Tipps & Infos

  Die Haut ist ein wichtiges Sinnesorgan – über sie fühlen wir zum Beispiel Berührungen. Auch bei sexuellen Begegnungen spielt die sinnliche Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Gegenseitiges Berühren ruft Lust hervor, die auf verschiedene Art und Weise befriedigt werden kann.

Ob beim Petting, bei Oral-, Anal- oder Vaginalsex, immer kommt es zu Haut- und Schleimhautkontakt zwischen zwei Menschen und zum Austausch von Körperflüssigkeiten. Sexualkontakt in seinen verschiedenen Formen ist schön, aber es kann dabei auch zur Ansteckung mit Krankheiten kommen: sexuell übertragbare Erkrankungen, kurz STD.
Dazu zählen z.B. Chlamydien-Infektionen, Gonorrhöe (Tripper) und Syphilis (Lues) oder Hepatitis B sowie Herpes, Feigwarzen und HIV/AIDS.

Hervorgerufen werden solche Krankheiten durch unterschiedliche Erreger (v.a. Viren, Bakterien), die bei jeder Art von Sexualkontakt über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und (seltener) des Mundes übertragen werden können.

  Mehr Infos gibt's hier: Definition, Übertragung und Erkrankungen.

Meistens machen sich sexuell übertragbare Infektionen durch unangenehme Symptome im Genital- oder Mundbereich bemerkbar. Manchmal bemerkt man das allerdings nicht gleich, und so kann man diese Krankheiten haben und an andere weitergeben, ohne es zu wissen.
Das ist für einen selbst wie auch für den Partner ziemlich unangenehm. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sexuell übertragbare Erkrankungen zu Folgeschäden führen können, die nicht mehr rückgängig zu machen sind: z.B. Unfruchtbarkeit, chronische Erkrankungen oder die lebensbedrohliche allgemeinen Immunabwehrschwäche (AIDS), die den Körper wehrlos gegenüber Krankheitserregern macht.

  Mehr Infos gibt's hier: Mythen und Folgen.

Wer seinen Körper kennt und über sexuell übertragbare Infektionen sowie darüber, wie man sie behandelt und wie man sich davor schützen kann, Bescheid weiß, kann Sexualität ohne Folgen für die eigene Gesundheit und die des Partners genießen. Denn sexuell übertragbare Erkrankungen können durch Safer Sex, vor allem durch die richtige Verwendung von Kondomen, vermieden werden. Auch gibt es gegen ein paar Erkrankungen inzwischen Impfungen.

  Mehr Infos gibt's hier: Schutz.

Wer sich dennoch einmal infiziert hat, sollte Frühwarnsignale ernst nehmen, mit dem Partner  reden und zum Arzt gehen. Denn rechtzeitig erkannt sind die meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen heilbar.

  Mehr Infos gibt's hier: Behandlung.

Jeder kann sich Infektionen beim Sex zuziehen, niemand braucht sich deshalb zu schämen. Wer sich informiert und sich und seinen Partner durch Safer Sex schützt, vermeidet sexuell übertragbare Infektionen und kann Sexualität unbeschwert erleben.

Definition

Sexuell übertragbare Erkrankungen (kurz STD) oder auch sexuell übertragbare Infektionen sind seit vielen Jahrhunderten bekannt. STD sind Infektionskrankheiten, die beim Sexualkontakt zwischen Menschen übertragen werden können.

Eine Infektion liegt vor, wenn ein Krankheitserreger (Virus, Bakterium, Parasit) sich im Körper eines Menschen befindet, der das Potential hat, eine Erkrankung auszulösen. Eine Person kann infiziert sein, ohne Zeichen einer Erkrankung zu zeigen.

Anzeichen. Eine sexuell übertragbare Erkrankung kann man an verschiedenen
Symptomen, also charakteristischen Hinweisen, erkennen, durch die sich
eine mögliche Infektion äußern kann. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Schmerzen oder Juckreiz im Bereich des Gliedes, der Scheide oder des Afters
  • Hautveränderungen wie Rötungen, Bläschen- oder Knötchenbildung oder Geschwüre
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr und
  • auffälliger Ausfluss aus Scheide oder Penis

 

    Achtung! Oft bemerkt man eine Infektion anfangs gar nicht. Um das Fortschreiten einer STD und Folgeschäden zu vermeiden, sollten Frühwarnsignale unbedingt ernstgenommen und ein Arzt aufgesucht werden. Dann lassen sich STD gut behandeln. Wer frühe Symptome nicht ernst nimmt, riskiert allerdings, andere Menschen unwissentlich anzustecken.  

 

Übertragung

Die Übertragung von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD) erfolgt beim Sexualkontakt  über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und auch des Mundes.

Besonders kritisch wird es, wenn es beim Petting, Oral-, Anal- oder Vaginalverkehrzum Austausch von Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidensekret oder Blut kommt.

Eine Übertragung kann aber nicht nur über den Austausch von Körperflüssigkeiten stattfinden, sondern auch, wenn es zu einem Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen – z.B. mit Bläschen oder Geschwüren - kommt.

