zusätzlich mit Zäpfchen oder Schaum verhüten möchte, ist auch dafür ein fettfreies Produkt wichtig. Bei Analverkehr hilft fettfreies Gleitmittel, das Kondom nicht zu sehr zu belasten. |
Übrigens gibt es auch ein Kondom für die Frau: Das Femidon. Mehr dazu kann bei der schweizer Aids Hilfe hier nachund bei nachgelesen werden.
Außerdem sollte darauf geachtet werden, beim Oralsex kein Sperma aufzunehmen – beim Oralsex mit Männern kann auch ein Kondom verwendet werden, beim Oralsex mit Frauen gibt es spezielle Tücher (z.B. in der Apotheke oder bei der AIDS-Hilfe), die man auf die Scheide legen kann. Auf alle Fälle sollte der Kontakt mit Hautveränderungen wie Bläschen oder Geschwüren verhindert werden – diese können auf eine bestehende Infektion verweisen.
Am allerwichtigsten ist es, mit dem Partner gemeinsam über Safer Sex zu reden – und zwar bevor es zum Sexualkontakt kommt.
Davor muss man keine Angst haben. Meistens werden beide froh sein, wenn das Thema angesprochen wird, und Sexualität kann ohne Angst erlebt werden.
Mehr zum Thema Impfung erfahrt Ihr hier.
Was hat es mit der Impfung vor bestimmten STD auf sich?
Vor manchen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann man sich auch durch eine Impfung schützen. Zu diesen Erkrankungen zählen Hepatitis B und die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV), das zu Feigwarzen (Kondylomen) führen kann.
Beide Impfungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland für Jugendliche empfohlen.
| Impfung. Was passiert bei einer Impfung genau? ... |
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Eine Impfung gegen Hepatitis B wird oft als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A verabreicht. Man muss sich insgesamt drei Mal impfen lassen, bebor der Schutz vollständig wirkt. Mehr dazu erfahrt Ihr hier:
Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) sollte bei allen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Auch hier muss man für den vollständigen Schutz dreimal "gepickst" werden. Weil
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Mehr zum Thema Hygiene erfahrt Ihr hier.
Warum ist auch die Hygiene wichtig?
| Hygiene. Auch eine richtig verstandene Hygiene trägt zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen bei. Durch regelmäßige Intimhygiene kann man ein gutes Körpergefühl entwickeln und mögliche Veränderungen besser wahrnehmen. |
Bei Frauen ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass der natürliche Bakterienhaushalt nicht geschädigt wird – das kann durch die Verwendung von Scheidenspülungen, Intimsprays und dergleichen passieren. Wenn die Scheide austrocknet, können Krankheitserreger leichter eindringen.
Viele dieser Erreger mögen eine feuchtwarme Umgebung. Es ist deshalb gut, möglichst atmungsaktive Kleidung zu tragen (z.B. Baumwollunterwäsche).
Sexuell übertragbare Erkrankungen müssen von einem Arzt behandelt werden - das gilt auch bei leichten Beschwerden. Zuständig sind Hautärzte sowie Frauenärzte für Frauen und Urologen für Männer.
Viele Menschen schämen sich deswegen zum Arzt zu gehen. Für den Arzt oder die Ärztin sind solche Infektionen allerdings keine Besonderheit – sie kommen nämlich nicht selten vor. Insgesamt nehmen sexuell übertragbare Erkrankungen nämlich zu.
Denkt einfach immer daran:Eine rechtzeitige Behandlung durch einen Arzt führt bei den allermeisten Infektionen zu einer Heilung. Selbstbehandlungen können Infektionen verschleppen oder aber zu Schäden führen, die man nicht mehr rückgängig machen kann.
Eine Behandlung muss außerdem immer bei beiden Partnern erfolgen. Sonst kann eine Infektion immer wieder hin und her springen. Das nennt man Ping-Pong-Effekt.
Dasselbe gilt für Menschen, die Sex mit mehreren Partnern haben. Auch frühere Partner sollten informiert werden, wenn der Sexualkontakt noch nicht zu lange zurückliegt.
Grundsätzlich sollte man mit den Partnern sprechen, wenn man selbst von einer sexuell übertragbaren Erkrankung betroffen sein sollte oder vermutet betroffen zu sein. Auch wenn das unangnehm sein kann, hilft es die Weitergabe von Infektionen zu verhindern.
Wer eine Infektion vermutet oder chrakteristische Beschwerden hat, muss unbedingt beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen. Am besten ist es aber, dann ganz auf Sex zu verzichten.
| Für manche Infektionen, die sexuell übertragen werden, besteht übrigens in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Meldepflicht! Der behandelnde Arzt muss die Krankheit an eine Stelle weiterleiten, die die Häufigkeit des Auftretens erfasst. Das läuft in den unterschiedlichen Ländern jeweils anders. Für Deutschland bekommst du Informationen dazu beim Robert-Koch-Institut und beim Gesundheitsamt, für Österreich beim österreichischen Bundesamt für Gesundheit und für die Schweiz ..... |
Wer mehrere oder wechselnde Sexualpartner hat oder sich gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin für Sex ohne Kondome entscheiden möchte, sollte unbedingt einen HIV-Test machen. Dies ist beim Arzt möglich oder auch anonym im Gesundheitsamt (kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr). Mit einem HIV-Test wird untersucht, ob der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das HI-Virus
gebildet hat – eine Infektion kann durch so einen Test frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation ausgeschlossen werden.