Die Übertragung verläuft über verschiedene Erreger. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien, Viren oder Parasiten. Vielen dieser Erreger waren die Menschen früher hilflos ausgeliefert – heute ist das zum Glück nicht mehr so: Man kann sich vor STD schützen und im Notfall gibt es gegen die meisten STD auch wirksame Behandlungen.

 

Erkrankungen

Wenn man an sexuell übertragbare Erkrankungen denkt, fällt einem zuerst wahrscheinlich  HIV/AIDS ein. Es gibt aber zahlreiche andere Erkrankungen, die in unserer westlichen Gesellschaft sehr viel häufiger sind und beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden können.

Sexuell übertragbare Erkrankungen werden durch unterschiedliche Erreger übertragen. Dazu zählen zum Beispiel Bakterien oder Viren. Auch gibt es Infektionen, die durch Parasiten übertragen werden.

In der Tabelle sind die wichtigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen aufgelistet. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann einfach auf den entsprechenden Namen klicken.

 

Bakteriell übertragene Erkrankungen
 
Chlamydien-Infektion. Mehr Infos...
Chlamydien-Infektionen
Beschreibung
Chlamydien-Infektionen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, die Zahl der jährlichen Infektionen wird für Deutschland auf etwa eine Million geschätzt. Eine Übertragung kann durch Schleimhautkontakt bei vaginalem oder analem Geschlechtsverkehr oder beim Oralverkehr zu Stande kommen. Dabei können sich die Erreger an verschiedenen Stellen ansiedeln, z.B. am Eingang zur Gebärmutter (Gebärmutterhals), in der Harnröhre, an Enddarm oder After, aber auch in den Augen oder im Rachen.

Symptome
Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen oder schleimig-eitriger Ausfluss aus Vagina bzw. Penis können sich nach einer oder mehreren Wochen zeigen. Beim Mann kann es außerdem zu schmerzhaften Hodenschwellungen kommen, bei der Frau zu Schmerzen im Unterbauchbereich oder zu unklaren Schmerzen oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr. Bei einer Infektion nach Oralverkehr kann es außerdem zu Halsschmerzen kommen, nach Analverkehr zu Ausfluss aus dem Darm – wenn die Erreger über die Hände in die Augen gelangen, kann es auch zu Bindehautentzündungen kommen.
Eine Tücke bei Infektionen mit Chlamydien ist allerdings, dass diese oftmals überhaupt nicht von Symptomen begleitet sind. Häufig bleibt die Infektion deshalb unerkannt.

Folgen
Eine solche unerkannte Infektion kann sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass Chlamydien-Infektionen die häufigste Ursache einer erworbenen Unfruchtbarkeit bei der Frau darstellen. Auch beim Mann kann die Fruchtbarkeit gefährdet sein.
Schutz
Das Risiko einer Ansteckung kann durch Safer Sex, also das Verwenden von Kondomen, deutlich vermindert werden.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Falls es zu einer Ansteckung gekommen ist, kann mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden – wichtig ist, dass auch der Partner mitbehandelt wird. Antibiotika kann nur der Arzt verschreiben, es ist also wichtig, bei Anzeichen einer Chlamydien-Infektion einen Arzt aufzusuchen.
Gonorrhöe (Tripper). Mehr Infos...
Gonorrhöe (Tripper)
Beschreibung
Eine bekannte bakteriell übertragene Erkrankung ist die Gonorrhöe (auch Tripper genannt), die durch Gonokokken übertragen wird. Gonorrhöe kann bei Anal-, Vaginal- und Oralsex übertragen werden, immer dann, wenn es zu Schleimhautkontakt mit eitrigem Ausfluss kommt. Dies kann schon auch mal über die Hände oder Sexspielzeug (wie Dildos) passieren.

Symptome
In der Regel macht sich die Gonorrhöe ein paar Tage nach Infektion durch Brennen beim Wasserlassen oder unnatürlichem Ausfluss bemerkbar. Es kann aber auch sein, dass kaum Symptome auftreten – in diesem Fall kann eine Infektion dennoch weitergegeben werden. Häufiger kommt dies bei Infektionen im Rachen (durch Oralverkehr übertragen) oder Darm (durch Analverkehr übertragen) vor.

Folgen
Die Folgen einer unbehandelten Gonorrhöe sind Entzündungen. Bei der Frau treten diese vor allem im Eileiter, den Eierstöcken und der Gebärmutterschleimhaut auf; beim Mann können sich Samenstrang, Samenbläschen und Nebenhoden entzünden. Dies kann wiederum bei beiden häufig zu Unfruchtbarkeit führen. Schließlich kann auch der ganze Körper befallen werden, es kommt zu Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlägen.
Schutz
Durch Safer Sex, also die Verwendung von Kondomen, besteht ein wirkungsvoller Schutz vor Gonorrhöe.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Falls es doch zu einer Ansteckung kommen sollte, kann die Gonorrhöe ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Frühzeitig behandelt, heilt sie vollständig aus. Der Partner muss ebenfalls behandelt werden.
Syphilis (Lues). Mehr Infos...
Syphilis (Lues)
Beschreibung
Die Syphilis ist ebenfalls eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien übertragen wird.
Symptome und Folgen. Die Syphilis verläuft in drei Stadien.

Stadium 1
(ca. drei Wochen nach Infektion)
Es kommt an der Stelle, wo der Erreger eingetreten ist (Penis, Schamlippen, Mund, Darmausgang), zu einem schmerzlosen, verhärteten Geschwür („harter Schanker“), in der Umgebung des Geschwürs schwellen die Lymphknoten an. Dieses Geschwür verschwindet nach einigen Wochen wieder – ein Grund, warum Syphilis-Infektionen oft ignoriert werden.
Stadium 2
(acht Wochen bis zwei Jahre nach Ansteckung)
Es kommt zu nicht juckenden Hautausschlägen, Fieber, allgemeinen Lymphknotenschwellungen. Auch diese Symptome verschwinden wieder.
Stadium 3(mehrere Jahre nach Ansteckung) Es kommt zu schweren Schädigungen innerer Organe (z.B. Leber), des Nervensystems und der Knochen.

Syphilis-Infektionen nehmen seit dem Ende der 1990er Jahre wieder deutlich zu. Symptome sollten in jedem Fall ernst genommen werden, auch wenn sie nicht mit Schmerz oder Juckreiz einhergehen. Jeder Erregerkontakt kann nämlich zu einer Infektion führen – falls sich ein Geschwür im Mundraum befindet, kann der Syphilis-Erreger auch beim Küssen übertragen werden.

Folgen
Die Folgen einer unbehandelten Gonorrhöe sind Entzündungen. Bei der Frau treten diese vor allem im Eileiter, den Eierstöcken und der Gebärmutterschleimhaut auf; beim Mann können sich Samenstrang, Samenbläschen und Nebenhoden entzünden. Dies kann wiederum bei beiden häufig zu Unfruchtbarkeit führen. Schließlich kann auch der ganze Körper befallen werden, es kommt zu Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlägen.
Heilung
Auch eine Syphilis kann durch Antibiotika behandelt und in jedem Stadium zur Abheilung gebracht werden. Allerdings können Organschädigungen des dritten Stadiums nicht mehr rückgängig gemacht werden. Partner müssen mitbehandelt werden.
Schutz
Am besten ist es jedoch, Safer Sex zu betreiben. Verwendet Kondome; sie schützen vor einer Ansteckung.
Und so funktioniert Safer Sex...
  
Viral übertragene Erkrankungen
 
Hepatitis B. Mehr Infos...
Hepatitis B
Beschreibung
Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Das Virus befindet sich in allen Körperflüssigkeiten und wird damit über Samen- bzw. Scheidenflüssigkeit auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Zu einer Übertragung kann es auch kommen, wenn Sperma in den Mund gelangt. Hepatitis B kann durch Speichelflüssigkeit sogar beim Küssen übertragen werden.

Symptome
Ein bis sechs Monate nach einer Infektion entwickeln sich grippeartige Beschwerden. Oft sind die Beschwerden sehr gering, und die Infektion wird gar nicht bemerkt.

Folgen
In ca 90% aller Fälle heilt eine Hepatitis-B-Erkrankung aus – man ist dann ein Leben lang immun. In ca 10% der Fälle ergibt sich allerdings ein chronischer Verlauf – das Virus bleibt im Körper aktiv und es kommt zu einer langfristigen Schädigung der Leber. Bei manchen Erkrankten kann es dann zu einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose) oder zu Leberkrebs kommen.

Schutz
Das Ansteckungsrisiko wird durch Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen verringert. Aber Achtung! Eine Ansteckung kann wegen der vielfältigen Übertragungswege dadurch aber nicht 100%ig  ausgeschlossen werden.
Und so funktioniert Safer Sex...

Der wirksamste Schutz vor einer Hepatitis B Infektion ist eine Impfung! Sie wird in Deutschland für Säuglinge und Jugendliche sowie für Gruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (medizinisches Personal, homosexuell aktive Männer) empfohlen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Heilung
Eine Hepatitis-B-Infektion wird durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Bei chronischem Verlauf wird durch eine antivirale Therapie versucht, die Virusvermehrung zu hemmen und die Entzündung zu mildern.
Herpes. Mehr Infos...
Herpes
Beschreibung
Herpesbläschen (umgangssprachlich auch "Fieberbläschen" genannt) an den Lippen kennen viele von uns. Sie werden durch das sogenannte Herpes simplex Virus, Typ I (HSV I), hervorgerufen. Herpes kann aber auch im Genitalbereich vorkommen. Dafür sind jedoch andere Viren, nämlich der Herpes simplex Virus, Typ II (HSV II) verantwortlich, allerdings gibt es auch hier zunehmend HSV I Infektionen.

Symptome
Einige Tage nach Erstansteckung treten Entzündungen der Schleimhäute oder auch Hautausschläge auf, manchmal von Fieber und Lymphknotenschwellungen begleitet. Es kommt zu Brennen, Jucken, Rötung und Bläschenbildung. Die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen platzen dann auf und es bilden sich Geschwüre. Diese heilen normalerweise innerhalb weniger Wochen ab.

Folgen
Wenn man einmal eine Herpes-Infektion durchgemacht hat, bleibt man sein Leben lang Virusträger. Die meisten Menschen haben eine Herpes-Infektion durchgemacht und dadurch auch die entsprechenden Antikörper gebildet. Längst nicht alle Menschen, die Träger des Herpes-Virus sind, entwickeln aber die beschriebenen typischen Symptome. Bei anderen treten die Bläschen immer wieder auf – auslösend kann dabei oft auch Stress, UV-Licht oder Übermüdung sein.
Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann sich das Virus im gesamten Körper ausbreiten. Besonders problematisch sind auch Infektionen während der Schwangerschaft, da sie zu schweren Erkrankungen führen können. Infektionen während der Geburt können beim Neugeborenen zu schweren Erkrankungen führen, z.B. zu einer Hirnhautentzündung.

Schutz
Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen schützt vor der Übertragung des Herpes-Virus bei vaginalem, analem und oralem Sex. Und so funktioniert Safer Sex...
Achtung! Wegen der leichten Übertragbarkeit kann man eine Ansteckung nicht immer verhindern.

Heilung
Da man eine Ansteckung nicht immer verhindern kann, ist es wichtig, mit den Symptomen vertraut zu sein, um dann einen Arzt aufzusuchen. Falls man sich infiziert hat, kann mit virushemmenden Medikamenten behandelt werden.
Feigwarzen (Kondylome). Mehr Infos...
Feigwarzen (Kondylome)
Beschreibung
Verantwortlich für das Auftreten von sogenannten Feigwarzen sind Humane Papillomaviren (HPV). Feigwarzen sehen in etwa aus wie Warzen und treten an der Scheide, am Glied oder auch im Darmausgang auf. Bestimmte Typen des HPV-Virus können Zellveränderungen hervorrufen, die sich nach Jahren zu Krebserkrankungen entwickeln können.

Symptome
Die Viren werden bei ungeschütztem Oral-, Vaginal- oder Analsex übertragen. Bis zum Auftreten von sichtbaren Veränderungen vergehen Wochen bis Monate, bei vielen Infektionen treten auch überhaupt keine Symptome auf.

Folgen
Auch eine Infektion, die sich nicht durch Warzen bemerkbar macht, kann längerfristig Krebs auslösen, am häufigsten Gebärmutterhalskrebs bei der Frau. Vermutlich aber sind auch Penis-, Scheiden- und Analkarzinome Folge einer HPV-Infektion.
Schutz
Safer Sex bzw. Kondome schützen vor einer Übertragung – aber nur insofern sie den Kontakt mit krankhaften Hautveränderungen oder Körperflüssigkeiten, in denen sich Erreger befinden, verhindern. Der direkte Kontakt mit sichtbaren Warzen sollte vermieden werden. Und so funktioniert Safer Sex...

Eine jährliche Krebsvorsorge ist besonders für Frauen ebenfalls wichtig. Aber auch Männer sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Wird eine Behandlung durchgeführt, sollte der Partner/die Partnerin mitbehandelt werden.

Die gute Nachricht ist: seit kurzem gibt es eine Impfung! Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16,18) wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Mädchen empfohlen. Diese sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Weil nicht gegen alle Typen der Papillomaviren geimpft werden kann, ersetzt die Impfung aber nicht die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Mehr Informationen zur HPV-Impfung erhaltet Ihr bei der deutschen, der österreichischen Krebshilfe und der schweizer Krebsliga.

Die Aktion Mädchen checken das könnt ihr Euch einen Film dazu ansehen: Mädchen Checken das (eine Aktion der deutschen Krebshilfe)

Heilung
Feigwarzen können mit Medikamenten auf der Haut behandelt oder operativ entfernt werden. Allerdings können auch nach Entfernung Viren in der Haut bleiben, eine Behandlung kann deshalb langwierig sein.
HIV/AIDS. Mehr Infos...
HIV/AIDS
Beschreibung
Die Abkürzung AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) steht für „erworbenes Immunschwächesyndrom“. Erworben wird eine solche Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems durch das HI-Virus. HI-Viren werden übertragen, wenn Blut-, Samen- oder Scheidenflüssigkeit auf die Vaginal- oder Darmschleimhaut eines anderen Menschen gelangen.
HI-Viren werden hauptsächlich beim Kontakt von Körperflüssigkeiten mit der Vaginal- oder Darmschleimhaut übertragen. Besonders empfindlich ist die Darmschleimhaut, sie kann HI-Viren direkt aufnehmen. Deshalb ist das Übertragungsrisiko auch bei Analverkehr am größten. Auch bei Vaginalverkehr ist das Risiko noch sehr hoch. Bei Oralverkehr kann eine Infektion v.a. dann erfolgen, wenn Samenflüssigkeit im Mund aufgenommen wird und die Mundschleimhaut verändert, z.B. entzündet ist.
Wenn andere sexuell übertragbare Erkrankungen vorliegen, ist das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, deutlich erhöht, weil das Virus leichter in entzündete Schleimhaut eindringen kann, wie sie etwa bei einer Chlamydieninfektion oder einer Gonorrhoe (Tripper) auftritt.

Symptome und Folgen
Zunächst bleiben die meisten mit HIV infizierten Menschen über Jahre beschwerdefrei, bevor sich die Abwehrschwäche entwickelt.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann typischerweise zu Infektionen mit Krankheitserregern, die einem gesunden Menschen nichts ausmachen. Außerdem können seltene Tumorerkrankungen auftreten.

Heilung
Eine Heilung von HIV/AIDS ist bis heute nicht möglich, und es gibt auch keinen Impfstoff. Das Virus kann nicht aus dem Körper entfernt werden. Unter Umständen kann deshalb, auch wenn keine Viren im Blut mehr nachweisbar sind, noch HIV übertragen werden. Die medikamentöse Therapie in Form der sogenannten Kombinationstherapie unterdrückt die Virusvermehrung und zögert dadurch den Krankheitsverlauf hinaus. Damit führt AIDS nicht mehr wie früher rasch zum Tod, und infizierte Menschen haben eine gesteigerte Lebensqualität. Kombinationstherapie bedeutet, dass man mehrere Präparate gleichzeitig gibt, da HI-Virenstämme sich verändern und damit gegen einzelne Substanzen resistent werden können. Eine solche Therapieform nennt man auch HAART: hochaktive, antiretrovirale Therapie.
Schutz
Dieser erfreuliche Fortschritt in der medikamentösen Behandlung hat zu einem nachlassenden Schutzverhalten beim Sex geführt und so stieg die Neuerkrankungsrate in den letzten Jahren wieder an. Safer Sex bzw. die Verwendung von Kondomen stellt den wirksamsten Schutz vor HIV dar. Und so funktioniert Safer Sex...
  
Andere Erkrankungen
 
Trichonomaden-Infektionen. Mehr Infos...
Trichomonaden-Infektion (Genitale Trichomoniasis)
Beschreibung
Die Erreger einer Trichomonaden-Infektion nisten sich in Scheide, Darm oder Harnröhre ein. Eine Infektion mit Trichomonaden erfolgt v.a. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, besonders bei Analverkehr. Eine Übertragung kann auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher oder Sextoys erfolgen.

Symptome
Symptome treten mehrere Tage bis Wochen nach Infektion auf. Sie zeigen sich beim Mann durch Schmerzen beim Wasserlassen bzw. ständigen „Druck auf der Blase“. Während eine Infektion beim Mann oft auch ohne klare Symptome verläuft, kommt es bei der Frau häufig zu einem übel riechenden, schaumigen Ausfluss verbunden mit Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Folgen
Die Tücke von Trichomonaden-Infektionen liegt vor allem darin, dass das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen (auch HIV) erhöht ist.
Schutz
Safer Sex
bzw. die Verwendung von Kondomen schützt beim Sex vor einer Infektion mit Trichonomaden.
Und so funktioniert Safer Sex...
Heilung
Wenn es doch zu einer Ansteckung kommt, können Trichomonaden Infektionen mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist, dass auch der Partner mitbehandelt wird.
Krätze (Skabies). Mehr Infos...
Krätze (Skabies)
Beschreibung
Die Skabies ist keine klassische sexuell übertragbare Erkrankung. Die Übertragung der Krätzmilbe erfolgt allgemein bei längerem Hautkontakt. Damit kann sie auch bei sexuellem Kontakt übertragen werden. Krätzmilben bohren kleine Gänge in die Oberhaut und legen dort Eier ab.

Symptome und Folgen
In der Folge bilden sich schorfartige Schwellungen auf der Haut (in den Fingerzwischenräumen, an Handgelenken, im Genitalbereich und unter den Achseln). Nach Wochen tritt starker Juckreiz, vor allem nachts, als Hauptsymptom auf. Wenn durch Kratzen zusätzlich kleine Wunden entstehen, entstehen Eintrittspforten für andere Infektionen.

Schutz
Vermieden werden kann die Krätze durch sorgfältige Hygiene und regelmäßigen Wechsel der Wäsche.
Heilung
Falls es zu einem Befall kommt, erfolgt eine chemische Behandlung äußerlich. Alle Sexualpartner und Familienmitglieder müssen mitbehandelt werden.
Filzläuse. Mehr Infos...
Filzläuse
Beschreibung
Filzläuse sind kleine Insekten ohne Flügel, die sich in der Schambehaarung einnisten und dort Eier ablegen, die man Nissen nennt. Bei stärkerem Befall können sie sich auch in der Achselbehaarung oder der sonstigen Körperbehaarung einnisten. Eine Übertragung erfolgt durch engen Körperkontakt und damit auch durch sexuellen Kontakt.

Symptome und Folgen
Nach einigen Tagen kommt es durch Bisse der Läuse zu Juckreiz und Hautflecken.

Heilung
Shampoos, Salben oder Lösungen werden zur Behandlung verwendet. Die Entfernung der Nissen erfolgt mit einem Kamm. Kleidung und Matratzen sollten desinfiziert werden.

Folgen

Eine sexuell übertragbare Infektion kann erhebliche Auswirkungen haben. Ohne es zu wissen, können wir weitere Menschen infizieren, wenn die Infektion sich noch nicht durch Symptome äußert oder diese so schwach sind, dass wir sie nicht wahrnehmen.

Da andere Personen angesteckt werden können, muss man seine/n Sexualpartner auf jeden Fall informieren, wenn man eine Infektion vermutet oder darüber bescheid weiß. Auch zwischenmenschlich kann das manchmal unangenehme Folgen haben. Zum Beispiel, wenn man gestehen muss, dass man selbst, oder herausfindet, dass der Partner untreu war.

    Viele sexuell übertragbare Erkrankungen können unbehandelt Folgeschäden haben, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Zum Beispiel können Frauen wie Männer unfruchtbar werden. Manche Erkrankungen können chronische also dauerhafte Schäden nach sich ziehen und andere wie HIV/AIDS haben sogar lebensbedrohliche Folgen.  

Schließlich ist insbesondere eine HIV-Infektion noch immer mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Stigmatisierung verbunden.

Mythen

  Jeder von uns hat so seine Vorstellungen von sexuell übertragbaren Erkrankungen im Kopf. Diese Stimmen jedoch nicht alle.

Eine Vorstellung ist, dass HIV und andere sexuell übertragbare Erkrankungen nur bei homosexuell aktiven Männern vorkommen. Diese kommt aus der Zeit Anfang der 1980er Jahre, als die AIDS-Epidemie begann und die Erkrankung zunächst bei homosexuell aktiven Männern festgestellt wurde. Tatsächlich sind alle Personen gefährdet, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne etwas über den HIV-Status des Partners zu wissen. Richtig ist, dass die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, insgesamt ein höheres HIV-Ansteckungsrisiko aufweist.

Geschichte von HIV/AIDS

1981 waren in den USA Infektionen beschrieben worden, die vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem befallen. Bei den betroffenen Menschen handelte es sich dabei um zuvor gesunde homosexuelle Männern in Los Angeles.

Schon 1982 wurde eine erworbene Immunschwächekrankheit vermutet. Nachdem auch Fälle bei heterosexuellen Drogenabhängigen und Empfängern von Blut (durch Bluttransfusionen) aufgetreten waren, war klar, dass die Krankheit als solche nichts mit Homosexualität zu tun hatte. Übrigens wurde der erste Fall in Deutschland ebenfalls 1982 diagnostiziert.
Nach einigen Jahren Forschung wurde schließlich entdeckt, dass ein bestimmtes Virus die Ursache von AIDS war.

1986 wurde der Name Humanes Immunschwächevirus (HIV) eingeführt.

1985 fand schon die erste Welt-AIDS-Konferenz statt.

1987 wurde das erste Medikament gegen HIV/AIDS zugelassen. Dennoch starben in den 1980er und der ersten Hälfte der 1990er Jahre viele Menschen an AIDS, darunter auch prominente Menschen wie der Queen Sänger Freddy Mercury (1991).

In den 1990er Jahren wurden dann erhebliche medizinische Fortschritte erzielt. Zum Beispiel die sogenannte Kombinationstherapie. Durch diese Fortschritte sind die Lebensqualität und Lebenserwartung von Menschen mit HIV heute deutlich gesteigert.

Seit Anfang der 1990er Jahre ist die rote Schleife ein Symbol der Solidarität mit HIV-positiven und an AIDS-erkrankten Menschen.

Bis Ende 2004 hatten sich in Deutschland seit Beginn der Epidemie geschätzte 73.000 Personen mit HIV infiziert, davon lebten Ende 2004 noch 46.500 Menschen.

Die jährliche Neuerkrankungsrate steigt seit 2002 wieder an. Weltweit leben 33,2 Millionen Männer, Frauen und Kinder mit HIV/AIDS (Stand: 2007).
Die untenstehende Grafik des deutschen Robert-Koch-Instituts zeigt eine Schätzung darüber, wie viele Erwachsene und Kinder im Jahr 2007 mit HIV/AIDS leben.


Grafik: © Robert-Koch-Institut

Viele Menschen glauben auch, sexuell übertragbare Erkrankungen kämen in unserer westlichen Welt immer seltener vor. Demgegenüber steht in Deutschland tatsächlich eine Zunahme der Neuerkrankungsraten, zum Beispiel bei Syphilis und HIV/AIDS.

Verbreitet ist zudem die Auffassung, sexuell übertragbare Erkrankungen könnten durch Petting oder Oralsex nicht übertragen werden. Auch das ist so nicht richtig. Es kommt immer auf die Situation an. Das Ansteckungsrisiko bei Oralverkehr ist gering. Allerdings sind Ansteckungen möglich, wenn es z.B. zu einem Samenerguss im Mund kommt und gleichzeitig eine Entzündung des Rachens oder Wunden (z.B. Zahnfleischwunden) vorliegen, oder wenn der eindringende Partner eine Harnröhrenentzündung hat. Kommt der Mund mit Menstruationsblut oder infektiösem Scheidensekret in Kontakt, besteht ebenfalls ein Ansteckungsrisiko.

Viele Menschen denken auch, Sex mit Kondom mache keinen Spaß oder sei uncool. Das ist eigentlich nur eine Vorstellung – oft bei Jungen und Männern. Mädchen und Frauen denken vielleicht oft: "Wenn ich auf ein Kondom bestehe, wird mein Freund nicht mehr mit mir schlafen wollen." Dabei gibt es heute ganz verschiedene Arten von Kondomen, z.B. auch besonders gefühlsaktive. Eine Entscheidung für Sex ohne Kondom sollte nur bei einer stabilen Partnerschaft im gegenseitigen Einverständnis getroffen werden. Ein gemeinsamer HIV-Test kann dazu der Anfang sein.

"Wenn ich nichts spüre, habe ich auch nichts" – eine Auffassung, die gerade im Bereich sexuell übertragbarer Erkrankungen nicht zutrifft. Viele Infektionen verlaufen Tage, Wochen, Monate oder Jahre ohne Symptome. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Krankheiten, die wir kennen. Eine weitere Besonderheit bei sexuell übertragbaren Erkrankungen ist, dass es oftmals nicht ausreicht, wenn sich nur derjenige behandeln lässt, der Symptome hat. Meist ist eine Partnerbehandlung miterforderlich.

 

Schutz

Einen 100%igen Schutz vor einer Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung gibt es nicht. Allerdings kann man selbst durch das eigene Verhalten einen so weitgehenden Schutz erreichen, dass man Sexualität ohne Sorge genießen kann.

Um sich vor STD zu schützen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Dazu zählt vor allem der sogenannte Safer Sex, bei dem man den Austausch von Körperflüssigkeiten vermeidet (z.B. durch die Verwendung von Kondomen).

Auch gibt es für Erkrankungen wie Hepatitis B und Feigwarzen, die durch das humane Papillomavirus (kurz HPV) hervorgerufen werden schon eine Impfung.

Außerdem ist für den Schutz vor STD auch eine angemessene Hygiene wichtig.

Mehr über Safer Sex erfahrt Ihr hier.

 Was ist Safer Sex genau?

    Safer Sex. Beim Safer Sex werden keine Körperflüssigkeiten zwischen Menschen ausgetauscht. Weder Samen- oder Scheidenflüssigkeit noch Blut gelangen in den Körper des jeweiligen Partners.

Am einfachsten ist Safer Sex, indem beim Geschlechtsverkehr ein Kondom übergestreift wird.
Kondome bekommt man fast überall: in der Apotheke oder einem Drogeriemarkt und im Supermarkt.

Richtig angewandt, kann man sich mit Kondomen sehr gut vor Infektionen schützen. Und so wird ein Kondom richtig benutzt:

Wie wird ein Kondom richtig benutzt?

Zuerst ist es wichtig, dass man beim Aufreißen der Kondomverpackung vermeidet, das dünne Gummimaterial zu beschädigen, etwa durch spitze Fingernägel. Das Kondom nicht ausrollen, um es zu prüfen! Es könnte auch dabei beschädigt werden. Dann sollte aus dem Reservoir des Kondoms die Luft mit Daumen und Zeigefinger herausgedrückt werden, um Platz für den späteren Samenerguss zu schaffen. Schließlich kann das Kondom über das steife Glied abgerollt werden. Falls es nicht richtig klappt oder das Kondom falsch herum aufgesetzt wurde (Röllchen innen), lieber ein neues Kondom nehmen.


Bildfolge: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)

Nach dem Orgasmus sollte der Penis am besten aus Anus oder Scheide gezogen werden, solange er noch steif ist. Dabei das Kondom festhalten, damit es beim Herausziehen nicht abrutscht.

Ein Kondom sollte immer nur einmal verwendet werden und nach dem Gebrauch in den Abfall wandern, und nicht in die Toilette.

Wichtig ist, nur solche Kondome zu verwenden, die eine CE-Kennzeichnung mit Prüfnummer tragen und deren Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist. Außerdem darf die Verpackung nicht beschädigt sein. Kondome müssen vor Druckbelastung (z.B. im Geldbeutel, Hosentasche) und vor Hitze geschützt werden.

Speziell für Analverkehr gibt es extra starke Kondome, die sehr reißfest sind.

Zur Erleichterung des Eindringens des Glieds in Anus oder Scheide verwenden viele Partner Gleitmittel – Kondome dürfen jedoch nur mit fettfreien, wasserlöslichen Gleitmitteln verwendet werden. Öle oder Fette greifen das Latex an, so dass das Kondom leicht reißen kann. Falls eine Frau zusätzlich mit Zäpfchen oder Schaum verhüten möchte, ist auch dafür ein fettfreies Produkt wichtig. Bei Analverkehr hilft fettfreies Gleitmittel, das Kondom nicht zu sehr zu belasten.

Übrigens: Hier könnt Ihr Euch in einem Video noch einmal genau ansehen, wie das mit dem Kondom funktioniert.

Übrigens gibt es auch ein Kondom für die Frau: Das Femidon. Mehr dazu kann bei der  schweizer Aids Hilfe hier nachund bei nachgelesen werden.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, beim Oralsex kein Sperma aufzunehmen – beim Oralsex mit Männern kann auch ein Kondom verwendet werden, beim Oralsex mit Frauen gibt es spezielle Tücher (z.B. in der Apotheke oder bei der AIDS-Hilfe), die man auf die Scheide legen kann. Auf alle Fälle sollte der Kontakt mit Hautveränderungen wie Bläschen oder Geschwüren verhindert werden – diese können auf eine bestehende Infektion verweisen.

Am allerwichtigsten ist es, mit dem Partner gemeinsam über Safer Sex zu reden – und zwar bevor es zum Sexualkontakt kommt.

Davor muss man keine Angst haben. Meistens werden beide froh sein, wenn das Thema angesprochen wird, und Sexualität kann ohne Angst erlebt werden.

Mehr zum Thema Impfung erfahrt Ihr hier.

Was hat es mit der Impfung vor bestimmten STD auf sich?

Vor manchen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann man sich auch durch eine Impfung schützen. Zu diesen Erkrankungen zählen Hepatitis B und die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV), das zu Feigwarzen (Kondylomen) führen kann.

Beide Impfungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland für Jugendliche empfohlen.

    Impfung. Was passiert bei einer Impfung genau? ...

 

Eine Impfung gegen Hepatitis B wird oft als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A verabreicht. Man muss sich insgesamt drei Mal impfen lassen, bebor der Schutz vollständig wirkt. Mehr dazu erfahrt Ihr hier:

Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) sollte bei allen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Auch hier muss man für den vollständigen Schutz dreimal "gepickst" werden. Weil
nicht gegen alle Typen der Papillomaviren geimpft werden kann, ersetzt
die Impfung aber nicht die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Mehr Informationen zur HPV-Impfung erhaltet Ihr bei der deutschen, der österreichischen Krebshilfe und der schweizer Krebsliga.

Die Aktion Mädchen checken das könnt ihr Euch einen Film dazu ansehen: Mädchen Checken das (eine Aktion der deutschen Krebshilfe)

Mehr zum Thema Hygiene erfahrt Ihr hier.

Warum ist auch die Hygiene wichtig?

    Hygiene. Auch eine richtig verstandene Hygiene trägt zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen bei. Durch regelmäßige Intimhygiene kann man ein gutes Körpergefühl entwickeln und mögliche Veränderungen besser wahrnehmen.

Bei Frauen ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass der natürliche Bakterienhaushalt nicht geschädigt wird – das kann durch die Verwendung von Scheidenspülungen, Intimsprays und dergleichen passieren. Wenn die Scheide austrocknet, können Krankheitserreger leichter eindringen.
Viele dieser Erreger mögen eine feuchtwarme Umgebung. Es ist deshalb gut, möglichst atmungsaktive Kleidung zu tragen (z.B. Baumwollunterwäsche).

 

Behandlung

Sexuell übertragbare Erkrankungen müssen von einem Arzt behandelt werden - das gilt auch bei leichten Beschwerden. Zuständig sind Hautärzte sowie Frauenärzte für Frauen und Urologen für Männer.

Viele Menschen schämen sich deswegen zum Arzt zu gehen. Für den Arzt oder die Ärztin sind solche Infektionen allerdings keine Besonderheit – sie kommen nämlich nicht selten vor. Insgesamt nehmen sexuell übertragbare Erkrankungen nämlich zu.

Denkt einfach immer daran:Eine rechtzeitige Behandlung durch einen Arzt führt bei den allermeisten Infektionen zu einer Heilung. Selbstbehandlungen können Infektionen verschleppen oder aber zu Schäden führen, die man nicht mehr rückgängig machen kann.

Eine Behandlung muss außerdem immer bei beiden Partnern erfolgen. Sonst kann eine Infektion immer wieder hin und her springen. Das nennt man Ping-Pong-Effekt.
Dasselbe gilt für Menschen, die Sex mit mehreren Partnern haben. Auch frühere Partner sollten informiert werden, wenn der Sexualkontakt noch nicht zu lange zurückliegt.

Grundsätzlich sollte man mit den Partnern sprechen, wenn man selbst von einer sexuell übertragbaren Erkrankung betroffen sein sollte oder vermutet betroffen zu sein. Auch wenn das unangnehm sein kann, hilft es die Weitergabe von Infektionen zu verhindern.

Wer eine Infektion vermutet oder chrakteristische Beschwerden hat, muss unbedingt beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen. Am besten ist es aber, dann ganz auf Sex zu verzichten.

    Für manche Infektionen, die sexuell übertragen werden, besteht übrigens in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Meldepflicht! Der behandelnde Arzt muss die Krankheit an eine Stelle weiterleiten, die die Häufigkeit des Auftretens erfasst. Das läuft in den unterschiedlichen Ländern jeweils anders. Für Deutschland bekommst du Informationen dazu beim Robert-Koch-Institut und beim Gesundheitsamt, für Österreich beim österreichischen Bundesamt für Gesundheit und für die Schweiz .....

Wer mehrere oder wechselnde Sexualpartner hat oder sich gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin für Sex ohne Kondome entscheiden möchte, sollte unbedingt einen HIV-Test machen. Dies ist beim Arzt möglich oder auch anonym im Gesundheitsamt (kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr). Mit einem HIV-Test wird untersucht, ob der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das HI-Virus gebildet hat – eine Infektion kann durch so einen Test frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation ausgeschlossen werden.